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ALLE HÄNDE VOLL ZU TUN: Svetlana Stanicführt die „Pinkenburg“ in Wennigsen, einRestaurant mit einem großen Biergarten.Fotos: Wilde

ALLE HÄNDE VOLL ZU TUN: Svetlana Stanic führt die „Pinkenburg“ in Wennigsen, ein Restaurant mit einem großen Biergarten.© Frank Wilde

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Deutsche Küche

Pinkenburg: Sattes Programm seit Jahrhunderten

Rustikales Ambiente oder open air? Die Pinkenburg in Wennigsen kann beides. Die neuen Pächter des Restaurants bieten eine solide Küche und einen wunderbaren Biergarten - wenn dort (bei gutem Wetter) noch ein Platz frei ist.

Ambiente
Die Pinkenburg in Wennigsen ist keine Burg, ihre Historie ist aber durchaus einen Blick wert. Seit vier Jahrhunderten speisen hier hungrige Seelen, auch heute noch steckt in dem Fachwerkhaus der rustikale Charme vergangener Zeiten. Im Innern viel dunkles Holz und Leder, alte Fässer und Fachwerk. Wer kann, sitzt draußen: Der Biergarten gehört wohl zu den schönsten in der Umgebung. Ein prächtiger Baum spendet Schatten, unter den Stühlen knirscht der Kies, Vogelgezwitscher übertönt die Straße. Bis vor wenigen Monaten führte das Haus übrigens Ex-96er Frank Hartmann, im Februar gab er die Pinkenburg an zwei Pächter aus Hannover ab.

Publikum
Der Biergarten ist proppenvoll. Ausflügler, Familien, Rentner lassen es sich an diesem sonnigen Samstag gut gehen. Im Restaurant ist an diesem Tag nur ein Tisch besetzt mit zwei älteren Pärchen. Ab und an kommen Hotelgäste vorbei.

Service
Der Anfang könnte besser laufen. Weil im Biergarten wegen eines Benefizkonzerts sehr viel los ist, möchte die Chefin nicht auch noch im Restaurant Gäste haben. Das mag verständlich sein, hätte man uns aber wenige Tage vorher bei der telefonischen Reservierung sagen müssen. Denn draußen gibt es nur eine deutlich abgespeckte Karte. Deshalb bestehen wir auf einen Platz im Restaurant, werden dort dann auch freundlich und zügig bedient. Allerdings ist Hektik spürbar und nachvollziehbar – es müssen hunderte Gäste draußen sein, die augenscheinlich anders als wir für Speis und Trank auch Geduld brauchen.

Essen und Trinken
Die Tageskarte mit Spargelgerichten ist auf Höhe der Zeit, die normale Speisekarte dagegen altbacken. Schnitzel, Ofenkartoffel, zwei Fischgerichte, Semmelknödel für Vegetarier. Für Rehkeule und Roulade kommen wir vielleicht im Herbst wieder. Nach dem Gruß aus der Küche (Lachs auf Salat) starten wir mit einer einwandfreien Spargelcremesuppe (5,90 Euro) mit frischen Kräutern – lecker. Als Hauptspeise gibt es Rumpsteak mit Ofenkartoffel (18,90 Euro). Das Fleisch ist dick, trotzdem auf den Punkt gebraten, teilweise sehnig. Der gemischte Salat dazu ist sehr üppig, knackig, gut. Im Quark zur Kartoffel macht es sich eine Frühlingszwiebel bequem, eine Geschmacksknospe will zudem etwas Minze bemerkt haben. Der pochierte Lachs im Apfel-Meerrettich-Ragout (14,90 Euro) ist leider ein Reinfall: Der Fisch und die Kartoffeln sind viel zu trocken – ärgerlich, zumal bei dem Preis. Das Ragout immerhin schmeckt angenehm fruchtig, retten tut es das Gericht aber auch nicht mehr. Eine Anmerkung für Weizen-Fans: Das Benediktiner Weißbier (3,60 Euro) vom Fass ist in Norddeutschland eine echte Rarität, die es sich zu trinken lohnt.

Fazit
Der Biergarten ist allemal eine Radtour nach Wennigsen wert, im Restaurant sollten die neuen Pächter allerdings eine Modernisierung wagen.

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Kein Raucherzimmer
  • bar, EC, Kreditkarten

Pinkenburg
Hauptstraße 6
30974 Wennigsen
05103/70 50 70
www.pinkenburg-wennigsen.de
Öffnungszeiten: Dienstags bis freitags ab 17 Uhr, samstags ab 15 Uhr.


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