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Restauranttest

Hut ab! Frau Hoppe kocht mit Anspruch

Seit April betreibt Christine Hoppe ihre Esseria „Frau Hoppe“ am Landwehrgraben – in einer ehemaligen Trinkhalle. Das Essen ist gut, die Atmosphäre sehr angenehm. Nebem dem Restaurant bietet Frau Hoppe auch einen Catering-Serice.

★ Ambiente: Frau Hoppe hat sich in einer früheren Trinkhalle in Waldhausen eingerichtet. Reduziert auf edles Weiß und Grau an Wänden und Decken, es werden aber auch ein paar Farbtupfer gesetzt – zum Beispiel eine grüne Wand am Tresen oder eine knallig rote Lederbank. Von den knapp 30 Plätzen kann man durch große Panoramafenster nach draußen schauen. Dort stehen auf einem Vorplatz auch einige Tische, an denen Gäste bei gutem Wetter sitzen können. Die Menükarte befindet sich auf einer großen Tafel mit Goldrahmen neben dem Tresen. Die Gerichte sind mit Kreide darauf geschrieben. So kann Chefin Christine Hoppe immer flexibel reagieren und ihr Angebot spontan verändern. Eine gedruckte Karte gibt es nicht.

★ Publikum: Paare, Familien, Ältere oder Jüngere – bei Frau Hoppe trifft sich eine bunte Mischung. In einer fast schon familiären Atmosphäre kommen gelegentlich sogar Gäste verschiedener Tische freundlich ins Gespräch.

★ Service: Das Restaurant ist voll, das Personal gelegentlich etwas durcheinander. Das hat aber seinen Grund: Kurzfristig ist eine Servicekraft ausgefallen, so dass eine neue Kellnerin das erste Mal bei Frau Hoppe auftischt. Dabei ist das Personal aber sehr freundlich und bemüht.

★ Essen und Trinken: Wir beginnen mit einem Vorspeisenteller (9,80 Euro), der uns in seiner Vielfalt überrascht: Denn neben einem gegrillten Lammkotelett (das etwas zarter hätte sein können) finden wir zum Beispiel köstliche gebratene Knoblauch-Garnelen und lauwarmen Ziegenkäse mit Feigensenf. Der Blattsalat mit Tomate und Sprossen gibt dem Ganzen eine passende frische Komponente. Ein guter Auftakt. Danach probieren wir die Mais-poularde mit Papardelle in Calvadossoße mit Feigen (14,50 Euro). Das wirklich große Stück Fleisch ist saftig, die Nudeln sind al dente. Beides hätte für unseren Geschmack ein wenig mehr Salz vertragen können. Auch von der köstlichen Soße hätten wir gern mehr gehabt – die Feigen in Calvados sind so gut, dass sie süchtig machen könnten. Als weiteren Hauptgang wählen wir Entenbrustscheiben auf einem Wirsingrisotto (15,90 Euro) – und sind sehr zufrieden. Das Fleisch ist rosa gebraten und zart. Es bedeckt die große und gut gepfefferte Risottoportion, die ordentlich satt macht. Der bissfeste Wirsing lockert den klebrigen Reis auf und ist als Herbstgemüse eine gute Ergänzung. Auch bei der Weinauswahl sind Gäste bei Frau Hoppe in guten Händen: Der Grauburgunder (4,50 Euro) ist ein fruchtiger, frischer Weißwein, der allerdings ein paar Grad kälter hätte sein können. Der Rotwein ist ein Volltreffer. Der Cal y Canto (vier Euro), eine Mischung aus Tempranillo, Merlot und Syrah, ist weich, vollmundig und mit Aromen von Gewürzen und Kirsche versetzt.

Fazit: Bei Frau Hoppe schmeckts. Dazu trägt auch die ambitionierte Karte bei: Von den Gerichten, die im Angebot sind, kann die Küche lediglich die Kürbissuppe vorbereiten. Alle anderen Speisen müssen frisch gekocht werden. Hut ab für diesen Anspruch. Dafür sollten Gäste dann aber auch Zeit mitbringen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist stimmig.


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