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GASTGEBER: Inhaber Tim Dhein ist auch Küchenchef bei „Söhle“, Nicht nur die Speisen, auch das Ambiente ist einen Besuch wert.© Nancy Heusel

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MODERNES KONZEPT

Wir haben das Gasthaus Söhle in Barsinghausen getestet

Wer über den Deisterpass will, kommt an diesem Lokal vorbei: Auch im Gasthaus Söhle in Barsinghausen gehts bergauf, ein Traditionshaus, das mit modernem Konzept überrascht – und überzeugt. Lesen Sie den gesamten Test heute in der Printausgabe der NP!

★ Ambiente: Seit 1860 ist in dem Fachwerkhaus in Egestorf ein Restaurant, 2012 erlebt das Haus einen Neustart als Familienbetrieb. Innen gibts viel Holz, urige Balken trennen den Raum, die stilvolle und zurückhaltende Deko bändigt den rustikalen Charme – das würde so auch im „Landleben“-Magazin ein gutes Bild abgeben. Durch die Fenster dringt viel Tageslicht, aus den Lautsprechern erklingt entspannter Folk-Pop. Hier kann man sich wohlfühlen.

★ Publikum: An diesem Mittwochabend sind rund die Hälfte der Tische besetzt, auch im Biergarten sitzen Gäste. Das bürgerliche Publikum ist gemischt: Einige ältere Herren darunter, auch zwei Frauenrunden mittleren Alters.

 Service: Die junge Bedienung ist freundlich und natürlich. Als sie uns die Speisekarten bringt, entschuldigt sie sich dafür, dass der Pulled Pork Burger sowie die Kichererbsen (Sugo für Spaghetti) nicht mehr vorrätig sind. Und sie hilft bei der Bestellung: Einen Salat zum Schnitzel solle meine Frau nicht als Vorspeise ordern (ist bereits einer dabei, es wird also eine Suppe), eine Rentnerin am Nachbartisch berät sie bei der Portionsgröße.

★ Essen und Trinken: Mit der Wiedereröffnung setzte das Gasthaus 2012 auf ein modernes Konzept – es gibt eine reduzierte Speisekarte, regionale, wechselnde Gerichte auch für Vegetarier, allerdings auch ein höheres Preisniveau. Den Gruß aus der Küche gibts natürlich gratis: Antipasti im Glas, Pilze, Zucchini, Paprika, Karotte, mit viel Knoblauch gewürzt, dazu Baguette.

Wenig später kommen die Vorspeisen: Die Fenchel-Orangen-Suppe (5,60 Euro) ist sehr lecker, die Orange verleiht der Suppe einen dezent herben Geschmack, die Croutons sind mit Öl und Kräutern angebraten. Der kleine gemischte Salat mit Himbeer-Vinaigrette (4,10 Euro) überrascht mit Apfelspalten und Blaubeeren zwischen Rucola und Feldsalat. Das Obst wird nicht jedermanns Sache sein, ist aber erfrischend und saisonal passend.

Auch die Hauptspeisen kommen fix: Das Regensburger Schnitzel vom Filet des Strohschweins (15,20 Euro) ist dünn und wunderbar zart, die Panade schön knusprig. Die Bratkartoffeln dazu sind etwas weich, und die zahlreichen, sehr würzigen Speckwürfel drohen den Geschmack zu dominieren, weshalb am Ende einige übrig bleiben. Dazu gibts einen kleinen Salat, ähnlich wie bei der Vorspeise ist wieder etwas Obst dabei, hier ein schönes Kontra zur deftigen Kost.

Die Streifen vom Lachsfilet auf Spaghetti an Schmorgurken in Dijon-Senf-Sauce (16,70 Euro) ist eines von vier Tagesgerichten. Mit dem Fisch wurde nicht gespart, die Schmorgurken sind bissfest, der Senf-Geschmack gibt dem Gericht ein gewisses Extra. Beide Hauptgerichte sind recht üppig, die Frage nach einem Dessert müssen wir leider verneinen.

 Fazit: Fachwerkcharme trifft Großstadt-Menü: Ein leckeres Konzept für ein paar Euro mehr und frischer Wind für Egestorf.

Essen & Trinken: 4 Sterne

Ambiente: 4 Sterne

Service: 4 Sterne


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