3D total: Auf der CeBIT können Besucher die dritte Dimension erleben.
Von Fabian Mast
Seit „Avatar“ klingt High Definition fast schon nach Nostalgie. Bis zur Fußball-WM im Sommer sollen dreidimensionale Fernseher in den Läden stehen. Was aber ein bisschen kühn anmutet, weil die deutschen Fernsehsender schon in Sachen HD extrem hinterherhinken – die meisten Sendungen werden ja immer noch im Uralt-Format gesendet.
Zumindest eines macht die CeBIT deutlich: An der Technik hapert es nicht. Fast alle großen Hersteller haben 3-D-Fernseher im Angebot, für die meisten muss man sich eine Brille auf die Nase setzen. Die Firma Seefront zeigt sogar einen Monitor, der auch ohne Brille plastische Bilder liefert – der Nachteil ist, dass man relativ starr vor dem Bildschirm sitzen muss, sonst verschwimmt die Optik. Den Monitor gibt es nicht im Handel, Seefront verkauft die Technologie an andere Hersteller. „Solche Bildschirme könnten dann aber zügig bei Media-Markt stehen“, sagt Sprecherin Sabine Neumann.
Könnten. Wären da nicht die Kosten. „Avatar“ hat 250 Millionen US-Dollar gekostet, keine Dimensionen für hiesige TV-Produktionen. Jede Szene muss mit zwei Kameras aufgenommen werden, um im Kopf des Betrachters nach dem aufwendigen Schnitt dreidimensional zu wirken. „Die kleinste Verschiebung der Kamera wird auf der Leinwand sichtbar und kann sogar für Übelkeit sorgen“, sagt Stephan Gick vom Fraunhofer-Institut. Dort arbeiten Forscher daran, Kosten und Aufwand für das Fernsehen der Zukunft zu reduzieren – Eindrücke davon gibt es in Halle 9, Stand B36.
US-Marktforscher gehen davon aus, dass 2015 78 Millionen Geräte pro Jahr verkauft werden – bei einer jährlichen Wachstumsrate von 80 Prozent. Noch kosten 3-D-Fernseher mehrere tausend Euro, bei dem zu erwartenden Wettbewerb dürfte der Preis aber deutlich zusammenschrumpfen. Einen Formatkrieg müssen Anwender nicht fürchten: Die Hersteller haben sich bereits auf einen 3-D-Standard für Blu-ray-Player geeinigt. Allerdings wird die alte Streitfrage Plasma oder LCD wieder aufleben: Während heutzutage die Plasma-TVs nur noch ein Nischendasein fristen, hat die Technik bei 3D wegen der besseren Reaktionszeit und Ausleuchtung unter Umständen wieder die Nase vorn.