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© Florian Petrow

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Trainingslager

Hannover 96: Hier spricht der Kapitän

Über den Wolken sprach NP-Reporter Dirk Tietenberg gestern mit dem Kapitän. Und es gab viel zu besprechen. Manuel Schmiebach (28) ging steil, weil ihm die Kritik an 96 zum Teil zu scharf war.

Hannover. Wie gut sehen Sie die Sechser-Position bei 96 besetzt?

Die ist sehr gut besetzt. Erst recht für die Liga. Wir haben definitiv nicht die Probleme, die uns von den Medien dort angekreidet werden.

Aber 96 könnte nicht noch einen spielstarken Sechser mit mehr Torgefahr gebrauchen?

Da habe ich eine andere Meinung. Wenn man von Torgefahr spricht, dann muss man auch die vergebenen Chancen mit dazuzählen, die Baka (Marvin Bakalorz) und ich vorbereiten. Wären die Chancen genutzt worden, wäre ich schon bei sechs oder sieben Torvorbereitungen. Mir fällt auf Anhieb Martin (Harnik) ein, der gegen Stuttgart oder Sandhausen allein aufs Tor zuläuft. Wir haben durchaus Pässe drin, die gefährlich sind. Aber die zählt niemand mit, weil keine Tore entstanden sind.

Sehen Sie sich und Marvin Bakalorz zu hart bewertet?

Ich finde halt, man sollte genauer hinsehen. Wir Sechser können uns nicht einfach so positionieren, wie Stürmer das tun.

Täuscht der Eindruck, dass Sie und Bakalorz immer mehr den Weg zum eigenen Torerfolg suchen?

Ganz ehrlich: Wenn wir aufsteigen, ist mir das alles scheißegal.

Warum sind die Ansprüche an Sechser in Hannover so hoch?

Die Ansprüche von den Medien in Hannover, nicht nur in der Neuen Presse, die sind teilweise schon brutal. Wir werden teilweise für Siege niedergeschrieben. Klar haben wir vielleicht mal knapp gewonnen, aber das interessiert doch nach zwei Wochen keinen mehr, wenn wir die Punkte haben. Wir müssen halt sehen, dass wir Punkte sammeln. Ob wir High-Life-Fußball spielen oder den schönsten Fußball, den es gibt auf der Welt - das ist doch egal. Das mit dem schönen Fußball hatten wir hier schon mal. Das hatte leider nicht so eine richtige Langzeitwirkung.

Auch 96-Chef Martin Kind fehlt die Überzeugung oder die Dominanz, dass die teuerste Mannschaft auch die erfolgreichste ist.

Aber das kann man doch an der Tabelle ablesen. Wir spielen oben mit. Viel vorzuwerfen haben wir uns nicht - außer, dass wir ein paar Chancen haben liegen lassen. Außer in Düsseldorf haben wir die Spiele gezogen, wenn wir geführt haben. Für mich ist extrem wichtig, dass wir die Bälle vorne reinmachen. Hinten kann immer mal ein Ball durchrutschen. Aber für uns ist es wichtiger, Chancen rauszuspielen und zu verwerten.

96 ist mit Jan Simak vor 15 Jahren ziemlich souverän aufgestiegen. Was sagen Sie dazu?

Dazu sage ich, dass man in der Erinnerung vielleicht die schwachen Spiele auch mal weglässt oder vergisst. Wir hatten auch in der Europa League Spiele dabei: Hey, die waren zum Fürchten. Wir haben auch damals nicht alles gerockt und den Fußball neu erfunden.

Glaubt die Mannschaft an den Erfolg?

Schon immer. Das ist kein Problem. Wir sind relativ ruhig und ziehen unser Ding durch, gehen vorne drauf, investieren mehr als der Gegner, wollen alles aus uns rausholen. Und das sieht man auch. Jeder hat das höhere Ziel: Wir wollen hoch.

Sind Sie, wo Sie hin wollen?

Wenn ich heute unterschreiben könnte, dass wir am 34. Spieltag Zweiter sind, ja dann mach ich das. Warum muss man immer das Haar in der Suppe suchen?

Na ja, vor der Wintertransfer-Periode überlegt jeder, wo sich eine Mannschaft verstärken kann.

Wenn man allgemein die Wintertransfers zählt, die bei 96 eingeschlagen sind, da kommt man mit einer Hand aus.

Braucht 96 Verstärkung?

Wir sind als Mannschaft intakt, da hat jeder sein Zugehörigkeitsgefühl. Das jetzt durcheinanderzuwürfeln, ist vielleicht ein Fehler. Wir müssen einfach in der Rückrunde die Tore machen, um souveräner zu wirken.

Ist die Mannschaft leicht zu führen? Hebt da keiner ab?

Da hebt keiner ab. Die Mannschaft hält mehr zusammen als in den vergangenen Jahren. Wir unterstützen uns auch, wenn mal einer nicht so gut drauf ist.

Wie belohnt sich der Kapitän?

Ich fahre nach Hause und setz mich aufs Sofa. Abzuschalten tut mir gut. Ab und zu gehe ich ins Kino.

Und auf den Bolzplatz?

Ach, die Geschichte kennt doch schon jeder. Ich glaube auch nicht, dass ich der einzige Profi bin, der ab und zu auf den Bolzplatz geht. Da schaltet man auf andere Weise ab.

Haben Sie mitbekommen, dass Hannover alle Bolzplätze gesperrt hat, um sie zu überprüfen?

Nicht direkt. Aber ich muss schon sagen, dass die Bolzplätze in Hannover nicht das Gelbe vom Ei sind. Das ist doch häufiger Beton oder Schotter. In Berlin zum Beispiel hatten Bolzplätze häufiger rote Gummibeläge, da hat der Ball am Fuß geklebt. Das hat richtig Spaß gemacht.

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