Navigation:

Macht im Kale einen guten Job: Bianca Cigir© Michael Joos

Orientalische Küche

Neues Leben im Bismarckbahnhof

Im rechten Teil des Bismarckbahnhofs hat vor drei Wochen das Restaurant Kale eröffnet. Hier setzt man die Tradition türkischer Küche und Gastlichkeit fort, die das Adana zuvor viele Jahre gepflegt hatte.

Ambiente
Wie einst das Adana lockt das vor kurzem eröffnete Restaurant Kale mit türkischen Spezialitäten. Kale heißt übersetzt Tor oder Festung, der Name passt gut zu den dicken Wänden des Bismarckbahnhofs, über dessen Brücke zwei riesige Adler wachen. Mit dem neuen Pächter ist etwas mehr Farbe ins Spiel gekommen. Das Ambiente ist ansprechend, die weißen Tischläufer wirken edel, die Stühle sind bequem, die Tische so gestellt, dass der Nachbar nicht mitisst. Besonders beliebt ist der Wintergarten mit Lichteinfall von der Seite und von oben, sicherlich einer der schönsten Gasträume der Südstadt.

Publikum
Sonntagabend, 18 Uhr. Am Ende des ersten echten Frühlingstages 2013 ist das Kale schon recht gut besucht. Im Wintergarten sind sieben Tische belegt. Ein älteres Ehepaar, drei Paare mit Babys, zwei Paare mittleren Alters, ein Vater mit erwachsenem Sohn – hier fühlt sich offenbar jeder wohl. Wir zählen 25 Gäste, und der Abend ist ja noch jung.

Service
Freundlichkeit spielt eine große Rolle auf der Kale-Homepage (die leider noch im Rohbau ist), und die Mitarbeiter leben das. Wir werden von drei Servicekräften bedient. Höflich, lächelnd, zuvorkommend. Einziges Manko: Die Zusammenstellung der Vorspeisenplatte wird nicht erklärt, dieser Service wäre Gold wert gewesen. Die Wartezeiten sind optimal (Vorspeisen zehn Minuten, Hauptgerichte 40). Obwohl: In diesem Ambiente muss sich niemand hetzen.

Essen und Trinken
Der erste Teller ist ein Gruß aus der Küche, das haben wir in einem türkischen Restaurant selten erlebt. Eine Handvoll roter Bohnen in Tomatensauce mit Möhren- und Kartoffelwürfeln – lecker, aber nicht exklusiv. Den gleichen Klecks finden wir auf der gemischten Vorspeisenplatte, neben Zaziki, Sesampaste und Kichererbsenmousse, alles okay. Ein Geschmackserlebnis, weil pfiffig gewürzt, ist aber nur der Auberginensalat. Und: Für fünf esslöffelgroße Kleckse sind 7,90 Euro ein eher stolzer Preis. So viel zahle ich für den Knoblauch-Joghurt Zaziki (3,90 Euro) und drei gebratene Blätterteigrollen mit Schafskäsefüllung (auch 3,90 Euro) nicht einmal zusammen – und bin damit wohl besser bedient. Auch hier gilt: handwerklich gut und frisch, aber wenig überraschend. Für einen Klassiker habe ich mich auch beim Hauptgang entschieden – Adana Kebab. Hat nichts mit dem Vorgänger zu tun: Adana ist die fünftgrößte Stadt der Türkei und der Name einer Provinz. Der gegrillte Lammhackspieß (11,90 Euro) wird mit gebratener Paprikaschote, der Weizen-Beilage Bulgur, Grilltomate und Salat serviert. Nichts daran auszusetzen, gleichwohl wenig aufregend. So wie Hindi Tava (13,50 Euro), geschnetzeltes und mit Gemüse im Tontopf geschmortes Putenfleisch. Ein Wort mit sechs Buchstaben beherrscht den kulinarischen Teil des Besuches: solide.

Fazit
Wer in einladender Umgebung handwerklich ordentlich gemachte und frische türkische Speisen sucht, wird im Kale fündig. Es darf aber ruhig mal ein bisschen würziger und überraschender sein.

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Nicht barrierefrei
  • Kein Raucherzimmer

Kale
Mainzer Straße 6
30173 Hannover

0511/22839500

www.kale- restaurant.de

Öffnungszeiten: Täglich 17 bis 23 Uhr, sonn- und feiertags außerdem 12 bis 15 Uhr.


Anzeige