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Wer soll bleiben?

Hannover 96: Die Vertrauensfrage

Alles geht den Bach runter - von 96 gibts schon lange keine sportlichen Erfolgsmeldungen mehr. Über 96 kursieren Witze und Cartoons wie der von Oliver Pocher getwitterte: Eine Domina schwingt die Peitsche und fragt: „Wie, du willst dich nicht mehr von mir demütigen lassen?“ Der Kerl daneben antwortet: „Nein, danke! Ich brauche es härter. Ich gehe zu 96.“ Das beschreibt die Stimmung: 96 tut nur noch weh, die Spiele sind kaum mehr zu ertragen. Und dennoch wird es weitergehen, vermutlich in der zweiten Liga. Es könnte die Chance zu einem Neuanfang werden. Zuvor muss den verantwortlichen Personen die Vertrauensfage gestellt werden: Wem traut der Club zu, den Neustart zu organisieren? Wer hat die sportliche Kompetenz? Wer soll bleiben - und wer muss gehen?

Hannover. 96-Chef Martin Kind äußert sich dazu nicht. Wenn sich heute die 96-Gesellschafter treffen, erwartet Geschäftsführer Martin Bader andere Themen: „Da gehts um Zahlen und Inhalte, nicht darum, wer im Sommer den Hut aufhat.“ Bader wird seine Strategie vorstellen: „Ich bin mit den Gesellschaftern so im Austausch, dass wir Lösungen haben wollen, wie wir planen.“

Tatsächlich aber muss schnellstmöglich geklärt werden, wer künftig den Hut aufhat. Bader und sein Kumpel Christian Möckel, den er als Sportlichen Leiter installiert hat, konnten 96 nicht retten. Es war klar, dass die Qualität der Mannschaft in der Winterpause angehoben werden musste, um den Abstieg zu verhinden. Das wäre nur mit Erste-Hilfe-Transfers möglich gewesen. An dieser alles entscheidenden Schnittstelle ist das in Nürnberg minder erfolgreiche Duo Bader/Möckel nach jetzigem Stand gescheitert. Sechs Spieler wurden geholt, keiner hilft wirklich sofort weiter - außer in Ansätzen Hugo Almeida, der aber nur wegen Trainer Thomas Schaaf kam.

„Es ist nicht viel aufgegangen“, gibt Bader zu. Vielmehr scheint sich die Transferflop-Ära fortzusetzen, die Dirk Dufner begonnen hat. Weitere Fehlgriffe kann sich 96 aber nicht leisten, will der Verein nicht auf viele Jahre in den Tiefen der zweiten Liga hängen bleiben.

Außerdem sollte noch im März die Trainerfrage geklärt werden: Schaaf muss sich zu 96 bekennen - oder gehen. Bader hätte die Macht, die Antwort vom Trainer einzufordern. Er nutzt sie aber nicht.

Wie könnten Lösungen aussehen? Wenn Bader weiter seine kommunikative Stärke als Ge-schäftsführer nutzt und die Zahlen verwaltet, wird ein neuer Sportchef benötigt. Das könnte ja auch Schaaf sein, der Trainer könnte den Arbeitsplatz wechseln. Dies soll bereits ein Denkmodell sein. Möckel könnte die Scouting-Abteilung aufbauen. Dann bräuchte 96 nur einen neuen Trainer, der den Aufstieg schafft.

Denkbar wäre aber auch die radikale Lösung - alles neu für die zweite Liga. Aber auch dann bliebe die Eine-Million-Euro-Frage: Wer findet diesmal die Richtigen?


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