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Hannover 96: Fans kritisieren Polizeieinsatz

Haben Ultras von Hannover 96 auf dem Bahnhof in Achim bei Bremen randaliert? Die Liste mit Vorwürfen der Bundespolizei ist lang - bei den Fans stehen vor allem die Beamten in der Kritik.

Hannover/Achim. Rosemarie V. ist empört über das Vorgehen der Polizei. Ihr Sohn (16) war mit Freunden in dem Zug zum 96-Spiel in Bremen unterwegs. In Achim sei die Gruppe mit anderen ausgestiegen, weil Gerüchte die Runde machten, in Bremen warteten gewaltbereite Fans auf die Hannoveraner. Auf dem Bahnsteig habe man die Gruppe dann eingekreist und mehrere Stunden im Regen stehen lassen. „Wir haben mit unserem Sohn telefoniert. Es klang nicht so, als seien die Fans aggressiv gewesen“, so Rosemarie V.

Der Standpunkt der Bundespolizei lautet hingegen: „Es kam bereits während der Fahrt zu Störungen durch Pöbeleien und Rauchen. In Achim wollten die Ultras mit einer anderen Bahn nach Bremen-Sebaldsbrück fahren, um den Maßnahmen am Bremer Hauptbahnhof zu entgehen.“ Das Schlimmste für die Mutter des 16-Jährigen: Ihr Sohn und die Freunde „werden als Ultras abgestempelt. Es steht in den Sternen, ob sie jemals wieder ins Stadion gehen können.“ ps/aw/dt

 

Die NP-Redaktion erreichten zahlreiche Zuschriften von mitreisenden Fans. Hier eine kleine Auswahl:

Marcel Weißmann: „Außer zwei Böllern und urinierenden Fans am Bahnsteig (zwangsweise, man durfte ja den Bahnsteig nicht verlassen) habe ich in meinem Bereich keine Auffälligkeiten feststellen können. Deshalb ist es aus meiner Sicht auch völlig unverständlich, warum auf einmal einige Hundertschaften den Bahnsteig umstellten, man zusammengetrieben wurde und ohne erkennbaren Grund nach zweieinhalb Stunden im Dauerregen wieder nach Hannover transportiert wurde.“ 

Thorsten Erbes: „Mein Sohn hat sich mit einem Dutzend Freunden (15 bis 16 Jahre) organisiert und Karten für das Spiel in Bremen sowie Niedersachsentickets gekauft. (...) Mein Sohn berichtet, dass es trotz der großen Enttäuschung bei den 96-Anhängern keine Aggressionen bzw. Gewaltbereitschaft gab. Die Gewalt begann als der Zug Richtung Hannover eintraf. Aber nicht von den Hannoveranern, sondern von den Beamten der Polizei. (...) Nachdem es der Polizei nicht schnell genug ging, fingen sie an willkürlich mit Schlagstöcken auf die Fans einzuschlagen und pressten die Gruppe immer mehr zusammen. (...) Ich weiß nicht was der Auftrag der Polizei, war. Sollte hier etwa ein Exempel statuiert werden?“ 

Philipp Reinecke: „400 Menschen zu behandeln als wären sie Vieh oder noch weniger Wert sollte gerade in einem Staat wie Deutschland nicht noch durch die Medien unterstützt und verbreitet werden! Ich werde gegen diesen Einsatz (wie vermutlich viele andere auch) rechtliche Schritte einleiten um solch ein verhalten der Staatsmacht in Zukunft einzudämmen, bzw. zu unterbinden!“ 

Fanhilfe Hannover: „Aus den Reihen der Fans wurden auf dem Bahnsteig zwei Knallkörper gezündet. Die Fans wirkten daraufhin per Megaphon auf ihre Mitreisenden ein, dieses gefährliche Verhalten zu unterlassen. Darüber hinaus verhielten sich die Fans trotz der ungeklärten Situation absolut friedlich.“


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