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SEIN REVIER: Rainer Knorr im Biergartender Nordkurve gegenüber der HDI-Arena.

SEIN REVIER: Rainer Knorr im Biergarten der Nordkurve gegenüber der HDI-Arena.© Joachim Sielski

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Wir sind 96

Der 96-Kumpel mit der Kappe

Nicht nur die Spieler mögen ihn: Multitalent Rainer Knorr ist die gute Seele der Kneipe Nordkurve und kennt die halbe Stadt.

Hannover. Die Kappe nimmt er nie ab. Außer natürlich, wenn er abends in sein Bett geht. Und zum Duschen. In Hannover ist sie zu seinem Markenzeichen geworden. Rainer Knorr (50), Hannovers Mann mit der Kappe. Blaue Augen, verschmitztes Lächeln, stets einen Spruch auf den Lippen. Bei 96 ohne aktive Vereinsfunktion, aber stets gut informiert und omnipräsent. Er kennt sie alle – und sie ihn. Vom Administrativen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (Jens Rehhagel) bis zum Zeugwart (Benjamin Hauptmann). Und natürlich die Profis.

Mit Kapitän Lars Stindl gabs schon einige heiße Duelle an der Playstation. Mit den Ex-Stars wie Altin Lala, Jiri Stajner und Szablocs Huszti „den einen oder anderen schönen Abend“, wie der 50-Jährige es süffisant umschreibt. Echte Freundschaften sind da gewachsen, zu den Fußballern findet der kumpelige Knorr immer den richtigen Draht. Und sammelt nebenbei deren Trikots. Auszüge seiner beeindruckenden Sammlung hängen an seinem Arbeitsplatz in der Nordkurve. „Der Rest ist in Koffern und Taschen zu Hause verstaut.“

Zu den Lieblingsstücken zählt das rot-schwarze „Nashua“-Shirt vom Pokalsieg 1992. „Mit dem Rumpel-Sonderzug gings nach Berlin, tags darauf auf den Trammplatz.“ Eine berauschende Feier – in mehrfacher Hinsicht. Denn das für ihn bisher „beste 96-Wochenende“ brachte für Knorr neben ein paar Bieren auch die endgültige Erkenntnis, „dass Fußball halt die schönste Sache der Welt ist“. Die aber in bestimmten Momenten ganz schnell nebensächlich werden kann. Wie am 15. November 2009. An diesem Tag ist Knorr das einzige Mal kappenfrei in der Arena gewesen.

Bei der Trauerfeier für Robert Enke. Knorrs schwerster 96-Moment. „Ein ganz feiner Kerl“, erinnert er sich an Enke. Auch dessen Torwart-Trikots hängen natürlich unter dem Dach der Nordkurve. In leuchtenden Farben, mit Original-Unterschriften. Das große Enke-Portrait ziert ein schwarzes Trauerband. „Robert bleibt unvergessen“, sagt Knorr.

Wie sein erstes Niedersachsenstadion-Erlebnis. Als Kind nahm Papa Walter, damals beim Hannoverschen Radsport-Club (HRC) am Weddigenufer ehrenamtlich engagiert, den kleinen Rainer mit – zu einem Leichtathletik-Festival. „Da habe ich gleich gemerkt, dass diese Sportart nichts für mich ist. So Stabhochsprung und so, das ist nicht meine Welt.“ Rainer Knorr fuhr lieber Radrennen. Die große Leidenschaft aber wurde der Fußball – und Hannover 96. Über seine vielfältigen Kontakte organisiert der Marketing-Fachmann inzwischen auch Benefizspiele für die Per-Mertesacker-Stiftung.

Überhaupt, der Arsenal-Star und Knorr haben eine langjährige Verbundenheit, vergangenes Wochenende erst hat er Mertesacker in London besucht. Und zum FA-Cup-Finale am 30. Mai gegen Aston Villa ist der 50-Jährige wieder in London. „Dem Langen die Daumen drücken.“ Bis dahin sollte dann ja das Gröbste bei 96 ausgestanden sein. „Der neue Trainer verbreitet extrem gute Laune“, hat Knorr beim Training unter Michael Frontzeck beobachtet. „Mit seiner Erfahrung von mehr als 400 Bundesligaspielen ist er genau der Richtige in dieser Situation. Ein guter Typ.“

Der Fan ist überzeugt: „Er wird 96 retten.“ Knorr lebt für Fußball, liebt 96. „In guten wie in schlechten Zeiten.“ Diese Ehe hält seit mehr als 40 Jahren. Davor kann man den Hut ziehen. Oder eben die Kappe.


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