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NP-Anstoss

NP-Anstoss: Ein Händchen für Hannover 96

Von Alicante nach Valencia, von dort über Zürich nach Hannover - das alles nur für den 72. NP-Anstoß in der Nordkurve. Noch nie war ein Gast aus dem Ausland eingeflogen worden: Dragoslav Stepanovic war gestern der erste.

Hannover. Ohne Zigarillo, dafür mit viel Humor ausgestattet, unterbrach der Kult-Trainer seinen Urlaub und schlug in Hannover auf. „Ihr habt gewonnen? Gibts ja gar nicht“, stichelte „Stepi“ in Richtung Dieter Schatzschneider, als der den 1:0-Sieg von 96 in Köln aufarbeiten wollte. Ein „Stepi“ muss sich eben nicht warmschießen, der 67-Jährige war sofort im Spiel. Zum „Fall Handreasen“ hatte er auch eine handfeste Meinung. Wenn er Spieler gewesen wäre, „wäre ich zum Schiri hingegangen und hätte zugeben: Ja, es war Hand.“ Und wenn er Trainer gewesen wäre, „wäre ich zum Spieler gegangen und hätte ihm geraten: Geh hin und sag, dass es Hand war!“ Stepanovic ist davon überzeugt: „Der Ball kommt irgendwann zurück. Die Schiedsrichter merken sich so was.“ Über Entscheidungen gegen 96 und Andreasen dürfe sich in Zukunft niemand wundern.

Der frühere Frankfurt-Trainer wünschte sich anfangs für Andreasen eine DFB-Strafe, zumindest am Sonnabend gegen Frankfurt sollte er gesperrt sein. „Das wäre gut. Denn im Moment sind wir nicht so gut“, sagte Stepi mit gesenktem Kopf. Isabella Müller-Reinhardt holte ihn aus seiner Lethargie. „Nach der 1:5-Klatsche gegen Gladbach ist Frankfurt unter Druck“, sagte die TV-Moderatorin, die jetzt in Hannover lebt. Es gebe momentan angenehmere Gegner für Hannover als Frankfurt: „Die werden brennen.“

Stepi war wieder wach. „Was?!! Wie kannst du so was sagen? Frankfurt hat hier noch nie was geholt!“ Seiner Eintracht traut er tatsächlich nicht viel zu: „Wenn der Trainer Veh sich hinstellt und sagt, er hätte noch kein System gefunden - nach neun, zehn Spieltagen? Mmmmhh, dann kannst du es vergessen.“ Stepanovics Miene verdüsterte sich weiter, als NP-Redakteur Dirk Tietenberg später die Nachricht verkündete, dass Andreasen spielt, keine Strafe. „Scheise“, entgegnete Stepanovic im typischen Jugo-Hessisch. Mit ganz weichem „s“.

Seinen Frust kompensierte die Trainer-Legende fortan mit einer One-Man-Show. 96-Sprüche-Klopfer Schatzschneider überließ die Bühne dem Stand-up-Comedian, den es nicht mehr auf seinem Hocker hielt, als er eine Anekdote nach der anderen raushaute - bis ihm einfiel, dass er ja noch gar keine verwertbaren Informationen über 96 erfahren hatte, die er an die Eintracht weiterleiten könnte. „96 hat den besten Torwart der Liga. Das kannst du deinem Stürmer Alex Meier schon mal sagen“, half ihm Tietenberg weiter. Immerhin: Dem von Stepi ins Abseits manövrierten Moderator Christoph Dannowski gehörte das Schlusswort: „Das war der unterhaltsamste Anstoß, den wir jemals hatten.“


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