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Anstoß

96 Mal: Hier hat 96 schon gewonnen

Sechsundneunzig! So oft feierten die Fans mittlerweile den Fußball-Talk der NP in der Nordkurve. Auch der 96. Anstoß war so erstklassig wie Hannovers Lieblingsverein: besetzt mit 96-Chef Martin Kind, Rekordtorjäger Dieter Schatzschneider und Europa-Trainer Mirko Slomka. Kind und Slomka – ein Podiums-Wiedersehen in der ersten Liga.

Hannover. „Wir treffen uns häufiger und unterhalten uns“, sagte Kind. Slomka hatte gestern Abend viel Spannendes zu erzählen. „Bundesliga“, sagte er. „ist mit 96 schöner als ohne.“

Schon jetzt eingeschlagen hat nach Slomkas Absicht „Pirmin Schwegler, ein Stabilisator, mir tut es nur ein bisschen leid für Schmiedebach, weil ich ihn lange trainiert habe“. Der Ex-Trainer lobte auch die anderen „guten Transfers“.

Mit den Neuen ist 96 aber noch nicht fertig. „Wenn ich die Zeitung richtig lese, möchte Breitenreiter noch zwei Außen verpflichten“, sagte Kind schmunzelnd. Er kündigte an: „Er kann zwei haben, aber ich habe die Rahmenbedingungen genannt.“ Nach NP-Informationen sollen demnach zwei Spieler ablösefrei kommen oder einer, der Geld kostet. Die Chance auf eine Leihe von Ryan Kent aus Liverpool „auf 20 Prozent einschätzen“, erklärte Kind offen.

Kinds Zurückhaltung für weitere Neue entstand aus dem Neun-Millionen-Euro-Ding mit Stürmer Jonathas. „Ich gebe zu, die Transfersumme hat mich erstmal ein bisschen aus dem Gleichgewicht gebracht“, erklärte Kind. Ist Jonathas das Geld wert? Schatzschneider setzt große Hoffnungen in Jonathas: „Bei dem hat der Gegner auch Respekt.“

Nach dem geplatzten Transfer von Jairo.gab Kind seinem Manager Horst Heldt Rückendeckung. „Ich will es mal freundlich formulieren, die Macht der Berater hat sich verändert, die Spielregeln haben sich verändert. Die Vereine sollten sich solidarisieren“, sagte Kind. Slomka sprang ihm bei: „Horst Heldt hat richtig gehandelt, am Ende muss der Spieler entscheiden und das mit seinem Berater regeln, in dem Fall hat hier ganz klar auch der Spieler versagt.“

Slomka erklärte aus seiner Sicht, warum die Beziehung zu Jörg Schmadtke nicht hielt. Jeder der beiden hat seine Sicht der Dinge. Hier ist Slomkas: „Es hat zwischen uns super funktioniert, bis Franca kam. Da gab es einen Bruch, weil ich einen anderen Spieler erwartet und mich beschwert habe. Der Spieler wurde nur auf Video gesichtet.“ Kind fügte im Scherz hinzu: „Ich sage mal so: wie telefonisch besichtigt.“

So viel zu Slomkas Vergangenheit. Die Zukunft von Hannovers erfolgreichstem Ex-Trainer? „Da kommen auch Sachen wie Ägypten, das ist für mich nix. Ich bereite mich darauf vor, erste oder zweite Liga, oder auch in Europa zu arbeiten.“

Zu beobachten ist aktuell auch der Fan-Boykott, der sich gegen Kind richtet. Noch ist nicht klar, wie die Fans 96 trotz Aufstieg und ausverkauftem Haus unterstützt. „Ich verstehe nicht, dass von der Liebe zur Mannschaft gesprochen wird und man die Mannschaft nicht unterstützt“, erklärte Kind. „Sie wollen die Mannschaft nicht treffen, sondern mich. Das sollten wir außerhalb des Stadions regeln.“

Kind bat gestern offen „die Fans in der Nordkurve, der Westkurve, die Südkurve und die Ostkurve, dass es ein bisschen Unterstützung gibt. Darum bitte ich, die Mannschaft hat das verdient.“ Zuspruch wird 96 am Sonntag gegen Schalke brauchen. Ziel der Saison „muss der Klassenerhalt sein, nicht mehr und nicht weniger“, sagte Kind. Und das alternativlos? Slomka war nach Kinds Zielvorgabe „überrascht, ich habe gedacht, es geht um internationale Plätze, ich würde mir wünschen, dass es zwischen Platz acht und zwölf läuft“. Mehr als einen 1:1-Tipp gegen Schalke traute sich Slomka aber nicht zu. Anders Kind: „Schalke 1:0!“ Dagegen hatte keiner was beim sechsundneunzigsten 96-Anstoß.

Dirk Tietenberg


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