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DIE DREI VOM FANPROJEKT: Tanja Behrends, Manuel Schröder und Michael Anolke (von links) sind Sozialarbeiter im Umfeld von 96.  Foto: Petrow

DIE DREI VOM FANPROJEKT: Tanja Behrends, Manuel Schröder und Michael Anolke (von links) sind Sozialarbeiter im Umfeld von 96. Foto: Petrow© Florian Petrow

Fanprojekt

Abstiegskampf statt Liebeskummer

Wie die Sozialarbeiter des Fanprojekts Hannover die 96-Krise erleben.

Hannover. Tanja Behrends, Michael Anolke und Manuel Schröder sind Fans von Hannover 96 und bei nahezu jedem Spiel im Stadion. Doch oft bekommen sie recht wenig vom Geschehen auf dem Rasen mit. „Die Menschen sind uns wichtiger als das Spiel“, sagt Anolke. Die drei sind aus beruflichen Gründen bei den Partien. Sie arbeiten für das Fanprojekt Hannover und kümmern sich um Jugendliche und junge Erwachsene, die häufig zur aktiven Fanszene und den Ultras gehören.

„Das sind die leidenschaftlichsten Fans, die man sich vorstellen kann“, erklärt Schröder, „natürlich hat sich da die sportliche Entwicklung bei 96 in den vergangenen Wochen bemerkbar gemacht.“ Die Gesprächsthemen zwischen den Fans und den So- zialarbeitern haben sich verändert. „Wir sind bei allen Anliegen da: Liebeskummer, finanzielle Probleme, Sucht“, schildert Anolke. „Aber zuletzt haben wir sehr viel über Fußball gesprochen. Die Stimmung ist gedrückter, nicht so euphorisch. Alles ist ein bisschen angespannter.“ Alle fiebern mit - bei der ungewissen Zukunft des Vereins. „Da werden die Reaktionen emotionaler. So-wohl bei positiven Ereignissen als auch bei negativen“, sagt Behrends, die das Team des Projekts als „Fanversteher“ bezeichnet. Sie und ihre beiden Kollegen arbeiten vor allem in der Prävention. Mit Aktionen wie Fußballturnieren, Anti-Rassismus-Veranstaltungen und Gesprächsrunden sollen Jugendliche, die sich in der Fußball-Kultur versammelt haben, von der schiefen Bahn ferngehalten werden. „Die Spieltage dienen dabei als Magnet. Man kommt ins Gespräch und bietet unsere Angebote unter der Woche an“, erklärt Anolke. Für diese Arbeit sei es egal, in welcher Liga 96 in der nächsten Saison spielt. „Das sind Fans durch und durch. Die würden auch in der zweiten Liga kommen. Eine relevante Fanszene hätte Hannover auch nach einem Abstieg noch“, sagt Behrends. Auch auf die Finanzierung hat die Ligazugehörigkeit keinen Einfluss.

Egal ist dem Trio der Ausgang des Abstiegskampfs in den nächsten Wochen aber auf keinen Fall. „Keiner verliert gern. Wir drücken 96 genauso die Daumen für den Klassenerhalt wie alle Fans auch“, sagt Schröder.


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