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WILL BLEIBEN: Leon Andreasen spricht sich für einen Verbleib bei 96 aus, doch noch hat er mit 96 nicht über eine Vertragsverlängerung gesprochen.

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NP-INTERVIEW

Leon Andreasen spricht über seine 96-Zukunft

An der katastrophalen Rückrunde trifft Leon Andreasen (32) keine Schuld. Der Däne knickte am 11. Januar im Test gegen Hertha BSC um. Die OP folgte erst vor einer Woche. In der NP spricht Andreasen zum ersten Mal über sein Saison-Aus und seine Zukunft bei 96. Sein Vertrag läuft aus.

Hannover. Leon Andreasen, wie geht es Ihnen nach der OP am Fuß?
Es ist noch frisch, aber die OP ist gut verlaufen und die Ärzte waren zufrieden. Ich bin natürlich verärgert, dass meine Saison gelaufen ist, weil ich noch sehr gern geholfen hätte.

Ist die Operation oder die Verletzung karrieregefährdend?
Nein, Quatsch! Das hat der Arzt auch gesagt. Die OP war nötig, aber die Karriere ist nicht gefährdet, auf keinen Fall. Ich habe gerade die Krücken weggeschmissen und fange jetzt in kleinen Schritten mit dem Training an. Ich werde Gas geben.

Ihr Vertrag bei 96 läuft aus. Haben Sie mit 96 schon gesprochen?
Nein.

Was möchten Sie denn?
Ich habe persönlich überhaupt gar kein Problem mit der zweiten Liga, falls wir absteigen.

Haben Sie ein Problem damit, wie die Mannschaft ohne Sie gespielt hat?
Als Hugo (Almeida) das Ding gegen Darmstadt gemacht hat, war ich mir zu 150 Prozent sicher. Aber dann sind wir in eine Negativspirale gekommen. Das ist auch schwer für mich. Aber ich glaube, es ist für keinen schön anzusehen, was in den vergangenen Monaten passiert ist. Es herrscht hier in der Mannschaft auch eine komische Stimmung. Irgendwie wissen alle schon, wohin es geht, aber es ist noch nicht passiert.

Einige Spieler sind mal auf der Tribüne, mal spielen sie. Verunsichern die Maßnahmen des Trainers das Team?
Das weiß ich nicht. Jeder Trainer hat seine Methoden. Das ist doch normal. Er ist der Trainer, er ist der Chef. Ich finde, wir sollten als Spieler mal in den Spiegel gucken. Unter Tayfun Korkut lief es nicht so, unter Michael Frontzeck lief es nicht so, jetzt unter Thomas Schaaf läuft es nicht so. Diese Quatscherei über den Trainer ist ein bisschen zu einfach, aber er ist dann derjenige, der fliegt. Das sollten wir Spieler vielleicht mal reflektieren.

Martin Bader hat gesagt, so einen Typen wie Sie gibt es nur einmal. Ist das ein Problem in der Mannschaft, dass Sie als einziger Typ fehlen?
Das finde ich nicht. Klar bin ich länger hier und bin vielleicht ein aggressiverer Typ auf dem Platz. Aber ich finde, wir haben genug Typen, auch gute Typen. Ich mag es aber nicht, zu beurteilen, welche Bedeutung ich für die Mannschaft habe. Ich bin, wie ich bin, und ich helfe, wie ich kann. Das habe ich auch dem Trainer vor der OP gesagt: Fakt ist, ich stehe Ihnen nicht zu Verfügung. Ich bin zwar da, aber irgendwie nicht so richtig.

Wie nah geht Ihnen der Abstieg?
Das ist einfach nicht schön, wenn man wie ich viele Freunde in Hannover hat. Man bekommt die gedrückte Stimmung jetzt seit Monaten mit. Wir wünschen uns alle, es wäre anders. Aber wir stehen nun mal im Spotlight, und wir sind nun mal Fußballprofis, und wir sollten Spiele gewinnen. Das tun wir nicht, und das ist scheiße.

Sie haben Abstiegskampf erlebt, schwere Verletzungen, ein Tor-Comeback in Irland, jetzt steht der Abstieg bevor. Wie bezeichnet man so eine Zeit bei 96?
Ich glaube, deswegen bin ich so eng verbunden mit 96. Weil ich so viel erlebt habe. Auf jeden Fall habe ich das Signal gegeben, dass ich gerne mit Hannover weitermachen möchte. Aber ich muss natürlich erst mal sehen, dass ich meinen Fuß in Ordnung bringe. Mein Berater und der Club haben noch nicht gesprochen. Das ist aber normal. Solange es noch nicht Fakt ist, dass wir abgestiegen sind, sollte man die Möglichkeit verfolgen, so schwer es auch aussehen mag.

Natürlich denkt jeder, 96 muss wieder aufsteigen. Aber einfach wird das nicht, oder?
Wer denkt, das wäre einfach, der liegt aber so etwas von falsch. Das wird wahrscheinlich noch härter als dieses Jahr. Körperlich und auch vom Kopf her. Das Ziel muss der Aufstieg sein, klar, aber da müssen viele Dinge auch passen. Jeder Spieler, der bleibt, muss zum Beispiel den Reset-Button drücken.

Haben Sie Spielern geraten, zu bleiben und nicht wegzugehen?
Solange die Möglichkeit besteht, in der Bundesliga zu bleiben, spricht man da nicht drüber. Das macht man nicht. Dann hätte man ja den Glauben verloren. Schulle (Christian Schulz, Vertrag läuft aus) habe ich natürlich mal gefragt, ob er mal mit 96 gesprochen hat. Aber mit anderen Spielern habe ich nicht über die zweite Liga geredet.

Sie haben auch Freunde bei den Fans. Was bekommen Sie für ein Feedback?
Kein schönes. Ich habe gute Freunde in der Fanszene. Bei den Fans herrscht ein bisschen Resignation. Wir haben in der Rückrunde aber auch eine Unterstützung bekommen, wo ich sagte: Boah, Alter, Hut ab!

Haben Sie Nicklas Bendtner im Winter gefragt, ob er zu 96 kommt?
Wir haben denselben Berater, manchmal unternehme ich was mit ihm. Er ist ein Super-Typ. Ich habe ihm gesagt: Komm nach Hannover! Aber finanziell ist das für 96 nicht machbar. Aber er ist überragend, wenn er fit ist.


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