Navigation:
ABGERISSEN UND VERSCHLEPPT: Chaoten haben in einem Lokal randaliert, unter anderem das Klo entfernt.Foto: Behrens

ABGERISSEN UND VERSCHLEPPT: Chaoten haben in einem Lokal randaliert, unter anderem das Klo entfernt.© Foto: Behrens

|
96-Spiel

Dortmund-Fans verwüsten Linden-Gaststätte

Rausgerissene Kloschüsseln, zertrümmerte Stühle und Tische, ein demoliertes Polizeiauto - Fußballrowdys von Borussia Dortmund haben am Sonnabend in Hannover eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Hannover. Fast 200 BVB-Ultras haben in der Clubgaststätte 1897 Linden an der Stammestraße (Ricklingen) so schwer randaliert, dass das Pächterpaar Dina (35) und Markus-Christian Kulz (37) das Lokal von der Polizei räumen lassen musste. „Meine Frau und ich waren am Rande eines Nervenzusammenbruchs“, so der 37-Jährige. Bereits auf der Anfahrt nach Hannover hatten Dortmunder bei einem Stopp an der A2-Raststätte Auetal-Süd einen Polizei-Bus umgekippt (lesen Sie hier den Bericht). Die Beamten ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs und schweren Diebstahls.

Kulz und seine Frau sind den Umgang mit Fußballfans gewohnt: Seit fast zehn Jahren beherbergen die beiden Gäste ohne Eintrittskarte. „Wir hatten Dresdener hier, wir hatten Braunschweiger hier - alle waren lieb und nett. Aber die Dortmunder am Sonnabend sind völlig ausgerastet“, sagt Kulz. Unter den 200 BVB-Ultras waren auch rund 50 mit Stadionverbot. Die Lage eskalierte, als Dortmund das 1:0 erzielte. Plötzlich hätten die Krawallmacher angefangen zu randalieren. In der Herrentoilette rissen sie beide Klos heraus, brachen Rohre und Handtuchhalter ab. Der ganze Raum stand unter Wasser. Unfassbar: „Eine der Kloschüsseln stellten sie in der Gaststätte auf den Tisch“, berichtet Kulz.

Im Lokal zertrümmerten die Rowdys außerdem Stühle und Tische. In den Waschräumen schraubten sie Duschköpfe ab. Der Pächter: „Es war grauenvoll.“ Er entschloss sich, das Lokal von der Polizei räumen zu lassen. Etwa 80 Einsatzkräfte marschierten auf dem Gelände auf. Per Lautsprecherdurchsage wurden die Dortmunder aufgefordert, friedlich zu sein, die Kneipe zu verlassen und zu ihren Bussen an der HDI-Arena zu gehen. „Da taten sie auch“, so Kulz. Zurück blieben er, seine Frau und das Chaos. Und das galt es, innerhalb von drei Stunden halbwegs zu beseitigen. „Wir hatten am Abend eine Geburtstagsfeier“, erzählt der 37-Jährige. Die männlichen Gäste hatten allerdings keine Toiletten. Sie mussten ihre Notdurft in den Damenklos verrichten.

Schon lange vor dem Spiel war es zu dem Zwischenfall auf dem Parkplatz Auetal-Süd gekommen. Drei Busse mit insgesamt 170 BVB-Fans legten dort gegen 11.45 Uhr eine Pause ein. 15 Randalierer machten sich an einem abgestellten Polizei-Bulli zu schaffen, brachen ihn auf, stahlen einen Feuerlöscher und kippten den Wagen um. Nach NP-Informationen sollen sie auch das Blaulicht eingeschaltet haben. Quasi als Visitenkarte hinterließen die Täter am Fahrzeug Sticker von Dortmunder Fangruppen. Noch bevor die Polizei am Tatort war, setzten die Busse ihre Reise fort. An der HDI-Arena nahmen die Beamten die Personalien von allen 170 Insassen auf. „Zum Teil wurden sie auch fotografiert“, sagt Polizeisprecher Thorsten Schiewe.


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Anzeige

NP-Sportstiftung

Wir helfen dem Sport, helfen Sie mit! Seit ihrer Gründung bei der NP-Sportgala im Januar 2007 unterstützt und fördert die Sportstiftung der Neuen Presse den Amateur- und Breitensport in der Region Hannover.