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Bundesliga

Hannover 96: Schaaf geht an die Offensive

18 Tore aus 17 Bundesligaspielen sind zu wenig, um die Liga halten zu können. Im Trainingslager in Belek will Hannovers neuer Trainer Thomas Schaaf nun vor allem der 96-Offensive Schwung mitgeben.

Belek. Nach seiner ersten Trainingswoche bei Hannover 96 hat sich Thomas Schaaf an eines schon gewöhnt: dass seine Stürmer nicht treffen. Mit einem lauten Stöhnen quittiert der frühere Bremer Meistercoach dieser Tage bei den Trainingseinheiten im türkischen Belek die Fehlversuche seiner Offensivakteure. Halb im Scherz meint der knorrige Trainer seine Rufe - das Grundproblem aber ist bittere Realität. Und so machte der 54-Jährige die schwächelnde Offensive auch als Hauptbaustelle aus. "Torabschluss ist ein wichtiges Thema für uns, diese Entschlossenheit und Verbissenheit zu haben, sich vor dem Tor auch durchzusetzen", bekräftigte Schaaf am Sonntag.

Die sportliche Not ist groß bei 96 mit nur 14 Punkten aus der schlechtesten Hinserie in der Fußball-Bundesliga seit dem Wiederaufstieg 2002. Angesichts der Situation verpflichten die Niedersachsen momentan munter neues Personal - in Iver Fossum und Hotaru Yamaguchi (Mittelfeld) sowie den Stürmern Adam Szalai und Marius Wolf kamen schon vier Profis, weitere Verpflichtungen sind möglich. Die winterliche Shoppingtour erinnert ein bisschen an die Saison 2004/05: Damals holte 96 im Januar fünf Neue - darunter der Portugiese Abel Xavier, der vor allem durch seine exotische Frisur auffiel.

Ein Happy End gab's dennoch, Hannover hielt die Klasse. Schaaf zeigt sich sicher, in Belek neue Reizpunkte setzen zu können. "Ich freue mich, wie die Mannschaft unsere Gedanken, Aussagen, Ideen bereit ist aufzunehmen", kommentierte er und befand: "Wir haben schon das ein oder andere in den Trainingseinheiten verbessert gesehen." Besserung muss auch her, vor allem in der Offensive: 18 Treffer aus 17 Spielen sind für den Tabellenvorletzten zu wenig, um unten rauszukommen. Die beiden besten Schützen, Verteidiger Artur Sobiech und Kreativmann Hiroshi Kiyotake, haben nur je dreimal getroffen.

Einen Abstieg will der omnipräsente Clubchef Martin Kind unter allen Umständen verhindern - Schaaf soll dazu mit seiner Erfahrung und seiner Ausstrahlung entscheidend beitragen. Tatsächlich ist bei den Trainingseinheiten die Autorität des Trainers stets zu spüren, die 96-Profis ordnen sich der Leitlinie des Chefs unter und ziehen voll mit. "Man sieht, wie aktiv die Mannschaft hier arbeitet", urteilte Schaaf. Das gebe dem Trainerteam "ein Gefühl, dass das richtig ist". Im Rahmen eines Doppeltests kann Schaaf seine Profis am Montag auch erstmals unter Wettkampfbedingungen beobachten.

Eine erste 96-Elf wird vormittags gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden auflaufen, nachmittags dann eine andere Auswahl im bundesligainternen Duell mit Hertha BSC. "Ich erwartete, dass das, was wir thematisiert haben, in Ansätzen in Szenen wiederzufinden ist. Dass wir sehen, dass die Spieler dem folgen", machte Schaaf klar. "Mehr erwarte ich eigentlich nicht." Die Ansprüche sind momentan eben nicht die höchsten bei den verunsicherten Hannoveranern.


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