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Beim "Anstoß" (v. links): Dieter Schatzschneider, Alex Jacob, Christoph Dannowski, Uli Stein, Andreas Willeke.© Becker

Anstoss

Torwart-Legende Stein beim NP-Talk

NP-Anstoß in der Nordkurve: Am Montagabend war Torwart-Legende Uli Stein zu Gast. Mit dabei: 150 Zuschauer und 96-Sprecher Alex Jacob.

Hannover. Keine Niederlage in den ersten neun Pflichtspielen dieser Saison, dann diese drei schmerzhaften Schüsse vor den Bug in Hoffenheim – war die Zeit einfach mal reif für einen Dämpfer für die 96-Höhenflieger?
„Man hat gemerkt, dass im zehnten Spiel die geistige Frische gefehlt hat“, analysierte Torwartlegende Uli Stein gestern Abend beim NP-Talk. Nach vorne ging kaum was bei 96 – das muss morgen gegen Nürnberg unbedingt besser werden.
Deshalb wurde die wichtigste Nachricht des Abends von Alex Jacob, 96-Pressechef und neben Stein Podiumsgast, beim Anstoß-Publikum umso begeisterter aufgenommen.

Gegen Nürnberg spielt Mame Diouf „vielleicht mit“, verkündete Jacob. Heute werde Trainer Mirko Slomka „festlegen, ob Mame im Kader steht“. 96 sei „heilfroh, dass Mame zurück ist. Er hat sich durch ein irrsinniges Reha-Programm durchgebissen – und zwar mit einem Optimismus, den dieser gute Typ im Herzen trägt.“ Wie sehr die 96-Fans den Stürmer, der sich im April schwer am Fuß verletzt hatte, schon in ihr Herz geschlossen haben, bewies der Applaus für die mögliche Diouf-Rückkehr auf
den Platz.

Alle freuen sich auf Dioufs Comeback – und es wäre genau der richtige Zeitpunkt, denn 96 fehlte zuletzt die Stürmer-Power. Artur Sobiech sei „im Moment ganz klar die Nummer eins im Sturm, die anderen müssen jetzt mal zeigen, dass sie das auch sein wollen“, sagte 96-Legende Dieter Schatzschneider. Er sorgt sich sehr, dass ausgerechnet Sobiech wegen seiner Knieverletzung auszufallen droht.

Den Beweis für Moa Abdellaoues Torgefährlichkeit erbrachte an dieser Stelle Jacob – er präsentierte Publikum und Podiumsgästen die Medaille fürs Tor des Monats, die Abdellaoue jüngst für seinen grandiosen Hackentreffer gegen Manchester United erhalten hatte.
Insgesamt müsse 96 nicht in der Offensive noch besser werden, sondern defensiv, meinte Stein. „Hannover spielt nach vorne einen wunderschönen Fußball, aber um international langfristig bestehen zu können, musst du defensiv gut stehen“, sagte Stein, der 1986 den damaligen DFB-Teamchef Franz Beckenbauer als Suppenkasper bezeichnet hatte, was ihn seine Karriere in der Nationalelf kostete.

„Rotation in der Defensive ist mit Sicherheit kein Erfolgsrezept“, sagte Stein, „das blinde Verständnis muss einfach da sein.“ Da kam das Thema 96-Innenverteidigung ins Spiel – NP-Redakteur Andreas Willeke hätte Felipe gegen Hoffenheim draußen gelassen, Schatzschneider meinte: „Ich kann die Probleme nicht wegwischen, aber er muss halt spielen.“ Abstimmungsschwierigkeiten hin oder her.

Sprachprobleme gebe es beim Brasilianer jedenfalls nicht, versicherte Jacob: „Er beherrscht schon die deutschen Fußballbegriffe, die einfach nötig sind. Wir müssen nicht so tun, als käme da ein Außerirdischer“ in den 96-Kosmos.
Ex-Nationaltorwart Stein, bei dem nach dem NP-Talk noch ein Familienbesuch beim Lady-Gaga-Konzert in der TUI-Arena auf dem Plan stand, traut 96 gegen Nürnberg ebenso wie Willeke ein 3:1 zu, für die Hamburg-Partie am Sonnabend wählte er ein diplomatisches Ergebnis – 2:2. Schließlich ist Stein ein HSV-Urgestein. Den größten Applaus für seinen Tipp erhielt aber Jacob: 1:0 in Hamburg, Torschütze Diouf.

Toni Lieto