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Kreuzfahrten

Knoten ist nicht gleich Knoten

Geschwindigkeitsmessung auf dem Schiff

Der Knoten: Er misst als Einheit die Geschwindigkeit von Schiffen und sichert diese zuverlässig im Hafen. Manche Wörter kommen in der deutschen Sprache nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach vor. Ihre Bedeutung allerdings ist völlig unterschiedlich.
Tau mit Knoten

Knoten ist nicht gleich Knoten

© Kero – Fotolia

Knoten etwa ist so ein Wort. Knoten klingt so wie Knoten, ist aber nicht gleich Knoten. In der Schifffahrt spielt der Knoten in zweierlei Hinsicht eine große Rolle. Zum einen wird die Geschwindigkeit, mit dem sich ein Schiff auf Fluss, See oder Meer fortbewegt, in Knoten gemessen. Zum anderen sichert der feste Seemannsknoten die Boote im Hafen vor dem ungewollten Auslaufen und übernimmt in unterschiedlichster Ausführung auch sonst wichtige Aufgaben auf hoher See.

Knoten als Einheit stammt wie „Elle“, „Fuß“ oder „Pferdestärke“ aus einer früheren Zeit. Wollte man im 16. Jahrhundert die Geschwindigkeit, mit der ein Schiff fuhr, feststellen, so warf man ein mit Blei beschwertes Holzstück an Heck über Bord. Das Holz wurde auch Logscheit genannt. Die lange Leine war im Abstand von 47 Fuß und drei Zoll – das sind ungefähr 14,4 Meter – mit Knoten versehen. Der zuständige Seemann behielt sie locker in seiner Hand. Währenddessen stoppte ein anderer die Zeit. Er bediente sich dafür einer 30 Sekunden zählenden Sanduhr – dem Logglas. Das Logscheit blieb wegen seiner Schwere im Wasser stehen, das Tau gab nach. Die Anzahl der Knoten, die der Seemann mit dem Seil innerhalb einer halben Minute zählte, zeigte, wie viele Knoten ein Schiff „machte“. Ein Knoten hat das Einheitszeichen kn. Ist ein Schiff mit einem Knoten unterwegs, so legt es eine nautische Meile oder 1,852 Kilometer pro Stunde zurück.

In der Seefahrt nicht minder bedeutend ist der Seemannsknoten. Weltweit benutzen Seemänner die gleichen Knoten, um ihre Schiffe zu sichern. Wichtigstes Merkmal: Seemannsknoten halten, wenn sie halten sollen. Wenn sie aber ihren Zweck erfüllt haben, lassen sie sich ganz einfach wieder lösen. Ein Seemann sollte einen Satz von zuverlässigen Knoten „im Schlaf“ können. Die Sicherheit eines Schiffes und dessen Besatzung kann von der Haltbarkeit eines Knotens abhängen. Der wohl am häufigsten verwendete Knoten ist der Palstek. Er dient dazu, eine feste Schlaufe zu binden. Hierfür eine Eselsbrücke: „Die Seeschlange taucht aus dem See heraus, wickelt sich um den Baum herum und taucht wieder in den See hinein.“ Bitte niemals Seemannsknoten und Seemannsgarn verwechseln.

Sigrid Krings/Stefanie Möllke


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