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Jeder Gang ein Genuss: Restaurantleiterin Ann-Kristin Moser empfängt ihre Gäste gerne im Restaurant „Handwerk“.

Jeder Gang ein Genuss: Restaurantleiterin Ann-Kristin Moser empfängt ihre Gäste gerne im Restaurant „Handwerk“.
 © Frank Wilde

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Internationale Küche

„Handwerk“: Hier feiern wir ein Fest der Sinne

„Casual Fine Dining“ ist das Schlagwort der Stunde – hochwertige Küche in einem schlicht-schicken Ambiente. Neues Beispiel für den Trend ist das „Handwerk“ in der Südstadt. Umwerfende Kochkunst, maximaler Genuss.

Ambiente
Wo 40 Jahre die Kneipe „Spiegel“ (und als kurzes Gastspiel ein Tapas-Lokal) zuhause war, ist Anfang des Jahres das „Handwerk“ eingezogen. Ein Titel mit Understatement: In dem kleinen, feinen Lokal speist der Gast extrem hochwertig, nicht günstig, dafür vom Feinsten. Die Räumlichkeiten haben die Betreiber Tanja und Rüdiger Funke mit den hellen Holztischen, den individuellen Lampen und dem dezent platzierten Wandschmuck angenehm schlicht gestylt, Geschirr und Tischdeko setzen diese gelungene Verbindung aus schick und rustikal fort. Ein Platz zum Wohlfühlen – für uns mit einer Einschränkung:  Aus der Box über unserem Tisch dudelt den gesamten Abend „das Beste der 80er Jahre“. Für uns nicht ganz passend, aber ein Herzenswunsch des Küchenteams, wie uns die Kellnerin erzählt. Und der Mannschaft am Herd, so wird sich herausstellen, wollen wir ganz sicher nichts abschlagen.

Publikum
Keine Bange vor einer piekfeinen Gesellschaft! Im „Handwerk“ kehren völlig normale Menschen ein: junge Leute, ältere Paare, eine Freundinnentruppe im besten Alter. Hannover hat Lust auf kreative Küche, die ein bisschen kostet. Das Lokal ist an Wochenenden Wochen im Voraus belegt, unbedingt reservieren!
Service: Schon am Telefon wird nach Vorlieben oder Allergien gefragt, so sind die Köche gewappnet. Im „Handwerk“ gibt es ausschließlich Menüs, die kleine  Karte wechselt nahezu täglich. Unsere beiden Kellnerinnen sind nette Gastgeberinnen, machen einen aufmerksamen Job, sind angenehm persönlich: Am Altenbekener Damm ist man per Du.

Essen & Trinken
Freitags und sonnabends wählt der Gast zwischen vier (55 Euro), fünf (63 Euro) oder sechs (70 Euro) Gängen, in der Woche gibt es auch Drei-Gänge-Menüs (46 Euro). Wer mag, lässt sich von den entsprechenden Getränkebegleitungen (21 bis 43 Euro) überraschen.
Wir freuen uns an diesem Mittwoch auf drei Gänge – und über die Grüße aus der Küche. Auf einer Etagere kommen Reispapier mit Gurkenhäppchen und Mini-Blaubeerbaisers sowie krosse Hühnerhautecken mit Tomatenstückchen und Mozzarella an den Tisch. Das ist für das Auge toll angerichtet und eine Aromenparty für den Gaumen. Auch das hausgebackene Sauerteigbrot und die aufgeschäumte Butter mit Olivensand sind köstlich.
Bei der Vorspeise, auf der Karte mit „Jacobsmuschel/Rotkohl/Rahm“ angekündigt, schließen wir die Augen. Nichts soll uns von dem gleichermaßen erdigen wie fruchtigen Aroma des entsafteten (!) Kohls ablenken. Auf dem tiefvioletten Spiegel finden wir drei perfekt gebratene Jacobsmuscheln, umgeben von gebrannter Sahne. Es folgen ein raffiniert paniertes Eigelb mit Kartoffelpürree, Kartoffelchips und Belper Knolle (ein Emmentaler Frischkäse) und der umwerfende Zwischengang „Schweinebauch/Tangerine/Haselnuss“. Die drei butterzarten Fleischscheiben sind  mit einer traumhaften, pikant-süßen Mandarinen-Pflaumensauce lackiert, dazu reicht die Küche Nussmousse und Haselnusshobel. Großer Genuss!
Das gilt auch für den Hauptgang: Der rosa gegarte Rinderrücken aus Holstein wird von gegrilltem Römersalat und einer würzigen Hollandaise begleitet, die nicht mit Butter, sondern mit Knochenmark gebunden wurde – wir ahnen längst, wie viel Aufwand die Küche für jede einzelne Komponente betreibt. Krönender Abschluss ist die Verbindung von Mangosorbet und Würfeln aus gebrannter weißer Schokolade, zu der wir durchdringen, indem wir mit dem Löffel genüsslich die hauchdünne Baiserdecke durchbrechen. Einfach himmlisch. Ein fruchtiger Chianti (02, Liter fü neun Euro) und ein kräftiger Tempranillo (zwölf Euro) haben dieses Fest der Sinne begleitet.

Fazit
Ihr Handwerk verstehen sie perfekt – dieses Restaurant bereichert Hannover, wie es schon das „Jante“ auf der Marienstraße tat. Auch das „Handwerk“ könnte der Stadt in mehrfacher Hinsicht Sternstunden bescheren.

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Kein Raucherzimmer
  • Barrierefrei
  • bar, EC, alle Kreditkarten

Handwerk
Altenbekener Damm 17
30173 Hannover
0511/2626 7588
www.handwerk-hannover.com
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag ab 18 Uhr

Hannover Altenbekener Damm 17

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