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EXPERTEN UNTER SICH (v.l.): Dieter Schatzschneider (56), Börn Bremer (43), Christoph Dannowski (49), Michael Schulz (53) und Andreas Willeke (57).

Anstoss

NP-Talk in der Nordkurve: Ratgeber gegen die Angst

Auch durch die Nordkurve geisterte am Donnerstag das Abstiegsgespenst. Die Angst davor, dass 96 absteigen muss, war beim „Anstoß“ das zentrale Thema.

Hannover. Die Folgen wären immens. „Unser Etat würde sich in etwa halbieren“, rechnete Björn Bremer vor. Der Verwaltungs-Chef von 96 war beim NP-Talk für Dirk Dufner eingesprungen. Der Manager hatte wegen wichtiger Termine kurzfristig absagen müssen. Die Gäste in der Nordkurve quittierten die Nachricht mit einem Raunen und ein, zwei Pfiffen.

Die Lage ist eben angespannt. Man müsse am Kader drehen, weil in der zweiten Liga weniger Geld zur Verfügung steht, so Bremer. „Es müssten deutliche Einsparungen im Spieleretat geben“, sagt der Mann der 96-Zahlen, der mit Nürnberg schon mal abgestiegen ist. Der Bau des Nachwuchsleistungszentrums würde nicht tangiert werden. Optimistisch meinte Bremer: „96 ist wirtschaftlich gut aufgestellt, wir würden uns dieses Szenario leisten können.“

Verhindern will es 96 mit einem Sieg gegen Dortmund. Michael Schulz, der lange beim BVB spielte und sich dort bestens auskennt, machte Mut: „Die Chancen sind für 96 gut, weil sich die Borussia in den vergangenen Wochen aufgerieben hat. Jetzt haben sie auch noch die Champions League verloren, für die sie sich immer zusammenreißen mussten.“ Generell sieht er aber auch einen bösen Abwärtstrend in Hannover. „Vor einigen Jahren hatte 96 noch ein Gesicht. Jetzt weiß man nichts mehr. Das ist wie eine graue Maus“, so Schulz.

NP-Redakteur Andreas Willeke glaubt an die 96-Chance, „aber nicht, weil Hannover so gut ist, sondern weil Dortmund so schlecht ist“. Dieter Schatzschneider hat klare Erwartungen an den Auftritt seiner 96er. „Die Spieler müssen marschieren und zeigen, dass sie wollen. Das kommt bei der Mannschaft oft zu wenig. Aber das erwarte ich. Alles andere ist dummes Gesabbel. Es ist wirklich mal nötig, sonst steigen wir tatsächlich ab.“ Schatzschneider spricht Klartext. „Martin Kind hat vor drei Spieltagen etwas klar gefordert“, erinnert der Chef-Intimus an die Drei-Punkte-Vorgabe, von der bisher nicht einer eingefahren wurde. „Es geht nach dem Spiel gegen Dortmund nur um die eine Frage: Traue ich dem Trainer noch zu, dass die Mannschaft noch die nötigen Punkte holt? Wenn die Antwort Nein lautet, dann muss man handeln“, so Schatzschneider, der Tayfun Korkut „auch für einen netten Kerl“ hält.

Dass es in der Branche auch andere Typen an der Seitenlinie gibt, wusste Ex-Profi Schulz zu berichten. Bei Werder stellte sich der Holländer Aad de Mos als Nachfolger von Otto Rehhagel vor. „Der war ein Unmensch, ein Arschloch. Der hat nur Mist trainiert. Wir Spieler haben uns getroffen und überlegt, wie wir den loswerden können.“ Und: „Am Ende kam das, was ich nie für möglich gehalten hatte: Wr haben gegen den Trainer gespielt. Nach der nächsten Niederlage war er weg.“


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