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96-Talk in der Nordkurve am Freitagabend: Die Gäste waren zufrieden.© Petrow

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96-Talk

Schatzschneider kennt die Pyro-Lösung

Erneut eine anregende Fußball-Gesprächstherapie für Fans – beim 96-Talk in der „Nordkurve“ mussten wieder reichlich aufwühlende Tage verarbeitet werden. Und auch der nächste Aufreger in Form der Schalke-Partie wurde nicht verdrängt.

Hannover. Euphorische Tage, aufregende Wochen – und durchaus auch historische Zeiten aus 96-Sicht: Da tut es nur gut, wenn man sich mal so richtig alles von der Seele reden kann.

Dabei erwies sich die „Nordkurve“ am Freitagabend beim siebten NP-„Anstoß“ einmal mehr gewissermaßen als gemütliche Therapiecouch. Es gab ja auch wieder mal jede Menge zu verarbeiten für die 120 Gäste im Saal und die vier Fachleute, die oben auf der Bühne von Moderator Christoph Dannowski launig zu Analysen der Geschehnisse ermuntert wurden.

Die gruselige Pokal-Niederlage gegen Mainz (0:1), jetzt die grandiose Vorstellung in Kopenhagen (2:1) – das leistungsmäßige Auf und Ab „kann ich auch nicht erklären“, war 96-Publikumsliebling Altin Lala zwischendurch ein bisschen ratlos. Nur gut, dass Dieter Schatzschneider, der Udo Lattek des 96-Talks, eine Ahnung hatte, woran es liegen könnte: „Wenn alle elf Mann wirklich zu 100 Prozent konzentriert sind, hauen wir auch die Bayern weg – so sind wir“, stellte die schwergewichtige Torjägerlegende fest. Lange meckern wollte er nicht: „Wie im letzten Jahr belohnen sie uns jetzt wieder“, fand er, „sie machen so viel Spaß im Moment.“

Widersprochen wurde ihm nicht – genauso wenig wie dem NP-96-Experten Andreas Willeke, der schlicht konstatierte: „Die Mannschaft muss lernen, auch mal ein dreckiges 1:0 zu schaffen.“

Zwei weitere Problemfelder galt es zu beackern: Nummer eins war die Verfassung von Didier Ya Konan. „Ich hätte den Ball nicht genommen“, gab Lala zu auf die Frage, ob er an Ya Konans Stelle den Elfmeter gegen Mainz kurz vor Ende der Verlängerung geschossen hätte. Schatzschneider möchte, wie wohl alle 96-Anhänger, den alten Torjäger Ya Konan zurück: „Ich wünsche ihm, dass er wieder den Unterschied ausmacht – er kann das.“

Tacheles wurde auch geredet, als es um die Pyro-Zündler im Stadion ging. Am Ende werde ein sechsstelliger Betrag an Strafgeldern herauskommen, rechnete Moderator Dannowski hoch. „Was ich bedenklich finde, ist, dass die Leute gar nicht darüber nachdenken, dass sie andere schädigen können“, wies Ex-Schalke und Ex-96-Profi Bernd Dierßen auf weitere mögliche Folgen der endlosen Feuerspiele in den dichtbesetzten Blöcken hin. Schatzschneiders Lösungsvorschlag wurde zwar rundum begrüßt, wird sich aber kaum realisieren lassen: „Sie sollen es sein lassen – oder wegbleiben.“ Der Ausblick aufs Schalke-Spiel dagegen fiel oben auf der Bühne ebenso wie unten im Saal ausgesprochen optimistisch aus: Alle Experten tippten auf einen 96-Sieg.

Auch Lala, der auf ein 2:0 setzte und anschließend verriet: „Das ist wohl meine letzte Saison“, sagte er – „und dann kaufe ich mir eine Dauerkarte.“ Therapie geglückt.


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