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Oberste Instanz: 96-Chef Martin Kind auf der Tribüne der AWD-Arena.© zur Nieden

NP-Interview

96-Chef Kind ruft Schmadtke und Slomka zur Ordnung

Das Verhältnis zwischen 96-Trainer Mirko Slomka und Sportdirektor Jörg Schmadtke ist angespannt. 96-Chef Martin Kind (66) spricht im NP-Interview über die Zusammenarbeit der sportlichen Leitung, weitere Transfers und persönliche Eitelkeiten.

Von Thorsten Langenbahn

Herr Kind, gabs schon einen Krisengipfel mit Jörg Schmadtke und Mirko Slomka?

Nein, ich habe ein Gespräch mit Herrn Schmadtke geführt. Aber ich werde auch noch mit Herrn Slomka und beiden zusammen sprechen.

Wie störend sind die Spannungen zwischen Trainer und Sportdirektor?

Die Zusammenarbeit muss sich sicher noch weiterentwickeln. Und das wird sie auch.

In welche Richtung?

Im Sinne der Professionalität, dass sie eine Aufgabe haben – Hannover 96 und diese gemeinsam, kommunikativ, intern und professionell umzusetzen haben.

Fredi Bobic sagte bei seiner Vorstellung als Sportdirektor in Stuttgart, es gebe keine Eitelkeiten. Sehen Sie die hier?

Nein, Eitelkeiten nicht, aber die Basis der Zusammenarbeit ist sicher entwicklungsfähig.

Wie fällt Ihre Bilanz des Trainingslagers aus?

Aufgrund meiner Informationen ist es im Ergebnis positiv. Die Mannschaft ist konditionell gut aufgestellt. In den Freundschaftsspielen hat sich gezeigt, dass die taktische Ausrichtung noch nicht ganz deutlich ist, was sicher auch mit den Transferentscheidungen und den Verletzten zusammenhängt.

Reicht es bei 96 zum jetzigen Zeitpunkt für die Bundesliga?

Die Mannschaft hat unser Vertrauen und die Qualität, den Klassenerhalt zu sichern. Aber wir wollen kein Risiko eingehen und deshalb noch zwei Transferentscheidungen treffen.

Wie weit sind Sie bei den Bemühungen?

Die Profile sind definiert, wir haben uns auf Namen verständigt. Herr Schmadtke ist in der Phase der Sondierung oder führt konkrete Gespräche.

Mit wie viel Kandidaten?

Im Moment wird mit dreien gesprochen.

Gesucht werden ein Stürmer und ein Spielmacher?

Das ist so.

Und jemand für die linke Außenbahn?

Das ist optional, wenn wir noch einen weiteren Spieler verpflichten.

Sogar die Spieler fordern Verstärkungen. Ist diese Einmischung in Ordnung?

Das geht öffentlich natürlich nicht. Intern ist das aber zu vertreten und sogar wünschenswert, wenn Spieler ihre Einschätzung formulieren.

Der Elson-Wechsel zu 96 ist überraschend gescheitert. Wie bitter war das für Sie?

Das tut mir leid für den Spieler, der unbedingt nach Hannover wollte. Für 96 ist es natürlich auch ein Verlust, denn die sportliche Leitung war überzeugt, dass der Spieler die Qualität hat, aber es war eine notwendige Entscheidung. Es ist auch gut zu wissen, dass die medizinischen Untersuchungen kritisch durchgeführt werden, denn Risikoentscheidungen können wir uns nicht leisten.

Elson, Jan Moravek, Christian Fuchs – drei geplatzte Transfers innerhalb kurzer Zeit. Macht Sie das nachdenklich?

Nein, gar nicht. Sie sind nicht wirklich geplatzt. Mit Fuchs gab es nur ein erstes Gespräch, nicht mehr und nicht weniger. Moravek kann ich abschließend nicht beurteilen, aber er wird seine Gründe gehabt haben, sich für Kaiserslautern zu entscheiden.

Gibts Angebote von anderen Klubs für 96-Spieler?

Nein, da gibt es keine Nachfrage.

Didier Ya Konan wird von mehreren Klubs umworben. Ist eine konkrete Anfrage dabei?

Bei uns gibt es keine konkrete Anfrage. Darüber hinaus hat unsere eigene Mannschaft immer Priorität bei solchen Entscheidung.

Würden Sie den zuletzt besten 96-Schützen ziehen lassen?

Das muss diskutiert werden, wenn es eine Anfrage gibt, aber ich persönlich bin sehr zurückhaltend bei dieser Frage. Ich denke, er ist für diese Mannschaft sehr wichtig.

Nach zunächst guter Vorbereitung hat Mike Hanke erneut Knieprobleme, wie schwerwiegend die sind steht offenbar noch nicht endgültig fest. Bleibt er das größte 96-Sorgenkind?

Jede Verletzung ist unerfreulich. Wenn es bei Spielern ist, die häufiger verletzt sind, ist das nicht gerade zum Jubeln. Aber da will ich die endgültige Diagnose abwarten, bisher hat er sich in der Vorbereitung gut präsentiert.

Ist der Kader schlechter aufgestellt als in den vergangenen Jahren?

Nein. Es ist noch viel zu früh dies zu beurteilen. Außerdem haben wir in der Vergangenheit Spieler mit Namen verpflichtet und haben uns auch nicht so weiterentwickelt, wie wir uns das erhofft haben. Fußball ist und bleibt ein Mannschaftssport und die Mannschaft ist deutlich intakt und motiviert. Daraus werden wir unsere Stärke ziehen.


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