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Wir sind 96

Hannovers Soccer-König

Er tut ja nun wirklich alles, damit in Hannover weiter erstklassig Fußball gespielt werden kann. Ex-96-Profi Frank Hartmann ist der Soccer-König der Stadt. Das war der Chef des Soccer-Parks in Wülfel schon vorher - aber jetzt erst recht. Hartmann hat nun auch den Soccer-Park Langenhagen am Engelbosteler Stadtweg übernommen - ein neuer prominenter Partner ist dazugekommen: Marco Stichnoth, Geschäftsführer und Manager des Eishockey-Oberligisten Hannover Scorpions.

Hannover. Auf fünf Indoor-Plätzen (30 mal 15 Meter) und einem großen Außenplatz (100 mal 60 Meter) soll ab dem 1. September gekickt werden. Dazu gibts Kegel- und Bowlingbahnen und einen Restaurantbetrieb. Boss Hartmann und seine Mitgesellschafter sind in Langenhagen Mieter, sie stecken rund 400 000 Euro in die Modernisierung der Halle. Es wird alles ähnlich wie in Wülfel, dort läuft der Betrieb schon im 13. Jahr. „Eine Erfolgsgeschichte“, weiß nicht nur Hartmann. Etwa 3000 Spieler kicken dort in der Wintersaison pro Woche auf zehn Plätzen, die auch von vielen Vereinen aus dem Umkreis genutzt werden: Hannover 96, TSV Kirchrode, Germania Grasdorf, SpVg Laatzen ...

In Langenhagen ist das Einzugsgebiet ebenfalls riesig. Der TSV Havelse, Wacker Osterwald, Werder Hannover oder Kleeblatt Stöcken werden auf den neuen Kunstrasenplätzen ihren Spaß haben.

Hartmann könnte sich über sein neuestes Projekt noch mehr freuen, wenn Hannover auch im September noch Erstligastadt wäre. Aber der ehemalige Stürmerstar (von 1985 bis ’86 spielte er auch bei Bayern und wurde Meister und Pokalsieger) sorgt sich um das aktuelle 96-Team: „Meiner Meinung nach hat man zu spät reagiert, hätte den Trainer früher wechseln müssen.“ Zur Halbserie „vom Europapokal zu träumen“, sei zudem „ein falsches Signal“ gewesen. Mut macht dem 54-Jährigen die zweite Halbzeit zuletzt beim 2:2 in Wolfsburg: „Da war vor allem Salif Sané bärenstark. Mit dem musst du sofort den Vertrag verlängern. Wie konnte man so einen Spieler so lange in die Reservemannschaft abschieben? Das war grob fahrlässig.“

Hartmann ist mit 96 nie ab-, aber dafür zweimal aufgestiegen: 1985 mit Werner Biskups „Krökelriege“, wie Hannovers Soccer-König heute sagt: „Keiner wusste, wie wir das mit dieser Mannschaft geschafft haben.“ Der damals 24-Jährige schoss im letzten Saisonspiel gegen Hertha das entscheidende 2:0. Nach dem Sofort-Ab- stieg (Hartmann wechselte mal kurz nach München) folgte 1987 der Wiederaufstieg „mit der Supertruppe um Peter Hobday“.

Dass damals und heute nicht vergleichbar sind, weiß auch Hartmann - und erzählt dazu diese Geschichte: So habe zu seiner 96-Zeit der damalige Ligaobmann Willi Zorrmann vor einem Spiel in Berlin als Mittagessen für die Profis Schweinshaxe bestellt: „Als wir gesagt haben: ,Willi, wir spielen doch heute gegen Hertha‘, hat er geantwortet: ,Ja, aber doch erst in drei Stunden.‘“ Heutzutage mit dem Ernährungsplan unvereinbar.

Immer noch sind Frank Hartmann und Hannovers Helden von früher (Roman Wojcicki, Bastian Hellberg, Jörg Kretzschmar, Martin Giesel, Michael Gue, Mathias Kuhlmey) für aktuelle 96-Erfolge zu- ständig - als Meister und Pokalsieger bei der Ü 50. Hartmann hofft und bangt wie alle 96-Fans, dass die aktuellen Bundesliga-Profis in den entscheiden letzten drei Saisonspielen nicht alt aussehen: „Bremen, Augsburg, Freiburg - alles machbare Gegner.“ Auf dass Hannover eine erstklassige Fußball-Adresse bleibt.


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