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ENTFLAMMT: Bei der letzten Begegnung zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig ging es im Stadion heiß her.

Interview

Abstiegsangst verschärft Sorgen vor Derby

Derby-Zeit im Eintracht Stadion: Am Sonntag ist Hannover 96 in Braunschweig Gast. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius weiß: Es geht für beide Vereine nicht nur ums eigene Prestige. Wegen der akuten Abstiegsangst liegen auf beiden Seiten die Nerven blank.

Hannover. Die schlechten Tabellenpositionen von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig haben nach Ansicht von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius die Ausgangslage für das Derby verschärft. Sollte es am Sonntag beim Spiel in Braunschweig Ausschreitungen geben, müsse als Konsequenz über den Ausschluss von Gästefans bei solchen Partien nachgedacht werden. Im Hinspiel hatte es Ausschreitungen und gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben.

Wenige Wochen vor dem Ende der Bundesligasaison kursiert in Braunschweig und Hannover die Abstiegsangst. Was bedeutet das für die Vorbereitung der Polizei auf das Derby am kommenden Sonntag?

Natürlich liegen jetzt bei den Fans beider Mannschaften die Nerven blank. Es geht um viel, aber Gewalt hat hier nichts zu suchen. Fußballerisch könnte das Spiel also eine entspanntere Ausgangslage haben. Das muss man einräumen. Ich hoffe dennoch, dass sich das Augenmerk auf das Geschehen auf dem Platz konzentriert. Die Polizei ist vorbereitet.

Was hat die Polizei aus dem Hinspiel gelernt?

Für den überwiegenden Teil der Gästefans ist die Anreise mit Bussen verpflichtend. Dies hat Hannover 96 in Abstimmung mit uns und mit Eintracht Braunschweig entschieden. Das dient vor allem dem Schutz der friedlichen Fans. Das muss man so deutlich sagen. Ansonsten bereitet sich die Polizei seit Wochen gründlich auf das Spiel vor. Es wird nach heutigem Stand keinen geringeren Einsatz als beim Hinspiel geben.

Wenn es aber doch wie beim Hinspiel Ausschreitungen geben sollte. Sind Derbys ohne Gästefans für Sie undenkbar?

Nichts ist undenkbar. Die jetzige Maßnahme mit der Busanreise scheint bei einem Spiel dieser Größenordnung und dieser Risikoeinschätzung angemessen zu sein. Das wird man aber nicht auf Spiele mit 80 000 Besuchern, darunter 20 000 Gästefans, übertragen können. Deshalb ist auch klar, und das haben ja dankenswerterweise Borussia Dortmund und Schalke 04 bei ihrem Derby vor einigen Tagen sehr deutlich gemacht: Wenn es wieder zu Ausschreitungen kommt, wird der nächste Schritt sein, die Gästefans auszuschließen. Das war eine klare Drohung - und das ist sicher nicht das, was wir wollen.

Warum hat die Gewaltbereitschaft in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen?

Die Feindseligkeiten richten sich inzwischen ganz gezielt und völlig grundlos gegen die Polizei, sobald die gegnerischen Fans nicht greifbar sind. Aber ich warne davor, das zu verallgemeinern. Der Großteil der Fußballfans ist friedlich, die meisten Spiele finden friedlich statt. Es ist kein Problem der Fußballfans, es ist ein Problem mit Kriminellen, denen es nur um Gewalt geht. Alle, denen Fußball etwas bedeutet, müssen deshalb gegen die zusammenstehen, die den Fußball nur missbrauchen.


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