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Expertenrunde: Dieter 
Schatzschneider (von links), Michael Krüger, Christoph Dannowski, Maurizio Gaudino und Dirk Tietenberg.

Foto: Dröse

Nordkurve

NP-Anstoß: 96-Abstiegskampf eröffnet

Beim dritten Anstoß in dieser Spielzeit hat Moderator Christoph Dannowski wieder eine echte Expertenrunden beim NP-Talk in der Nordkurve versammelt: Dieter Schatzschneider verliert die Geduld mit dem 96-Alibi-Fußball. Maurizio Gaudino ist besorgt.

Hannover. Schon wieder: Abstiegskampf in der Nordkurve. In der vergangenen Saison ist es ja noch gut ausgegangen, da lieferte der Fünf-Spiele-Trainer Michael Frontzeck in den beiden letzten Spielen die dringend notwendigen Siege. Der Retter bekam einen neuen Vertrag für 68 Spiele, also zwei Jahre. Aber schon nach fünf Spielen in der neuen Saison gibt es viele Fragen – unangenehme Fragen. Sie wurden gestern, einen Tag vorm Heimspiel gegen Stuttgart, beim NP-Talk in Hannovers bekanntester Fußballkneipe gestellt – und teilweise auch beantwortet.

Frontzeck hatte den Fehler gemacht, das 0:2 in Augsburg, also die vierte 96-Pleite hintereinander, in gewisser Weise schönzureden. Und Torwart Ron-Robert Zieler hatte den Fehler gemacht, davon zu sprechen, dass man doch „nicht alles kaputtreden“ und das Wort Abstiegskampf noch nicht in den Mund nehmen solle. Zusammen mit der Forderung des Trainers nach Zeit, die Mannschaft zu entwickeln, war das zu viel für Dieter Schatzschneider. „Zeit und Geduld, das muss raus aus den Köpfen der Spieler – das ist doch für die ein Alibi. Ich sage: Wir sind drin im Abstiegskampf. Da heißt es kämpfen und alles reinhauen –
das muss rein in die Köpfe der Spieler“, forderte das 96-Schwergewicht, „was wir brauchen, sind Punkte – und nichts anderes.“ Auf die Frage, wie viel Zeit Frontzeck von 96-Boss Martin Kind noch bekomme, antwortete Schatzschneider: „Wir brauchen Punkte, dringend.“

Auch 96-Amateurtrainer Michael Krüger wollte nicht drum herum reden: „Die Mannschaft scheint nicht zu leben. Der Abstiegskampf hat nicht begonnen – du steckst mittendrin.“ Trotzdem sagt Krüger: „Das Positive ist, dass die Saison noch relativ frisch ist. Zeit genug, um das noch in die richtige Richtung zu schieben.“ Schatzschneider hat noch mehr Probleme mit der aktuellen 96-Mannschaft: „Sané und Marcelo sind keine Führungsspieler. Andreasen ist einer, auf den sollten sie hören. Und Stand heute haben wir keine Verstärkungen, nur Ergänzungen.“ Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die möglicherweise verpassten Gelegenheiten, an Spieler wie Kevin Großkreutz oder Jakub Blaszczykowski heranzutreten.

NP-Redakteur Dirk Tietenberg weiß, dass 96 nicht mehr viele Möglichkeiten hat, etwas zu ändern: „Du hast diese Mannschaft und kannst nur noch an der Trainerschraube drehen. Das Fatale ist: Dann hast du weder Trainer noch Sportdirektor.“ Frontzeck müsse ein großes Vakuum ausfüllen, weil sich 96 „einen Monat vom Markt verabschiedet“ habe. Auch Maurizio Gaudino, Intimkenner des morgigen 96-Gegners Stuttgart, findet: „Wenn man das so alles hört, ist Frontzeck bei 96 relativ allein gelassen. Die ganze Strategie in diesem Verein stimmt nicht nach dem Klassenerhalt.“

Und trotzdem: Schatzschneider glaubt an ein 2:1 gegen Stuttgart, wenn „wir richtige Kerle haben und aggressiv auftreten“. Auch Krüger (1:0) und Tietenberg (1:0, Andreasen trifft, Zieler rettet den Sieg“) tippen auf 96, Gaudino auf ein 2:2.

Jonas Freier


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