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Bundesliga

Hannover 96: Schaaf wünscht sich Defensiv-Verstärkung

Auch der neue Trainer Thomas Schaaf kann die Talfahrt von Hannover 96 nicht stoppen. Der Tabellenletzte steht nach der vierten Pleite in Serie vor hammerharten Wochen. Schaaf wünscht sich daher noch einen Defensiv-Stabilisator.

Hannover. "Ein Schuss Sicherheit würde uns vielleicht noch gut tun", sagte Schaaf am Sonntag. Bis zum 1. Februar hat der neue Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga Zeit, noch mehr Spieler als die bislang bereits fünf verpflichteten Winter-Zugänge zu holen. "Je näher die Deadline rückt, kommen vielleicht Spieler auf den Markt, die vorher nicht auf dem Markt waren", meinte Schaaf. Auch Sportchef Martin Bader deutete an, noch einmal aktiv zu werden: "Wir haben ja keine Pause mit unseren Planungen gemacht, mit Hochdruck den Kader zu verändern."

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Thomas Schaaf legte die Stirn in Falten. Sein Debüt bei Hannover 96 ging gründlich in die Hose, nach der nächsten Pleite stürzten die Niedersachsen auf den letzten Tabellenplatz ab. "Dass die Aufgabe einfach ist, das hat keiner gesagt", sagte Schaaf nach dem 1:2 (1:1) gegen Darmstadt 98. Hannover hat Schaaf in der Winterpause als Retter geholt, als großen Hoffnungsträger im Abstiegskampf - aber nach nur 90 Minuten ist die Aufbruchstimmung schon wieder ziemlich verpufft.

Doch Schaaf, ganz abgezockter Psychologe, hob das Positive nach dem missratenen Rückrundenauftakt heraus. "Wenn wir die Leistung aus der Anfangsphase über 90 Minuten zeigen, gehen wir als Sieger vom Platz - mit Sicherheit", sagte Schaaf. Seine Mannschaft zeigte in den ersten 15 Minuten ja wirklich eine ansprechende Vorstellung, Neuzugang Hugo Almeida (10.) brachte die Roten mit einem schönen Treffer früh in Führung. Aber dann war Hannover "wieder in alte Muster zurückgefallen", wie Schaaf ebenfalls richtig erkannte. Der 54-Jährige bemängelte vor allem, dass sein Team vor dem Tor viel zu zögerlich war. Nach dem Motto: "Mach' Du mal, ich hab noch nicht die Traute."

Und so gingen die meisten der 35.600 Zuschauer traurig nach Hause. Hannover musste nach dem Doppelpack von Schaafs Ex-Spieler Sandro Wagner (31. und 47.) die vierte Niederlage in Serie einstecken, von den vergangenen sieben Partien gingen sechs verloren. Nun sind es schon drei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und die nächsten Gegner heißen Leverkusen, Mainz und Dortmund. "Es wird nicht einfacher", sagte Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler: "Wir brauchen dringend Punkte." Jedes der kommenden 16 Spiele im Kampf gegen den Abstieg werde jetzt zu einem "Endspiel".

Die Hoffnungen auf einen Befreiungsschlag an der Leine waren jäh zerplatzt. Darmstadt ließ sich vom hohen Anfangstempo der 96er nicht beirren, stellte sich immer besser auf den Gegner ein und die Gastgeber fanden nach den Rückschlägen der jüngsten Vergangenheit keine Mittel mehr gegen den Defensiv-Block der Hessen. Zudem kam Hannover ziemlich "träge" aus der Kabine, wie Almeida feststellte und ließ sich beim Siegtreffer überrumpeln. Und so stand Almeida trotz einer ordentlichen Vorstellung am Ende bedröppelt in den Katakomben der Arena in Hannover. "Ich bin nicht glücklich", sagte der bullige Portugiese, der sich so gern als Held des Tages hätte feiern lassen. Erstes Spiel, erstes Tor - doch mit dem ersten Sieg wurde es bekanntlich nichts.

"Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns", sagte der 31-Jährige. Das weiß auch Schaaf. Und dazu gehört für den ehemaligen Meister-Trainer auch, sein Team gleich wieder aufzurichten. "Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Schaaf also und versuchte Zuversicht zu versprühen. Nach dem Absturz auf den letzten Platz weiß er aber nur zu gut, dass dieser Weg extrem steinig wird.


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