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Stammtisch in der Nordkurve: 120 Fans waren dabei.© Petrow

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NP-Anstoss

Miller und Auswärtsschwäche: 96-Talk in der Nordkurve

96 spielt auswärts schwach, ist zu Hause aber eine Macht – und Sonnabend kommt der kleine HSV. Hannover steht aber auch für menschliche Schicksale – siehe Schiedsrichter Babak Rafati und 96-Torwart Markus Miller. Der achte „Anstoß“ in der Fankneipe „Nordkurve“ vor 120 Sportfreunden war eine spannende Angelegenheit.

Hannover. Warum ist 96 zu Hause eigentlich so stark? Steven Cherundolo hat eine ganz einfache Erklärung: „Weil man nach Auswärtsniederlagen eine Reaktion zeigen muss.“ Applaus, Applaus für den 96-Kapitän gestern Abend in der „Nordkurve“. Das Nordderby gegen den HSV in der schon ausverkauften AWD-Arena steht bevor – und 96 muss gewinnen, um wieder oben mitzumischen und nicht immer weiter unten.

Sogar die Ex-HSV-Profis Dieter Schatzschneider und André Breitenreiter glauben fest an einen Sieg. „96 wird die schwierige Situation meistern und den HSV schlagen“, sagte Schatzschneider. Sein Tipp: 3:1. Breitenreiter meinte: „Ich kenne den HSV gut, 96 wird Konter setzen und gewinnen. 2:0.“ Als auch noch Cherundolo „unser Lieblingsergebnis 2:1“ tippte und NP-Redakteur Andreas Willeke sogar 4:1, war alles klar. 96 bleibt eine Heimmacht. Das wird HSV-Kultmasseur Hermann Rieger, auch unter den Gästen, anders sehen.

Natürlich plauderte Schatzschneider noch über seine fetten Jahre in Hamburg, genau genommen war es nur eine Saison. Warum? „Ich wollte weg, weil ich zu erfolgreich war.“ Aber mal im Ernst: Ernst Happel, der damalige HSV-Trainer, „kam nicht so von der Sprache, der hatte so einen Taubstummen-Slang drauf“. Tja, und deshalb wurde das auch nichts mit den beiden.

Auch der 96-Kapitän war in Plauderlaune. Cherundolo will noch nächste Saison in Hannover spielen – und natürlich auch Sonnabend gegen den HSV. Zuletzt spielte aber Sofian Chahed. Cherundolo fair: „Es ist das Recht des Trainers, und Sofian hat seine Sache sehr gut gemacht. Aber ich werde Gas geben und würde zur Not auch Rechtsaußen spielen.“

Jürgen Klinsmann: „Er ist ein unglaublich positiver Mensch.“ Klinsmann könnte aber ruhig ein bisschen mehr kritisieren – denn „Kritik ist wichtig“. Das Ziel von Cherundolo ist „die nächste WM“. Also 2014 in Brasilien.
Auch über die deutsche Nationalmannschaft wurde gesprochen. „Wenn wir nicht Europameister werden, habe ich keinen Ahnung vom Fußball“, trompetete Schatzschneider. Und Willeke meinte: „Im Prinzip werden wir Europameister im Finale gegen Spanien.

Auch die gestrige Rückkehr von Burn-out-Patient Markus Miller ins 96-Training war Thema. „Der Markus hat uns gefehlt“, freute sich Cherundolo. Schatzschneider fand genau wie Willeke, Millers Weg in die Behandlung und zurück in die Bundesliga sei „nachahmenswert“. Dem Schiedsrichter Babak Rafati aus Hannover wünschten alle nach seinem Selbstmordversuch gute Besserung. Schatzschneider forderte den DFB auf, „seine Leute besser zu schützen“. Und Cherundolo ist für mehr Respekt untereinander und einen Chip im Ball: „Dann kann der Schiedsrichter nur richtig entscheiden.“ Applaus, Applaus.


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