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Nur eine Fotomontage - aber für Fans von Hannover 96 wird Lüttich zur verbotenen Stadt.© Dombrowksi

Europacup

Hannover 96: Lüttich wird zur Sperrzone für Fans

Sportlich ist die Lage bei Hannover 96 nicht entspannt – und für die Fans ähnelt die Fahrt nach Lüttich der Reise in einen totalitären Staat. Dabei ist es doch nur Belgien, ein Euro-Land. Sogar 96-Chef Martin Kind fragt sich: „Was haben die bloß für ein Bild von uns?“

Hannover. Offensichtlich ein verzerrtes. Sonst gäbe es keinen Grund, 96-Fans aus der Stadt auszusperren. Lüttich bleibt für Hannovers Anhänger bis auf wenige Ausnahmen die verbotene Stadt. 1700 Fans begleiten 96 nach Lüttich, 1400 sitzen morgen Abend auf der Gästetribüne, 300 auf der Haupttribüne.

Doch es ist nicht nur zahlenmäßig eine andere Tour als nach Kopenhagen – da waren mehr als 10 000 dabei. Es war eine friedliche Karawane in eine schöne Stadt. Nach Belgien geht es dagegen nur mit strenger Planung und harten Vorgaben. „Unser Sonderzug wurde vom Bürgermeister nicht genehmigt“, erklärt 96-Ticketchef Thorsten Meier. „Er wollte nicht, dass 800 Leute durch die Stadt ziehen.“

Bürgermeister Willi Demeyer ist auch Polizeichef und gibt klare Regeln vor. Meier organisiert danach für 96 die Reise mit. Der Fanverband „Rote Kurve“ schickt insgesamt zwölf Busse los – am Mittwoch ab 11 Uhr. Die Fans haben bisher nur Busfahrkarten, die Stadion-Tickets werden später ausgegeben.

96 kennt den Namen jedes Reisenden. Die Ansage der Polizei lautet: „Vor 19 Uhr dürfen die Fans nicht in Belgien einreisen“, weiß Meier. Das Spiel beginnt um 21.05 Uhr. An der Grenze werden die Busse erwartet und direkt ins Stadion eskortiert. Keiner soll einen Fuß in die Stadt setzen.

Das First-Reisebüro veranstaltet zusätzlich offizielle 96-Reisen: Fünf sogenannte Bronzebusse, zwei Goldbusse und den Silberflug X 396 mit 189 Passagieren an Bord. Vom Flughafen gehts direkt ins Stadion und zurück, Rückflug 0.30 Uhr ab Lüttich. Die Bronzebusse werden „ab 18 Uhr an der Grenze eingelassen und per Polizei-Eskorte zum Stadion gebracht“, berichtet Maren Brenneke vom First-Reisebüro. Die 100 Gäste der beiden Goldbusse dürfen immerhin nach dem Spiel nach Lüttich und dort übernachten – wirklich goldig.

Nicht organisiert fahren laut Meier nur „264 Personen nach Lüttich“. Alle müssen wissen: Wer sich mit 96-Trikot oder Schal in der Stadt zeigt, „kann von der Polizei 24 Stunden in Arrest genommen werden“, sagt Meier. Lüttich will keine 96-Fans sehen. Die richtige Antwort kann nur die Mannschaft geben – und gewinnen! aw


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