Navigation:

96-Experten (von links): Dieter Schatzschneider, Martin Kind, Andreas Willeke, Nicolas Kiefer und Dirk Tietenberg.© Petrow

Anstoß vom 7. Dezember

Kind und der Geldkoffer: Jein zum neuen Stürmer

Braucht 96 Verstärkung? Welchen Gegner wünscht sich Hannover in der K.o.-Runde der Europa League? Was ist mit den Fans? Darum gings beim neunten „Anstoß – der 96-Talk“ in der Fankneipe „Nordkurve“. 120 Sportfreunde erlebten eine spannende Runde.

Hannover. Bekommt 96 denn nun einen neuen Stürmer? In der Europa-League hat der Verein doch schon mehr als mehr als zehn Millionen Euro verdient, was Martin Kind gestern Abend bestätigte: „Im zweistelligen Millionenbereich.“ Aber, so der 96-Chef, „jetzt zehn Millionen einnehmen und sie dann für neue Spieler wieder ausgeben – das ist eine Logik, der ich nicht folgen kann.“

Sagen wir mal so, noch hat der Oberboss den Geldkoffer nicht gepackt, geschweige denn geöffnet. Kind sagte über einen Stürmertransfer in der Winterpause eindeutig: „Nein! Aber ja, wenn vernünftige Namen vorgestellt werden, die ins Konzept passen.“ Ein Name ist Patrick Helmes. „Der sieht aus wie ich – und für so einen vier Millionen?“, scherzte 96-Schwergewicht Dieter Schatzschneider: „Der Helmes weiß schon, warum er weg von Magath und Wolfsburg will – er will es ruhiger haben. Den brauchen wir nicht.“ Vielleicht ist es ja viel wichtiger, Spieler zu halten.

Bleibt Jan Schlaudraff? „Die Chancen stehen 80:20“, sagt Kind. Und Manuel Schmiedebach? „70:30.“ Schatzschneider würde in der Winterpause keinen neuen Stürmer verpflichten, „wenn wir nur um Platz zehn spielen“. Deshalb erwartet er von Trainer Mirko Slomka, dass im bedeutungslosen Europa-Spiel gegen Poltawa zwischen den Bundesligaspielen gegen Leverkusen und in Kaiserslautern „alle aus der zweiten Reihe spielen, ob sie nun Eggimann und Aycicek heißen“.

Kraft sparen für die Bundesliga – das findet auch Kind gut: „Wann wollen wir denn die Spieler, die wir verpflichtet haben, spielen lassen, wenn nicht gegen Poltawa?“

Der 96-Boss schwärmte wieder von dem Erlebnis Europacup – formuliert daraus aber auch Forderungen: „Ich hoffe nicht, dass es ein einmaliges Erlebnis bleibt. Unsere Mittelfristplanung ist schon, häufig international zu spielen.“

Erst einmal spielt 96 nächstes Jahr in der K.o.-Runde der Europa League. Und es gibt Lieblingsgegner. Hannovers Tennis-Ass Nicolas Kiefer und NP-Redakteur Dirk Tietenberg wünschten sich Valencia, Schatzschneider würde „gerne mal wieder nach Griechenland fliegen“, also Piräus. Kind legt mehr Wert auf „unser Premium-Produkt Bundesliga“ und tippt erstmal auf einen Sieg am Sonnabend gegen Leverkusen.

Das unangenehme Europa-Thema waren die Ausschreitungen in Lüttich. Kind sieht es differenziert. „Wir haben keine gewalttätige Fan-Szene.“ Aber: Er sei „tief betroffen“ über die Ereignisse in Lüttich und habe „keinerlei Verständnis“ dafür, dass einige flaschenwerfende Chaoten das Bild bestätigt hätten, das die belgische Polizei von den 96-Fans hatte. Zum leidigen Thema Pyro-Technik erklärte Kind: Zurzeit sei es „nicht möglich, einen Konsens mit den Ultras zu finden“. Eins ist für den 96-Chef klar: „Wir holen uns das Geld bei den Fans wieder.“ Einer sei jetzt beim Spiel in Augsburg identifiziert worden. Der habe nun „eine 6000-Euro-Forderung von uns“ am Hals.

Ja, auch für sowas gabs gestern Applaus vom Publikum.

(Von Jonas Freier)


Vergleiche alle Wettquoten für Spiele von Hannover 96 bei SmartBets.