Navigation:

Dimitra ist eine tolle Kellnerin, umsichtig, aufmerksam und immer freundlich.© Frank Wilde

RESTAURANTTEST

Neues Restaurant: Wir haben die Brasserie List getestet

Jahrzehntelang gab es hier thailändische Currys, jetzt ist die "Brasserie List" in das ehemalige "Bangkok" eingezogen. Der Service an der Ferdinand-Wallbrecht-Straße ist top, die Küchencrew muss noch etwas zusammenwachsen.

★ Ambiente: Das Vorgänger-Restaurant Bangkok war ein Gastro-Dinosaurier in Hannover, jetzt ist an der Ferdinand-Wallbrecht-Straße 6 nichts mehr vom asiatischen Flair übrig geblieben. Stattdessen herrscht in dem Lokal eine helle Atmosphäre mit viel Holz und moderner Kunst. Rund einen Monat nach Eröffnung wirkt das Ambiente der Brasserie List noch etwas cool – als würden Blumen und Bilder von einem Großeinkauf bei Ikea stammen. Wir sitzen bei unserem Besuch in dem kleinen Außenbereich vor der Tür. Da saust zwar der Abendverkehr auf der „Ferdi-Walli“ vorbei, aber an einem heißen Sommerabend ist das trotzdem eine gute Wahl.

★ Publikum: Lustigerweise speisen wir an diesem Abend fast ausschließlich Frauen in der neuen Brasserie, junge Mütter und Freundinnen, alle gut gelaunt und entspannt.

★ Service: Dimitra, die 18- jährige Tochter des Chefs, ist für uns zuständig – wie schön für uns. Wir sind zwei Frauen und ein Baby. Sofort fragt die Kellnerin, ob wir genug Platz haben, und stellt Stühle für den Kinderwagen um. Ihr Lächeln ist ein Türöffner, sie ist dauernd um uns herum, höflich und zuckersüß, wir fühlen uns wirklich willkommen. Supernett auch diese Geste: Zum Abschluss stellt sie als gute griechische Gastgeberin zwei Ouzo auf den Tisch, die wir (als weniger gute Gäste) ablehnen. Also schlägt sie vor, stattdessen zwei Gläser Prosecco zu bringen. Was wir nicht ablehnen. Einzig bei den Vorspeisen braucht die junge Kellnerin noch etwas Übung. Als wir sie bitten, uns den Überraschungsteller zu erklären, bleibt sie hier und da vage („So eine griechische Wurst“). Das wird sicher noch.

★ Essen und Trinken: Pizza, Schnitzel, Suflaki, warme und kalte griechische Tapas (Mezedakia) – die Karte ist etwas abenteuerlich komponiert. Wir beschließen, rein griechisch zu ordern, und bestellen den „Überra-schungsteller Mezedakias-Tapas“ (8,90 Euro), Suflaki „nach echt griechischer Art“ (11,90 Euro) und den gegrillten Oktopus mit Knoblauchdip (9,90 Euro). Nach 25 Minuten kommt das Essen – und zwar alles auf einmal. Wir hätten wohl sagen sollen, dass wir die Tapas vorab haben wollten. „In Griechenland servieren wir immer alles zusammen“, erklärt uns Dimitra.

Auf dem Vorspeisenteller finden wir ein cremiges Zaziki, richtig gute, knusprig panierte Sardellen, milden Ziegenkäse im Speckmantel und einen leckeren Auberginendip – aber auch recht fade Fleischbällchen und einen ziemlich mächtigen Saganaki-Käse. Die Suflaki-Spieße sind sehr zart und toll gegrillt, hätten aber heißer sein können – das trifft auch auf die Pommes zu. Der gegrillte Oktopus ist an den Rändern schön kross, aber innen zu weich. Das rettet auch der hervorragende Knoblauchdip nicht.

★ Fazit: Tolle Ansätze und ein paar Ausrutscher. Vielleicht muss sich das Küchenteam in der Brasserie List noch etwas finden.

Essen & Trinken: 3 Sterne

Ambiente: 3 Sterne

Service: 4 Sterne


Anzeige
Anzeige