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Peter Schütz ist durch und durch 96-Fan.© Petrow

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Wir sind 96

Hannover 96: Eine Wissenschaft für sich

Für einen Bundesliga-Verein ist das Marketing ein wichtiger Teil des Alltags. Marketingprofessor Peter Schütz hilft mit seinen Studenten regelmäßig dabei, die Fannähe zu optimieren. Praktisch: Schütz ist selbst großer 96-Fan.

Hannover. Fußball-Liebe: Die Lust und das Leiden eines 96-Fans kennt auch Peter Schütz bestens.

Dezember 2009, die „Roten“ spielen zu Hause gegen den VfL Bochum. Bei Temperaturen, bei denen das Bier in den Bechern gefriert. Zwischenzeitlich führt 96 mit 2:0, nach 90 Minuten jubelt nur der Gast - Bochum gewinnt nach furioser Aufholjagd 3:2. „Da geht man dann raus aus dem Stadion, stocksteif gefroren, schaut seine Freunde an und fragt sich: Warum tust du dir das an? Wir wussten natürlich die Antwort: Das gehört dazu. Das macht das Fansein aus, dass man leidensfähig sein muss.“

Peter Schütz, heute 54 Jahre alt, seit 2005 Wirtschaftsprofessor an der Hochschule Hannover (HsH) mit Schwerpunkt Marketing, kennt 96 aber auch aus einer anderen Perspektive. Seit 2008 kooperiert er mit den „Roten“ auf Marketingebene, hat mit seinen Studenten bis heute in 13 Semestern 13 Projekte ausgearbeitet. Etwa zum verbesserten Catering-Service im Stadion für Kinder, zu Angeboten für bestimmte Zielgruppen, zu Ideen zur Verbesserung der 96-Webseite und der Kommunikation über die sozialen Medien. Was davon umgesetzt werde, entscheide allein 96. „Wir haben nur das Ohr am Markt und am Fan. Wir sind ein bisschen auch die Nase von 96“, sagt Peter Schütz. Aber: Im Laufe der Jahre sei aus der eher zweckgebundenen Zusammenarbeit - hier die notwendige Praxisarbeit der Studenten, dort die kostenlose Marketinghilfe für einen Bundesligisten - große gegenseitige Sympathie geworden: „Da gibt es gewachsene Vertrauensbeziehungen, etwa zu Marketing-und-Stadionchef Thorsten Meier.“

Was dem Professor und seinen Studenten besonders gefällt: „Es gibt niemanden, der einen dicken Max macht bei 96. Da arbeiten professionell denkende Menschen.“ Das gelte auch in der aktuell sportlich angespannten Situation: „Wichtige strategische Dinge werden nicht ausgeblendet. Ich nehme eine gewisse Anspannung wahr, aber keine Hektik.“

Seit 22 Jahren lebt Peter Schütz in Hannover, und seine Fußball-Liebe zu den „Roten“ brauchte anfangs etwas Anlauf. Denn in Bonn geboren und aufgewachsen, war Peter Schütz erst mal Anhänger von Borussia Mönchengladbach. Mit dem Mofa sei er als Jugendlicher von Bonn aus zum Bökelberg gefahren, um „Jupp Heynckes mit seinem hochroten Kopf spielen zu sehen“. Von dieser ersten Fan-Liebe ist heute allenfalls ein Flämmchen übrig, betont Schütz: Irgendwann sei die Anhängerschaft zu Gunsten der „Roten“ gekippt: „Heute freue ich mich über ein 3:0 von Gladbach über 96 überhaupt nicht mehr.“

Hannover 96 aktuell mit Abstiegssorgen: Entgegen der in der Öffentlichkeit allgemein verbreiteten Meinung, in der Arena herrsche Null-Bock-Stimmung, spüre er mit seinen Studenten bei den Marketing-Befragungen zu den Spielen nach wie vor eine „positive Grundstimmung der Fans“. Der Marketingprofessor Peter Schütz sagt: „Wir stellen keine Blockadehaltung fest, die Stadionbesucher stehen hinter ihrem Verein.“ Der Fan Peter Schütz drückt es so aus: „96, das ist eben ein Gefühl.“ Oder Fußball-Liebe.


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