Ich sag‘s Ihnen, es war eine miserable Nacht. So sehr hab‘ ich mich drauf g‘freut, auf die rot-weiß-roten Kombinierer, auf die Biathleten, ja, selbst auf die österreichischen Rodler hab‘ ich gesetzt, gehofft hab‘ ich für sie, mit ihnen gezittert, gebangt – und mit ihnen hab‘ ich verzweifelt. Schaun‘s, da gönn‘ ich mir einen fabelhaften TV-Festschmaus – Marillenknödel – und dann verderben mir meine Landsleut‘ den Geschmack, aber gehörig!
Gut, dass die Nordischen beim Springen abstürzen hab‘ ich ja noch irgendwie verschmerzt, schließlich sollten die Bursch‘n ja noch in die Loipe. Aber dann, na dann konnt ich nix mehr essen, mir ist‘s übel aufgestoßen, vielleicht hab‘ ich die Knödel auch zu viel gezuckert. Wurscht.
Sauzwieder war ich, also stocksauer. Darüber, dass die vormals so umjubelten Austro-Biathleten so ziemlich alles getroffen haben, außer den Scheiben. Ich mein‘, worauf haben die geballert? Auf kanadische Spatz‘n höchstens. Und dann diese Loipe, total aufgeweicht, unbefahrbar für die Leute mit den hintereren Startnummern. Da ist der Eder Simon sozusagen auf der Nudelsupp‘n dahergeschwommen, also mehr oder weniger abgesoffen. Zumindest hat‘s der Stecher Mario, der Kombinierer, lange spannend gemacht für Austria, aber Platz fünf am End‘, da war ich doch enttäuscht. Und dann auch noch die Medaillenflut der Deutschen – glauben‘s mir, das ist für einen Österreicher so, als ob man einen, der am Boden liegt, noch ordentlich in den Magen tritt.
Spät, als die Eiskunstlaufpaare mit den paillettenbesetzten Ganzkörperanzügen zu kitschig-klassischen Klängen ihre Pirouetten gedreht haben, war ich meinen Gram los. Glauben‘s mir, nach so einem verkrampften TV-Abend gibts kein besseres Schlafmittel.
Final-Held Didier Drogba verlässt den FC Chelsea. In einem Interview mit dem französischen Fachmagazin „France Football“ (Mittwoch) erklärte der 34 Jahre alte Fußball-Star, dass er die Entscheidung seinen Mitspielern am Sonntag mitgeteilt habe. mehr