AIRPORT-RUNDE: Flughafen-Chef Raoul Hille (links) und NP-Sportredakteur Tim Burchardt.
Hört sich schön an, aber kann man es ihm auch glauben? Ein Flughafen – reizvoll, idyllisch? Skeptisch mache ich mich mit dem 47-Jährigen auf den Weg, 18 Kilometer sollen es sein. Genau die gleiche Strecke, die am Sonnabend rund 1300 Läufer beim Airport-Run in Angriff nehmen.
Die NP testet die Strecke schon mal. Und entdeckt tatsächlich ein landschaftliches Kleinod: Fachwerkhäuser, idyllische Gehöfte, viel Grün. Fast bizarr ist da der Kontrast zwischen dem ständigen Starten und Landen der Flugzeuge auf den Rollfeldern und der Abgeschiedenheit der Natur.
„Als Veranstalter laufe ich mit.“ Das ist für Hille klar. Ein ausgefeilter Trainingsplan hilft ihm, auf den Tag topfit zu sein. Diesmal steht langsames Tempo auf dem Programm. „Komisch. Da muss man im Training langsamer laufen, um schneller zu werden“, sinniert der Flughafen-Chef.
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| Läufer können so auch mal die grüne Seite des Flughafens erleben. | |
| Airport-Chef Raoul Hille |
Bleibt genügend Zeit, um den Blick gen Himmel zu richten und eine Boeing im Anflug zu beobachten. Die Vögel, die eben noch gezwitschert haben, verstummen und erleben mit uns, wie der Flieger nur gefühlte 15 Meter über unsere Köpfe hinwegdüst und zur Landung ansetzt. Kurzes Dröhnen der Motoren – dann wieder fast absolute Stille. Flughafenakustik hätte ich mir schlimmer vorgestellt. „Faszinierend, oder?“, fragt Hille.
Ihn hat diese Faszination schon früh gepackt. Als Kind ließ er ferngesteuerte Flugzeuge über den Gartenzaun des Elternhauses sausen. Heute fliegt er auch noch, aber eine Nummer größer. Wenn es die Zeit zulässt, sitzt er am Steuer eines Sportflugzeuges und chauffiert seine Frau und die drei Kinder in den Urlaub. „Im Sommer wollen wir nach Norwegen und anschließend noch zum Nordkap fliegen.“ Wo genau er landen muss, weiß er noch nicht. „Die Flughafen-Dichte ist längst nicht so stark wie in Deutschland.“
Mittlerweile haben wir das Ende der Landebahn erreicht – schönes Wetter, die Flughafen-Runde macht Spaß. „Die Landebahn ist eigentlich nur vier Kilometer lang“, verrät Hille. Für den Airport-Run braucht man aber mehr Ausdauer. Durch diverse Abzweigungen haben wir schon rund neun Kilometer hinter uns – die Hälfte ist geschafft.
Und der zweite Streckenteil ist genauso abwechslungsreich. Vorbei gehts an Kornfeldern, danach kratzen wir Langenhagen kurz an, und zurück gehts zum Flughafen. Entlang der Maschendrahtzäune, die den Airport begrenzen. „Kann ich gleich mal kontrollieren, ob er irgendwo ein Loch hat.“ So ganz kann Hille die Arbeit vergessen – auch nicht beim Airport-Run.
von Tim Burchardt
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