Ofenfrisch: Erbil Vural serviert in seinem „Tanara“ Leckeres aus Zypern.
Kleefeld.
Das Ambiente
Die Wände des „Tanara“ sind in Gelb und hellem Orange gehalten, orientalische Wandteppiche und zum Teil großflächige Bilder mit zypriotischen Landschaften zieren sie. Links vom Eingang ist ein Durchbruch in die Küche, der den Blick auf einen großen Lehmofen freigibt. Wer mag, kann dem Koch bei seiner Arbeit zuschauen – die Einrichtung im „Tanara“ ist insgesamt einfach, wirkt aber sehr gemütlich.
Das Publikum
Die von außen unscheinbare Taverne in Kleefeld gibt es seit 1988, viele Stammgäste halten ihr seit Jahren die Treue. Am Nachbartisch feiert eine zehnköpfige Gesellschaft Geburtstag, einige Paare und Vierergruppen jeden Alters starten mit einem gemeinsamen Essen ins Wochenende. Weiter hinten im Raum sitzt eine Dreiergruppe mit großem, zotteligem Mischlingshund. Das Tier liegt den Abend über gelassen vor dem Tisch.
Der Service
Wir fragen die Bedienung, ob der Syrah ein Wein aus Zypern sei. Sie weiß es nicht, erkundigt sich aber sofort beim Chef und erläutert uns danach, dass der Rotwein aus Sizilien stammt. Im weiteren Verlauf des Abends werden wir von ihr und einer Kollegin erfrischend unkompliziert und herzlich bedient.
Essen & Trinken
Die zypriotische Küche im „Tanara“ fühlt sich mehr der osmanischen als der griechischen Kochtradition verpflichtet. Zum Essen reicht die Küche ofenwarmes Fladenbrot. Wir starten mit Piyaz (4,50 Euro), einem weißen Bohnensalat, der in einer Olivenöl-Tomatensauce angemacht ist. Diese kalte mediterrane Vorspeise ist in Ordnung, könnte aber etwas würziger sein. Vorspeise Nummer zwei heißt Pastirma Sarmasi (5,50 Euro), das sind Knoblauchschinken-Röllchen, die mit Kaschkavalkäse gefüllt sind. Dazu gibt es dezent knackige Paprika- und bissfeste Tomatenstückchen. Diese Vorspeise kommt heiß aus dem Lehmofen und schmeckt uns ebenfalls gut.
Türlü ist unsere erste Hauptspeise (9,90 Euro): Die vegetarische Variante bietet im Tontopf geschmorte Kartoffeln, Paprika, Möhren, Tomaten, Zucchini und Pilze. Das Gemüse ist auf den Punkt zubereitet, allerdings ist der Küchenchef – typisch für die zypriotische Küche – auch hier mit den Gewürzen sparsam umgegangen. Als Beilage für beide Hauptspeisen reicht die Küche in zwei Schalen Bulgur und eine cremige Joghurtsoße.
Bei Tavuk Sac (14,80 Euro) machen wir große Augen, unsere zweite Hauptspeise wird zischend, in einer Rundpfanne auf offenem Feuer, serviert. So vergeht etwas Zeit, bis das geschnetzelte Hähnchenfleisch mit Zwiebeln, Tomaten und Paprika so weit heruntergekühlt ist, dass man es verzehren kann. Zusammen mit dem Bulgur und der kühlen Joghurtsauce haben wir ein schmackhaftes Essen.
Die Weinkarte überrascht, denn wir finden nur deutsche, spanische und italienische, aber keine zypriotischen Weine. Begründung des Chefs: Wegen der Transportkosten müsste er Weine aus der Heimat für sieben, acht Euro anbieten, was den Preisrahmen sprengen würde. Bier und Traubenschorle sind in Ordnung.
Ist es das Geld wert?
Die Küche bereitet alles frisch zu, die Portionen sind sehr gut und die Preise günstig.
Fazit: Das osmanische ist der freundliche, familiengeführte Zypriote aus der Nachbarschaft und bietet einfache und leckere Küche.