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NP-Anstoß

Hannover 96: Beistand aus Bremen

Die Werder-Legende Otten macht Hannover 96 beim "Anstoß" Mut. Auch „Fußballgott“ Carsten Linke glaubt an Frontzeck.

Hannover. Da wurde es richtig laut in der „Nordkurve“. Jonny Otten hatte so ins Gespräch der „Anstoß“-Talkgäste gegrätscht wie früher in die Beine seiner Gegenspieler. „Warum unterhaltet ihr euch eigentlich über die zweite Liga? Hannover bleibt doch drin“, meinte der 54-jährige ehemalige Profi. Als er dann fürs Spiel am Sonnabend auch noch gegen seine Bremer und für 96 tippte, hatte der kesse Ex-Kicker, der seine Stimme gleich mit einem großen Pils geölt hatte, alle Besucher auf seiner Seite.

So locker wie Otten nimmt allerdings nicht jeder den Abstiegskampf. Selbst Berufsoptimist Dieter Schatzschneider fürchtet mittlerweile, „dass 96 über die Relegation gehen muss, um drin zu bleiben“. Dabei sieht der ehemalige Stürmer seine Mannschaft schon auf dem Weg der Besserung: „Man hatte deutlich gesehen, dass die Probleme im fehlenden Selbstvertrauen der Spieler lagen. Aber jetzt habe ich einen anderen Eindruck: Sie rennen und kämpfen, alle wissen, um was es geht.“

Das liege auch daran, dass der neue Trainer Michael Frontzeck die richtigen Spieler auf den richtigen Positionen einsetze, findet Ex-96-Profi Carsten Linke: „Briand ist nicht der einzige Spieler, der in dieser Saison auf falschen Positionen gespielt hat.“ Da frage man sich, meint Linke deutlich, „warum es immer heißt, dass Korkut ein guter Trainer ist“. Und der von den Fans zum „Fußballgott“ ernannte Ex-Kicker redete weiter Klartext: „Viele Entscheidungen sind in dieser Saison zu spät oder falsch getroffen worden.“ Dazu zählten auch Korkuts Rotationen im Kader: „Viele Spieler aus der Startelf landeten auf der Tribüne und umgekehrt. Da fragen sich die Teamkollegen schon, wo sie selbst stehen und ob sie die nächsten sind, denen das passiert.“ Frontzeck ist laut Linke indes „kein Träumer, sondern ein Realist. Er hat eine klare Ansprache und deutliche Vorstellungen. Er ist genau der richtige Mann für die aktuelle Situation.“

Frontzeck wird die Retter-Rolle von der „Anstoß“-Runde zugetraut. Aber Traumtorschütze Salif Sané natürlich auch. Von Schatzschneider gab es höchste Lobeshymnen: „Sané ist ein außergewöhnlicher Spieler, er entwickelt sich zu seinem Leadertyp, der die Truppe mitreißt“, sagte das 96-Schwergewicht – und fügte an: „Er geht momentan voran. Wenn man solch einen Spieler kaufen würde, müsste man zweistellige Millionenbeträge zahlen.“ Und die nötigen Tore kann er eben auch schießen. rs

Davon, wie man in der Bundesliga ein Tor schießt, kann aber auch Jonny Otten erzählen. „Damals bei einem Bremer 7:1 gegen Stuttgart hat Rudi Völler den Ball mit der Hacke abgelegt, da dachte ich mir: Den haue ich rein“, schilderte der 54-jährige ehemalige Werderaner, als ob es gestern gewesen ist. Kein Wunder, in 303 Bundesliga-Spielen war es der einzige Treffer des Abwehrspielers. Den Applaus hatte er aber auch für diese Anekdote sicher.


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