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Fan-Anwalt Hüttl.

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Hüttl-Interview

Mit einer Million in die 96-Gesellschaft

Am Sonnabend ist Wahltag - Fans wählen sieben Delegierte in den Fanbeirat. Angestoßen hat die Idee Andreas Hüttl (48) aus Hannover. Die NP traf sich im Stadion am Zwinger-Club mit dem Anwalt und Vorsitzenden des „Fanbeteiligungs- und Unterstützervereins 96 e. V.“ (FUV 96).

Andreas Hüttl, was soll die Wahl eines Fanbeirats?

Im Grunde gehört ein solcher Fanbeirat oder ein Fan-Gremium mit regelmäßigen Gesprächen zu den Statuten der DFL. Streng genommen hat 96 diese Auflage in der vergangenen Saison nicht erfüllt, weil es gar keine Gespräche mehr gab. Wie das auch immer genannt wird: Eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Fanvertretern und Club müsste es überall geben.

Fanprojekte, Fanbeauftragte, jetzt Fanbeirat. Wie viel Fanbeteiligung braucht ein Club?

Es kann ja nicht sein, dass jemand sagt, er hat einen Fanbeauftragten, braucht aber keine Gesprächsrunden mehr. Pauschal lässt sich sagen, dass Fans teilweise andere Interessen haben als Vereine.

Beispiel Pyrotechnik?

Ein weniger martialisches Beispiel ist das Ansinnen der DFL, einen weiteren Spieltag am Montag zu etablieren. Die weitere Zerstückelung des Spieltages kommt gerade bei den Fans, die viel auswärts fahren, nicht gut an.

Ist es naiv zu glauben, dass ein Fanbeirat Dinge verändern kann?

Naiv ist zu glauben, dass das Pendel immer Richtung Fans ausschlägt, weil der Club auch in der Spieltagsfrage andere Interessen haben kann. Aber der Club müsste abwägen, ob er eine Entscheidung trifft, die sich gegen die eigenen Fans richtet. Es geht darum, eine Meinung zu äußern, aber entscheiden kann man es bestimmt nicht.

Akzeptieren Gruppen wie die Ultras Delegierte, wenn sie von Fans der Osttribüne gewählt werden?

Ja. Die Ultras gehen natürlich davon aus, dass sie genügend Leute mobilisieren, die ihre Vertreter wählen werden. Aber ich kenne tatsächlich vier Bewerber selbst auch nicht, es sind auch zwei Frauen darunter. Deshalb bin ich sehr gespannt, wer sich mit welchen Ideen zur Wahl stellt.

Was ist Ihre Idee des Fanbeteiligungs- und Unterstützungsvereins 96?

Eine Komponente war der Fanbeirat. Das ist jetzt fast geschafft. Die zweite Komponente ist die mögliche Beteiligung am Kapital der Gesellschaft bei Hannover 96.

Was wollen Sie mit der Kapitalbeteiligung?

Der Verein hat seine letzten Anteile verkauft, das hat nicht jedem gefallen. Ich nehme den jetzigen Gesellschaftern ab, dass sie ihre Anteile behalten wollen. Das ist aber nur der Jetzt-Zustand. Was geschieht im Erbfall oder im Insolvenzfall? Die Regelung gilt, dass erst der Verein gefragt wird, ob er die Anteile kaufen möchte. Will der nicht, werden die anderen Gesellschafter gefragt. Wollen die auch nicht, können die Anteile auch an einen Scheich verkauft werden. Der will vielleicht Trikots in Pink-Blau oder einen neuen Verein in Verden gründen. Das kann man dann nicht mehr verhindern.

Wie wollen Sie das Kapital zusammenbekommen?

Ich habe mich mal an der Beteiligung von Madsack (2,7 Prozent) orientiert. So eine Größenordnung würde mir ausreichen. Ich rechne mal mit der Größenordnung von etwa einer Million Euro. Das hört sich groß an, würde man aber zusammenkriegen.

Herr Hüttl, wem gehört eigentlich der Fußball?

Das ist genau die Frage. Das Konstrukt Red Bull kann man zum Beispiel sehr kritisch sehen. Ein Stück weit sollte der Fußball den Fans gehören, die Leidenschaft und Herzblut geben. Wenn ein Investor sagt, wir heißen jetzt Coca-Cola Hannover, das hat dann mit dem Hannoverschen Sportverein von 1896 nichts mehr zu tun.


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