Navigation:

Paul Breitner und Dieter Schatzschneider beim "Anstoß" in der Nordkurve.© Dröse

Anstoß

Ya Konan zu Bayern? Breitner findets "Schwachsinn"

Wenn der Weltmeister von 1974 spricht, hört Hannover zu. Paul Breitner plauderte beim 96-Talk Anstoß in der „Nordkurve“ über seine Bayern und die tolle Entwicklung bei Hannover 96: „Hier arbeiten Leute, die Ahnung haben.“ Gemeint war 96-Sportchef Jörg Schmadtke, der 200 Gäste in der „Nordkurve“ vor dem Bayern-Spiel beruhigte: Er tippt 3:1 für 96.

Von Tim Burchardt

Hätten Sie es gewusst? Hannover war Anfang der 70er Jahre quasi Geburtshelfer für die große Karriere von Paul Breitner. Während seiner Bundeswehrzeit konnte der Bayer kaum trainieren und wurde sogar wegen elftägiger Fahnenflucht in der Kaserne festgehalten. Bis zum 19. März 1971 jedenfalls.

„Udo Lattek brauchte mich, weil ihm die Spieler ausgingen“, erzählt der 60-Jährige gestern in feinstem Bajuwaren-Dialekt beim 96-Talk in der „Nordkurve“. Ein Anruf, ein später Flug nach Hannover, und nach einem Zimmergespräch mit Lattek war alles klar. „Bis dahin habe ich nur offensiv gespielt. Als Udo sagte, er bräuchte einen Verteidiger, habe ich zugesagt. Egal, ob rechts oder links.“ Zweifel daran, „wie das als Verteidiger geht“, waren am nächsten Tag verflogen.

Weil er gegen 96-Stürmer Rudolf Nafziger beim 2:2 „sensationell“ spielte, folgte vier Monate später sein erstes von 48 Länderspielen – als linker Verteidiger. Der 96-Höhenflug kommt für Breitner, der das Spiel der Bayern in Hannover morgen „lieber am Fernseher“ verfolgt, allerdings wenig überraschend: „Die Leute mit Profilneurosen sind hier weg, der Verein geht einen seriösen Weg.“

Mit einem Trainer, „mit dem ich mich privat gut verstehe. Alles andere zu beurteilen, steht mir nicht zu“, sagt Breitner, für den feststeht: „96 kann nur deshalb Erfolg haben, weil Slomka zur Mannschaft passt und sie zu ihm.“ Gleichwohl wird es morgen nichts mit was Zählbarem für 96 – glaubt Breitner: „Das Ergebnis ist mir wurscht, Hauptsache, wir gewinnen. Kurzum: Ihr werdet keine Chance haben.“ Der Udo Lattek des 96-Talks, Ex-Stürmer Dieter Schatzschneider, legt sich hingegen genau fest: „Wir sind eine spielstarke Mannschaft. 1:0 durch Pander, 2:1 durch Ya Konan.“

Apropos Ya Konan: Stand da nicht in Münchner Zeitungen was vom angeblichen Interesse der Bayern? „Wer hat diesen Schwachsinn denn erzählt“, grantelt der Bayer, „wir sind bestens besetzt, warum sollen wir uns deshalb mit Ya Konan beschäftigen?“ Der eine Stürmer bleibt in Hannover, aber warum ging Schatzschneider nie zu den Bayern? „Ich hatte zehn Angebote aus der Bundesliga. Und der HSV war das Nonplusultra. Das war aber keine so brillante Idee“, sagte „Schatz“ ungewohnt kleinlaut. Schmadtke kann also weiter mit Ya Konan planen und geht sowieso davon aus, „dass Didier bald wieder treffen wird. Zurzeit arbeitet er viel für die Mannschaft.“ So wie am Donnerstag in der Euro League gegen Kopenhagen.

Was Breitner nicht entgangen sein dürfte: „Ganz ehrlich?“, antwortet er. Ja, bitte: „Ich habe nichts mitbekommen. Und mir erst vor drei Stunden den Videotext reingezogen.“ Stichwort Treffer: Soll der Videobeweis spätestens nach dem doppelten 96-Torklau nun kommen oder nicht? „Vor allem sollten die Regeln geändert werden. Passives, aktives Abseits. So ein Quatsch“, regt sich Schatzschneider auf. Und der Videobeweis? „Wenn es hilft, die Fehler zu minimieren. Von mir aus.“ Deutlicher wurde NP-Redakteur Dirk Tietenberg: „Passives Abseits finde ich gut. Aber der Videobeweis ist auch gut.“ Schmadtke fürchtet um die Emotionen, mit TV-Beweis würde die „die Seele des Spiels verändert werden“.


Vergleiche alle Wettquoten für Spiele von Hannover 96 bei SmartBets.