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Fans von Hannover 96 feierten friedlich in Brügge.© Petrow

Europapokal

96-Fan-Party in Brügge - (fast) alle friedlich

Freundliche Polizisten, behutsame Ultras und viel Gesang - das Vorspiel zum Pokalknaller in Brügge war ein Fest. Nur ein paar Hooligans machten Sorgen.

Brügge. „Und?“, fragt Rudy Saron, der Einsatzleiter der Polizei in Brügge: „Was sagen die Fans dazu, dass wir hier sind?“ Sie lachten über die rund 40 Beamten aus Brügge, die sich zu den etwa 300 Fans aus Hannover auf den Marktplatz stellten. „Lachen ist ein gutes Zeichen“, meint Saron. Die Stimmung? Entspannt bis zum Nachmittag auf dem riesigen „Grote Markt“. Die Fans sangen ihre „Vierschanzentournee“ von Europa, ein wohlklingender Chor bei dem Echo zwischen Brügges historischen Bauten. Die örtliche – unbehelmte – Polizei griff nicht ein, unterhielt sich stattdessen mit Fans aus Hannover. „Das ist die Strategie der Zukunft“, glaubt Saron.

Mittags um zwölf hingen die ersten 96-Fahnen auf dem Marktplatz. Immer mehr Fans kamen zum Feiern. Als es etwa 200 waren, stellte die Stadt ein transportables Pissoir, ein offenes „Dixi-Uri“, zu den Fans. Applaus, Jubel, man fühlte sich willkommen. Trotzdem brannte immer wieder die Luft in Brügge. Hannovers szenekundiger Beamte Hubertus Gleitze sah stets neue Problemfans auf den Markt kommen und trinken. Dort und 50 Meter weiter am „Eiermarkt“ kamen Alt-Hooligans zusammen, „die sich in Europa noch mal zeigen wollen“, sagt Gleitze. Zeigen – und prügeln.

Am Dienstagabend hatten sich 170 Fans aus Hannover – Alt-Hooligans und andere Prügelsüchtige – im außerhalb des Zentrums liegenden „Café Square“ getroffen, wo das Bier preiswert ist und die Brügge-Fans in der Nähe waren. Zur verabredeten Schlägerei kam es aber nicht. Gestern sammelten sich nachmittags erneut 96-Hooligans am „Eiermarkt“, die Polizei ging davon aus, dass sie nach dem Spiel Streit mit Brügge-Fans suchten. Friedlich gings auch: 2000 Fans, darunter die 96-Ultras, marschierten ab 16.30 Uhr bis zum Stadion. Rauchwerk wurde vereinzelt gezündet. „Aber insgesamt war es ruhig“, sagte Frank Ziegenbein, als szenekundiger Beamter vor Ort.

Die Ultras hatten nach NP-Informationen sogar Zettel verteilt, auf denen sie versprachen, keine Pyrotechnik zu zünden. 500 Fans aus Hannover, die sich über Umwege Tickets organisiert hatten, wurden von der belgischen Polizei ohne Zwischenfälle zu den Tribünen geleitet. Am Stadion hatten die 400 Polizisten, teilweise aus dem deutschsprachigen Eupen, die Situation im Griff. Im Stadion kams fast zum Eklat, kurioserweise unterhalb der Haupttribüne. In der Pause stürmten Brügger Fans die VIP-Bar, wo 96-Fans von der Tribüne sich in der Halbzeit aufhielten. Die Bar wurde verriegelt, bis die Brügger Randalierer verschwanden.

dt


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