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Auch beim Spiel in Wolfsburg gabs für die 96-Fans Björn Brocher, Karl Zedler, Lars Peters und Bernd Kreft (von links) viel zu diskutieren.

Auch beim Spiel in Wolfsburg gabs für die 96-Fans Björn Brocher, Karl Zedler, Lars Peters und Bernd Kreft (von links) viel zu diskutieren.© Behrens

Wir sind 96

96 in der Kneipe: Immer wieder samstags

Es geht um Pils und Punkte: Wie ein 96-Stammtisch in Hemmingen jubelt und leidet.

Hemmingen. Sonnabend, 15 Uhr, langsam füllt sich das Klubheim des SC Hemmingen-Westerfeld. Tisch sechs und sieben im Saal sind für die Männergruppe um Achim Gohlisch (74) reserviert. Die Männer schauen seit vielen Jahren gemeinsam die Spiele von 96 - seit drei Jahren im Klubheim von Doris Sprenger.

Das Erkennungszeichen der Männergruppe, ein roter Wimpel mit der Aufschrift „Das rote Wunder“ und 96-Logo, steht schon auf dem Tisch bereit. Warum sich ein Fan wie er das Spiel nicht lieber im Stadion anschaut? Werner Manthei (67): „Da gibt es keine Zeitlupe. Auf der Leinwand sieht man im Zweifelsfall viel besser, ob der Ball auch wirklich im Abseits ist. Außerdem ist die Atmosphäre hier einfach immer gut.“

Im Klubheim hat jeder seinen festen Platz. Das gilt auch für den Nachwuchs. Philipp (12) und Kjell Brocher (10) schauen sich das Spiel mit ihrem Vater Björn Brocher (47) und Opa Klaus Bock (75) an. Bevor das Spiel beginnt, werfen die Männer noch mal einen Blick auf die aktuelle Tabelle und die Aufstellung. Achim Gohlisch schneidet sie dafür aus der NP aus. Die wichtigsten Plätze markiert er farbig. Wenige Minuten später gibt es nur noch eine Blickrichtung: auf die Leinwand.

„Los, komm jetzt. Rein das Ding!“ Mit seiner lauten Forderung spricht Bernd Kreft (53) nach den ersten Minuten das aus, was wohl auch alle anderen im Klubheim denken. In der 23. Minute das erste Tor - für Wolfsburg. „Das hätte er halten müssen“, sagen die einen. „Der war nicht zu halten“, meint ein anderer Teil der Tischgruppe. Kurz vor der Halbzeitpause das zweite Tor für Wolfsburg. Enttäuschung. „Wenn wir schon nicht gewinnen, dann trinken wir wenigstens ordentlich einen“, meint Manthei und bestellt das nächste Bier. Dafür, dass die Gläser nie zu lange leer bleiben, sorgen Andrea Heder und Anja Fabig.

Während der Pause nutzen die Männer die Chance, sich über die erste Halbzeit auszutauschen. Gohlisch und Bock setzen vor allem auf Ko-Trainer Steven Cherundolo. „Er hat eine wichtige Rolle, kann die Mannschaft mitreißen“, sind sie sich einig. „Wir haben noch Chancen“, meint Klaus Bock. Er behält recht.

Als kurz nach der Halbzeitpause das erste Tor für 96 fällt, kennen die Männer kein Halten mehr. Sie springen von ihren Plätzen auf, klatschen, jubeln, fallen sich in die Arme. Noch ausgelassener freuen sie sich beim Ausgleichstor. Doch es bleibt spannend.

Kurz vor dem Abpfiff sorgt Wirtin Doris Sprenger noch mal für Stimmung. „Wenn sie noch ein Tor schießen, spendiere ich eine Runde Wil- liamsbirne“, verspricht sie am Tisch der Männergruppe. Der Willi bleibt heute in der Flasche. Daran ändert auch die letzte Chance in der Nachspielzeit nichts. Die Männer sind mit dem 2:2 trotzdem sehr zufrieden. „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie eine Mannschaft ist“, sagt Eddi Schröder (72). „Das gibt Schwung für die nächsten Spiele“, so Gohlisch. Und dass die Spieler den gut gebrauchen können, darüber sind sich alle einig.

Egal, wie die Saison für ihren Verein endet, die Männergruppe wird die Rückrunde mit einem gemeinsamen Grillfest auf dem Grundstück des Wochenendhauses von Werner Manthei in der Döhrener Masch beschließen. Das hat Tradition - so wie die Fußballnachmittage im Klubheim.


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