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VOGELWILDER HAUFEN: Thomas Schaaf muss 96 mit Hotaru Yamaguchi, Christian Schulz, Iver Fossum und Salif Sané (von links) neu sortieren.© sp / Sielski

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Wer gibt Hannover 96 noch Halt?

Wie gerupfte Vögel schlichen die Spieler nach dem 0:4 gegen Wolfsburg zur Kurve. Aber dort wurde nicht gemeckert, dort feierten die Fans die Mannschaft: „96 wird niemals untergehen.“ Torwart Ron-Robert Zieler fand das „sehr beeindruckend“. Den Fans gefällt, dass 96 seit dem Stuttgart-Spiel versucht zu spielen statt sich zu ergeben. Dennoch wird man mit den wilden zehn Minuten wie zwischen dem 0:2 und dem 0:4 (59. bis 69.) abstürzen.

Hannover. „Vogelwild“ fand Kapitän Christian Schulz die Phase, als sich der 96-Schwarm von André Schürrle und Julian Draxler abschießen ließ. Wie kam es so weit? 96-Trainer Thomas Schaaf hatte sein Team in der Pause umsortiert. Er brachte den einzigen Stürmer Adam Szalai, nachvollziehbar, „damit wir präsenter sein können und den Ball festmachen“, erklärte Schaaf. Stattdessen ging der Ball immer öfter verloren. Schaaf gab auch zu: „Hat nicht funktioniert.“

Der Plan ging schief, auch weil Mittelfeld-Stabilisator Andre Hoffmann für Szalai hatte rausgehen müssen. Verletzt war Hoffmann nicht. „Die Idee war, weiter vorzuschieben“, erklärte Schaaf, „aber nicht, kreuz und quer zu rennen.“ Genau das geschah aber, weil Iver Fossum und Fehlervogel Hotaru Yamaguchi haltlos durchs defensive Mittelfeld irrten.

125 Kilometer war 96 umhergeflattert - acht mehr als Wolfsburg. „Wir laufen, aber wir machen nicht das Richtige dann“, sagte Schaaf. Vor allem nicht im Umgang mit den Gegenspielern. Schaaf empfahl, sich die „Tore anzuschauen, da sind wir in der Nähe, das hilft aber nicht“.

Was kann 96 nun noch helfen? Und wer kann der Mannschaft wieder Halt geben? Am Sonnabend in Bremen wird eine vogelwilde 96-Mannschaft wohl abstürzen. Schaaf kann mit verschiedenen Stützen nachhelfen. Er könnte Szalai von Beginn an bringen, Fossum und Yamaguchi wieder als Begleitschutz neben Hiroshi Kiyotake aufstellen, dahinter mit Salif Sané und Hoffmann absichern. Sané gehört aus Schaafs Sicht ohnehin ins Mittelfeld. Alexander Milosevic, inzwischen wieder fit, kann den Sinkflug als stabiles Element in der Innenverteidigung verhindern.

Es ist schon bedenklich, wenn Spieler wie Schulz oder Zieler um mehr Ordnung im 96-Schwarm betteln. „Das geht nicht in der Bundesliga“, findet Zieler. Schaaf schob Zielers Reaktion auf „die Enttäuschung und die Emotionen“.

96 wird die Bundesliga verlassen müssen, wenn man nicht in Bremen gewinnt. 96-Boss Martin Kind war Dienstag schon vor Abpfiff aus dem Stadion geflohen. Er könne es „nicht mehr ertragen“. Auch die Mannschaft verträgt nicht mehr viele Experimente. Schaaf hat taktisch viel versucht, wahrscheinlich zu viel. Der nächste Schuss in Bremen muss einfach sitzen.


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