Navigation:
Minifan: Emma ist seit ihrer Geburt 96-Mitglied und macht viele Kurse mit, die der Verein für Kinder anbietet.

Minifan: Emma ist seit ihrer Geburt 96-Mitglied und macht viele Kurse mit, die der Verein für Kinder anbietet.© Florian Petrow

|
Wir sind 96

Neuzugang im 96-Kreißsaal

Wer im 96-Kreißsaal im Friederikenstift zur Welt kommt, ist Mitglied per Geburt. Emma war eine der Ersten. Die NP hat sie besucht.

Hannover. Die Nummer 4 bei 96 hat keine Lust aufs Foto. Also Bestechung. „Du darfst im Trikot nach Hause fahren“, sagt die Mama. Es wirkt für einige Sekunden. Emma, sichtlich erschöpft vom Sportprogramm, lacht, der Fotograf drückt den Auslöser. Erleichterung.

Die müde Emma hat schon eine Stunde in der Turnhalle in Mittelfeld hinter sich, ihr Trikot mit der Nummer 4 ist verschwitzt, sie hat getobt, gespielt, gelacht. So gesehen ist eine Junior-Mitgliedschaft von 96 für die Eltern vor allem eines: praktisch. Weil der Verein beinahe über die ganze Stadt verteilt ein buntes Programm für die Jüngsten anbietet. Für Antje Rückriem (40) aus der Oststadt war es aber eher eine Herzensangelegenheit, als sie sich vor fünf Jahren dafür entschied, dass Emma das 96-Gen bekommen soll. Durch die Geburt im Friederikenstift. Im 96-Kreißsaal.

Emma war eines der ersten Kinder, die in diesem Raum auf die Welt kamen: 24 Quadratmeter groß, viel Schwarz-Weiß-Grün, hat ein bisschen was von einem Fanshop. Denkt man da unter Wehen eigentlich auch an 96 („Jedes Jahr ein Kind ...“)? „Nein. Mach, dass es vorbei ist, habe ich gedacht“, erinnert sich Antje Rückriem. Eine ganz normale Geburt also, mit einem aufgeregten Papa am Spielfeldrand. Und schließlich mit dem jüngsten 96-Mitglied, weil jedes Neugeborene ein Gratisjahr bei 96 (und einen Strampler) angeboten bekommt.

Hebammen hatten die Idee zu diesem Kreißsaal gehabt, nachdem sich unter Eltern ein regelrechter Wettbewerb entwickelt hatte, wer das Antragsformular als Erstes zum Verein faxt. „Das waren gute Voraussetzungen für eine gelungene Kooperation!“, erklärt Chefarzt Professor Ralf Schild.

Man muss ehrlich sein: Das Ganze ist ein Spaß vor allem für die Eltern, die sich natürlich darüber freuen, wenn der Nachwuchs die gleiche Leidenschaft entwickelt. Umgekehrt ist es vielleicht auch eine Art Vorbeugung, damit das Kind nicht doch irgendwann schwach wird und ein Schweinsteiger-Trikot haben will. „Wir drängen sie nicht“, sagt Mama Antje, die in der Aufstiegssaison 2002 job-bedingt von Hamburg nach Hannover zog - und seitdem großer 96-Fan ist.

Rund 250 Kinder sind im Friederikenstift schon 96-Mitglied geworden, und auch Spielerfrauen haben hier schon bange Stunden unter Wehen verlebt - nicht zuletzt, weil über Unfallchirurg Axel Partenheimer als 96-Mannschaftsarzt eine enge Bindung zwischen Verein und Krankenhaus besteht. Auch bei Emma stehen die Chancen auf eine enge Bindung gut: Immerhin nennt die Fünfjährige als Lieblingsspieler verdiente (Ex-)Helden: Pinto und Abdellaoue. Nicht mehr lange und sie darf auch ins Stadion, schon jetzt guckt sie im Fernsehen viele Spiele. Aktuell gefällt ihr an 96 am meisten: „Fressball.“ Ein Aufwärmspiel vor der rhythmischen Sportgymnastik. Und eine Erinnerung daran, dass der Verein so viel mehr ist als bloß Fußball.


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Vergleiche alle Wettquoten für Spiele von Hannover 96 bei SmartBets.

NP-Sportstiftung

Wir helfen dem Sport, helfen Sie mit! Seit ihrer Gründung bei der NP-Sportgala im Januar 2007 unterstützt und fördert die Sportstiftung der Neuen Presse den Amateur- und Breitensport in der Region Hannover.