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Hannover 96

So sehen die 96-Pläne für die zweite Liga aus

Noch 24 Wochen. Am 5. August beginnt die zweite Liga. 96 kann sich nach dem 0:1 gegen Augsburg und einer erneut katastrophalen Leistung auf die Zweitligaplanung konzentrieren. „Es wäre fatal, es nicht zu tun“, sagt Geschäftsführer Martin Bader. 96 wird die Lizensierungsunterlagen für die zweite Liga bis zum 15. März bei der DFL einreichen. Die NP beantwortet die wichtigsten Fragen.

Hannover. Wer wird Trainer in der zweiten Liga?
Thomas Schaaf soll es machen. Boss Martin Kind ist Fan des Trainers. Schaafs Vertrag (bis 2017) gilt nur für die Bundesliga. Aber Kind erklärte, „wir werden sicher einen geeigneten Zeitpunkt finden, dieses Gespräch zu führen, auch im Hinblick auf eine mögliche Weiterverpflichtung in der zweiten Liga“. Schaaf bezeichnete die Arbeit mit Kind und Bader als „anständig und seriös“. Der 54-Jährige wollte gestern nicht konkret sagen, ob er es macht. Aber er deutete es an. „Es ist unwichtig, ob ich jetzt etwas dazu sage“, meinte er, „je länger man so etwas lebt, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zusammenarbeit relativ lange ist.“ Nach dem 0:1 gegen Augsburg gab es allerdings schon Gerüchte über einen Schaaf-Rücktritt. Dem entgegnete der Trainer gut gelaunt: „Aufgeben kann ich nicht, das ist in meinem Programm nicht vorgesehen.“

Wie viel Geld verliert 96?
Bader schätzt, dass 40 Millionen Euro pro Saison allein durch den Abstieg flöten gehen. Den größten Verlust macht 96 beim Fernsehgeld: Als Absteiger kassiert man statt aktuell 31 Millionen Euro nur knapp über zehn Millionen Euro vom TV in der zweiten Liga. Außerdem fehlen etwa zehn Millionen Euro für die Auslandsvermarktung, die nur an Bundesligisten ausgezahlt wird. Auch die Sponsoren zahlen in der zweiten Liga viel weniger.

Sinken die Ticketpreise?
Ja. Nach NP-Informationen werden die Kartenpreise gesenkt – ein doppeltes Minus für 96, weil der Zuschauerschnitt möglicherweise von 40 000 auf etwa 25 000 sinken würde. Die Kosten für Sicherheit steigen: Braunschweig, St. Pauli, dazu Aufsteiger Dresden und möglicherweise Magdeburg wären allesamt Sicherheitsspiele.

Welche Stars werden 96 verlassen?
Torwart Ron-Robert Zieler hat eine Ausstiegsklausel: Für drei Millionen Euro darf er im Abstiegsfall wechseln. Zieler steht bei Manchester City auf der Liste. Eine Ausstiegsklausel steht auch im Vertrag von Andre Hoffmann. Hugo Almeida hat nur einen Vertrag für die erste Liga, genau wie Manuel Schmiedebach. Die wertvollsten Profis Hiroshi Kiyotake (Marktwert 4,5 Millionen) und Salif Sané (5 Millionen) sind für 96 wohl nicht zu halten.

Wie löst 96 das Problem mit den Leihspielern?
Adam Szalai (Hoffenheim) und Alexander Milosevic (Besiktas Istanbul) sind nur geliehen – beide werden wohl zu ihren Clubs zurückkehren, genau wie Allan Saint-Maiximin (Monaco), für den 96 aber eine weitere Leihoption hätte. Kurios: Der in Ungnade gefallene Marcelo (Besiktas) steht im Sommer wieder bei 96 auf der Matte. 96 müsste auch Stürmer Mevlüt Erdinc (Guingamp) wieder zurücknehmen.

Auf welche Spieler baut 96 in der zweiten Liga?
Bader und Schaaf besprechen bereits den Zweitligakader. Gespräche mit Kapitän Christian Schulz (32) und Leon Andreasen (32) stehen an – beide Verträge laufen aus. Schaaf würde beide gern als Pfeiler in die zweite Liga mitnehmen. „90 Prozent unserer Spieler haben Zweitligaverträge“, sagte Bader gestern. In der zweiten Liga verdienen die Spieler 40 Prozent weniger als in der ersten Liga – beim Grundgehalt und bei Prämien. Wichtig ist, dass talentierte Spieler wie Uffe Bech bleiben. Der Däne hat einen Vertrag bis 2019. Iver Fossum (bis 2020), Hotaru Yamaguchi (2019) und Marius Wolf (2019) wurden bereits für den Fall des Abstiegs im Winter verpflichtet. Auf der Torwart-Position ist 96 hinter Zieler ordentlich besetzt, mit Philipp Tschauner, Samuel Radlinger und dem hochtalentierten Eigengewächs Timo Königsmann.

Wo muss 96 zukaufen?
Nach dem Abstieg „brauchen wir eine komplette neue Offensive“, weiß Bader. Unter Schaaf wird 96 sicher mit zwei Spitzen für die Startelf planen. Sollte Artur Sobiech (Vertrag bis 2017) wechseln, bräuchte 96 drei neue Stürmer – dazu eine Idee, mit welchen Spielern die Angreifer versorgt werden sollen. Es wird die schwierigste Aufgabe für die Kaderplanung: Seit einem Jahr versucht 96 nun, die Offensive gefährlicher zu machen – sie ist immer harmloser geworden.

Gibts eine Chance für die Jugend?
In der zweiten Liga könnten endlich eigene Talente zum Zuge kommen. Torjäger Niklas Feierabend (19) hat bereits einen Profivertrag. Der Abstieg ist auch eine Chance für Offensivspieler Mike Bähre, der nach der Leihe (Halle) im Sommer zurückkehrt.


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