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Pannen, Blech und ein falscher Wink

Die Winterspiele von Vancouver und Whistler schrieben Sportgeschichte - mit Triumphen, aber auch Tragödien. Es gab nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. Und einige Pannen.
Regen statt Schnee: Vancouver erlebt den mildesten Winter seit 114 Jahren.

Regen statt Schnee: Vancouver erlebt den mildesten Winter seit 114 Jahren.

© dpa

Pannenshow: Bei der Eröffnungsfeier schmunzelte die Welt, als eine der vier riesigen Stelen nicht ausfuhr. Die Fackelträger um Wayne Gretzky standen ratlos da. Im Olympic Oval von Richmond stotterte die berühmte Eismaschine Zamboni, spuckte zu viel Wasser aus und überschwemmte die Bahn der Kufen-Asse. Nicht die einzigen Aussetzer.

„Sven the Man“ Kramer: Ein falscher Wink, ein echtes Drama. Der niederländische Eisschnelllauf-Star wurde von seinem Trainer auf die Innenbahn gewiesen - und verlor Gold. Kramer tobte, Gerard Kemkers wäre am liebsten im Eis eingebrochen und machte sich bitterste Vorwürfe: „Das war der schlimmste Moment in meinem Leben.“

Der russische Bär: Eiszeit statt Wintermärchen - vier Jahre vor den Heimspielen in Sotschi enttäuschte die einstige Wintersport- Weltmacht. Nach der 3:7-Blamage des Eishockey-Weltmeisters gegen Kanada fürchtete Nationaltrainer Wjatscheslaw Bykow, dass man wohl die Guillotine auf dem Roten Platz in Moskau aufstellen wird.

Skijäger ohne Beute: 2006 war Michael Greis mit dreimal Gold noch der Held - in Whistler schossen er und seine Kollegen daneben und liefen hinterher. Erstmals seit 42 Jahren blieben die deutschen Biathlon-Herren ohne Medaille. Zweite große Verlierer waren die Eishockey-Profis: Sieglos bei Olympia, das gab’s noch nie.

Schlechter Verlierer: Der russische Eiskunstlauf-König Jewgeni Pluschenko wurde vom Thron gestoßen - und ärgerte sich maßlos über den Sieg des Amerikaners Evan Lysacek: „Wenn ein Olympiasieger keinen Vierfach-Sprung beherrscht, dann weiß ich auch nicht... Das ist kein Eiskunstlauf für Männer, das ist Eistanzen.“

Sicherheit: Rrrriiisiko statt Safety First - so hieß es auch nach dem schrecklichen Unfalltod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili. Vor allem die Bobfahrer traf es. Allein beim Training im Männer-Zweier gab es 14 Stürze. Und die Leipzigerin Romy Logsch flog beim Frauen-Rennen in hohem Bogen aus dem Schlitten.

Verletzen kann man sich aber nicht nur auf den vereisten Steilhängen, sondern auch in an sich harmlosen Loipen - und das sogar beim Warmlaufen: Mit vier gebrochenen Rippen und einem Lungenfellriss hatte Petra Majdic im klassischen Langlauf-Sprint die olympische Bronzemedaille gewonnen. Nach dem schweren Sturz erwägt der slowenischen Skiverband eine Klage gegen die Organisatoren. Die Sturzstelle sei ungenügend abgesichert gewesen. Pikant: Der Technische Delegierte des Internationales Skiverbandes FIS war Uros Ponikvar - ein Slowene.

Wetter: „Blech“ für Petrus. Nur fünf Tage blauer Himmel waren zu wenig. Nach Cypress Mountain musste der Schnee für die Snowboarder und Ski-Crosser mit Hubschraubern gebracht werden. Nebel und Niederschläge in Whistler führten zu Absagen und Verschiebungen. Der „Ananas-Express“ brachte frühlingshafte Temperaturen aus Haiti.

dpa


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