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Expertenteam (von links): Dieter Schatzschneider, Mirko Slomka, Christoph Dannowski, Christian Stoll und Andreas Willeke.© Petrow

Sendung vom 26. September

Slomka: Heute noch beim "Anstoß", morgen schon in Poltawa

Das Abenteuer Poltawa beginnt. Morgen fliegt 96 in die Ukraine, am Sonntag kommt Werder nach Hannover. 150 Gäste in der „Nordkurve“, Hannovers Fan-Kneipe Nummer eins, verfolgten gespannt „Anstoß live – der 96-Talk“.

Hannover. Es kann nichts schiefgehen in der Euro-League in Poltawa. Zumindest dann nicht, wenn 96 so souverän auftritt wie Trainer Mirko Slomka gestern Abend. „Wir wissen schon viel über Poltawa“, sagte Slomka, „in der Vorplanung stimmt alles. Ich werde meine Mannschaft auf Sieg einstellen.“ Übersteht 96 die Gruppe, hat der Trainer einen Wunsch: „Dann sollten wir über Verstärkungen nachdenken.“ Slomka kennt die Stärken des Gegners genau: „Eine gefährliche Mannschaft, zwei Albaner sind dabei, Altin Lala kennt sie auch. Sie spielt 4-2-3-1. Eine Mannschaft mit besonderen Typen.“

Diese Typen hat 96 genau gefilmt: „Wir haben den Spielern DVDs an die Hand gegeben, damit sie wissen, mit wem sie es im Spiel zu tun haben.“ Aber dann gegen Bremen, kann 96 da überhaupt schon wieder 100 Prozent Leistung bringen?

Doppelbelastung bedeutet für Slomka doppelten Spaß: „Die englischen Wochen machen einen Heidenspaß. Poltawa ist ein Abenteuer. Ich halte nichts von dem Thema, dass die Euro-League uns in der Bundesliga Punkte kostet.“

Wie teuer Trainer manchmal mit ihrem intensiven Job bezahlen müssen, zeigt der Rücktritt von Ralf Rangnick. Slomka bezog klar Stellung zum Rücktritt des einst vertrauten Kollegen in Schalke. „Burn-out“, sagte Slomka. „diese Krankheit gibts eigentlich gar nicht. Ich aber finde es bemerkenswert, wenn einer sagt: Ich bin müde. Das hat nichts mit Burn-out zu tun oder mit Depression.“

Der 96-Trainer erzählte sehr emotional von seinem Telefongespräch mit Rangnick, der früher sein Chef war: „Ich habe viele Jahre zusammen mit ihm verbracht. Ich habe mehr Zeit mit ihm verbracht als mit meiner Frau.“ Slomka sei sich sicher, dass „Ralf mit voller Power und Elan zurückkommt, eine Bundesligamannschaft oder eine Nationalmannschaft übernehmen kann“.

96-Legende Dieter Schatzschneider forderte mehr Verständnis: „Es ist schon ein harter Job, Bundesligatrainer zu sein. Wir sollten mal umdenken und nicht so gnadenlos sein.“

NP-Redakteur Andreas Willekeglaubt, „dass sich die Trainer selbst den größten Druck machen“. Als Trainer brauche „jeder ein eigenes Ventil“. Slomka findet seines im Sport: „Danach kann ich wieder klarer denken.“ Und bei der Familie, die nahe an seinem Arbeitsplatz wohnt: „Meine Familie ist sehr wichtig für mich. Ich kann mit ihr frühstücken, abends zum Teil die Kinder ins Bett bringen. Das ist ein Vorzug, den viele Kollegen nicht haben.“

Zu 96-Profi Markus Miller, der sich zu seiner mentalen Erschöpfung bekannte und stationär behandelt wird, hält der Trainer regelmäßig Kontakt. „Ich glaube, dass er in guten Händen ist, und freue mich darauf, ihn bei uns wieder begrüßen dürfen.“ Darauf hofften auch die 150 Gäste in der „Nordkurve“: Applaus für Miller – und Slomkas klare Worte.

(von Dirk Tietenberg)


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