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VOR DER SCHULE:
Die Lehrer Elhadj Diouf
(Zweiter von links) und
Tobias Rusteberg
 (Sechster von links) mit
Schülern aus dem
 Senegal in Osterode.

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(Zweiter von links) und
Tobias Rusteberg
(Sechster von links) mit
Schülern aus dem
Senegal in Osterode.

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Wir sind 96

So macht Hannover 96 im Senegal Schule

Auch das ist Hannover 96: Das Tilman-Riemenschneider-Gymnasium in Osterode unterstützt in einem Partnerschaftsprojekt Jugendliche in Afrika.

Hannover. Sonntag, 22. April 2012: Hannover 96 spielt zu Hause gegen den SC Freiburg. „Ein relativ lebloses 0:0“, erinnert sich Tobias Rusteberg. Für den Lehrer vom Tilman-Riemenschneider-Gymnasium (TRG) in Osterode am Harz war es trotzdem ein besonderes Spiel - das erste, nachdem sein Gymnasium Hannover-96-Partnerschule geworden war.

„96 macht Schule“ nennt der Verein das Projekt. Inzwischen sind 118 Schulen mit 72 000 Schülern dabei. Sie bekommen vergünstigte Eintrittskarten, Stadionführungen und Kontakte zu Organisationen aus Bereichen wie Sucht- und Gewaltprävention.

„Das Programm ist toll, weil es etwas anderes ist als Schule“, lobt Rusteberg. Er „lernt die Schüler anders kennen“ als im Klassenraum. Außerdem ermögliche es Schülern, „die wenig Geld haben, Stadionbesuche“.

Doch der Status als Partnerschule ist für das TRG viel mehr - nämlich eine wichtige Säule in einem karitativen Projekt. „Wir haben zwei Partnerschulen im Senegal“, erzählt der 31-Jährige. Die Bildungseinrichtungen befinden sich in Kaolack im Westen des afrikanischen Staats. „Aus einem Briefprojekt ist eine dreijährige Freundschaft entstanden“, sagt der Lehrer für Deutsch und Französisch.

Und hier kommt der Verein wieder ins Spiel: „Wir fahren zu 96 und tun Gutes.“ Auf den Fußballreisen verkaufen die Schüler Würstchen und Getränke für den guten Zweck: „Davon spenden wir immer eine gewisse Summe an unsere Partnerschulen.“ Die geben sie aus - für Unterrichtsmaterial, Schulgeld oder -uniformen. Dadurch sei „der Stadionbesuch humanitär“, sagt Rusteberg: „Es geht nicht nur darum, die Tickets zu haben und ins Stadion zu fahren.“ Für den Pädagogen ist das Stadion ein „außerschulischer Lernort“, an dem die Schüler mehr tun können, „als die Vereinshymne zu singen“. Nicht nur Lehrer und Schüler sind engagiert. „Wir verstehen Partnerschaft als etwas Gegenseitiges“, sagt Rusteberg. Auch der Verein beteiligt sich, er spendete zum Beispiel T-Shirts mit dem Motto „96 macht Schule“. Die schickte das Tilman-Riemenschneider-Gymnasium direkt in den Senegal. Pädagoge Rusteberg freut sich über die Zusammenarbeit: „96 ist mit ins Projekt eingekoppelt.“

Rustebergs Lehrerkollege aus dem Senegal heißt übrigens mit Nachnamen genauso wie ein (inzwischen ehemaliger) 96-Star. Diouf nämlich. Klar, dass die beiden Lehrer mal auf der Mehrkampfanlage vorbeischauten und gleich mit dem Stürmer ins Gespräch kamen: „Wir haben Mame Diouf beim Training getroffen. Er ist begeistert von dem Projekt.“ Diouf besuchte sogar die Schule, als er verletzt pausieren musste. Und Rusteberg verpflichtete ihn gleich für einen Film, den die Schüler drehten. „Fußballer(alb)träume“ heißt der und zeigt an persönlichen Schicksalen, „wie man es als Fußballer in Europa schafft und wie nicht“. Anlass des Films: das Leben der Flüchtlinge auf Lampedusa.

Der nächste Besuch im Senegal ist bereits geplant - Rusteberg und einige Schüler fahren im Mai nach Afrika. All das kostet Zeit. „Das mache ich neben meinem Lehrerdasein. Es ist eine Herzensangelegenheit“, sagt Rusteberg. Und trotz der großen Unterstützung von 96 kostet es auch Geld: „Manchmal ist es schwer, für die Aktionen Förderer zu finden.“

Dabei bringt das Projekt nicht nur den Senegalesen etwas. „Die Erlebnisse und Erfahrungen stärken unserer Schüler“, sagt Schulleiterin Karin Thiele.

Und natürlich geht es dem TRG auch um Spaß am Fußball. Bei den mindestens zwei Fahrten ins Stadion pro Saison „ist vom Jungen aus der fünften Klasse bis zur Abiturientin alles dabei“, sagt Rusteberg: „Das ist eine coole Stimmung.“ Dabei darf jeder mitfahren, auch Nicht-96er. Trotzdem fragen ihn manche Eltern: Wieso Hannover 96? „Ich antworte dann: Wieso nicht?“


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