Bitte lächeln: Messe-Models bei der Arbeit auf der CeBIT.
Von Sebastian Scherer
Gern verrät Miriam (20) nicht, dass sie einen Freund hat. Sie schaut verschämt zur Seite, dann: „Ja, ich hab‘ einen.“ Und, dem gefällt, was hier passiert? „Naja…“ Pause. „Er ist stolz auf mich.“ Obwohl sie den ganzen Tag mit anderen Männern für Fotos posiert? „Ach, der kommt damit klar.“
Miriam ist das, was man gemeinhin Messe-Bunny nennt. Ein hübsches Mädchen mit Stoffallergie, das – Feministinnen weggehört – durch körperliche Reize auf mehr oder minder ähnlich interessante Produkte hinweisen soll. Die gab es früher bei der CeBIT an jeder Ecke, dank Finanzkrise und Business-Ernsthaftigkeit sind Messe-Bunnys vom Aussterben bedroht. Nur selten finden sie heute noch Unterschlupf.
Miriam hats auf den Ed-Hardy-Stand in Halle 14 geschafft. Dort steht sie im knappen Bikini und mit zwei weiteren, ebenso sommerlich gekleideten Damen. Sie bringt lustig glitzernde Handy- und Laptop-Überzieher der Firma, die ursprünglich mal nur Kleidung hergestellt hat, an den Mann – und ist zugleich auch populärstes Ausstellungsstück. Vor kaum einen Stand stehen so viele Geschäftsleute, CeBIT-Touristen und Teenies, denen ihre Pubertät deutlich hinter dem panisch hervorgekramten Fotohandy anzusehen ist. Blitz-Dauerfeuer! Kann man danach wenigstens mal, wie einer im Vorbeigehen sagt, „scharfe Bräute von der Messe“ auf dem Schulhof rumzeigen.
Aus Holland wurde die 20-Jährige importiert, ihre Modellagentur hat sie ausgesucht, weil sie jung und sexy sei, wie die Marke. Nervt das nicht, stundenlang vor gierigen Männeraugen zu posieren? „Es ist merkwürdig, aber lustig. Ist halt Messe.“ Das Hotel sei gut, der Job lohne sich. „Und Ed Hardy ist ja auch eine super Marke.“ Dann hat sie auch keine Zeit mehr für Gespräche – „ich muss jetzt weiter Fotos machen“.
Kommentare
girls ich – 07.03.10
eigentlich das einzige auf der cebit, das einen nachhaltigen eindruck erzeugen konnte.