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NETT: Chefin Brigitte Singh bewirtetihre Gäste in dem indischen RestaurantGoa an der Podbielskistraße.Fotos: Wilde

NETT: Chefin Brigitte Singh bewirtet ihre Gäste in dem indischen Restaurant Goa an der Podbielskistraße.© Frank Wilde

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Indische Küche

"Goa": Exotische Entdeckungsreise an der Podbi

Seit vergangenem September wird in der Podbielskistraße 114 nicht mehr chinesisch, sondern indisch gekocht. Dem „Xeu Phönix“ folgte das „Goa“. Die Küche verdient einen Besuch, das Ambiente ist stark ausbaufähig.

Ambiente
Schon von außen wirkt das Goa wenig einladend, drinnen wird das Ambiente leider nicht besser. Wir sitzen direkt an der Panoramascheibe zur Podbi hin, im Glas sind tiefe Kratzspuren. Im Fensterrahmen liegen tote Fliegen, links schaue ich auf eine blassgelb gestrichene Wand mit Spinnweben an der Seite. Der Schmutz auf dem gefliesten Boden ist uns sofort aufgefallen. Neben dem lieblos eingedeckten Tisch (gelber Papier-?untersetzer, gelbe Serviette, eine Kerze, billiges Kantinenbesteck) steht eine Klivie, völlig verblüht und vertrocknet. Der Tresen passt mit seiner Klinkeroptik nicht zur Decke mit Metallschwellen, auf Indien deutet nur ein einsames Bild zweier Kamelreiter hin. Hier hätten wir normalerweise nie und nimmer Platz genommen.

Publikum
Ein Freitagabend ohne EM-Spiele, aber mit Schützenfest und Sommerferien. Von den zwölf Tischen sind elf verwaist, im Lokal sind wir die einzigen Gäste. Im Außenbereich an der Podbi sitzt ein einzelner Mann, ein weiterer kommt zwischendurch als Selbst-Abholer vorbei. Das Goa ist verkehrstechnisch bestens gelegen, mehrere Bahnlinien und tausende Autos rauschen hier täglich vorbei. Das Porsche-Zentrum liegt schräg gegenüber, das Pelikan-Viertel so nah wie die Zentrale der VHV-Versicherung. Ich fahre zwei Tage später noch einmal vorbei, wieder gähnende Leere. Startschwierigkeiten dürften das nach zehn Monaten eigentlich nicht mehr sein.

Service
Einzige Kraft im Gastraum ist ein junger Mann, in Deutschland geboren und Sohn indischer Eltern, wie er uns erzählt. Er ist zurückhaltend, höflich, freundlich und kann improvisieren. Die großen Wasserflaschen sind aus, er stellt uns zum selben Preis drei kleine hin. Dass der Servicemann allerdings ungelernt ist, beweist das beidhändige Servieren der Tomatensuppe. So mache ich das zu Hause auch immer.

Essen und Trinken
Die Speisekarte hat rund 80 Positionen und kommt mit vielen Gerichten daher, von denen wir noch nie gehört haben: „Paneer Korma“, „Sabzi Sorba“, „Aloo Matar“ oder „Gobi Kashmiri“. Klingt exotisch und irgendwie auch lecker. Bemerkenswert: Es gibt 15 vegetarische und zehn vegane Speisen – damit liegt das Goa im Trend. Erster Höhepunkt ist ein Mango-Lassi, das Joghurtgetränk ist frisch-fruchtig und echt lecker (0,4 Liter für 2,80 Euro). Der Gruß aus der Küche, zwei Papadam-Chips, freut uns genauso: Die in Linsenmehl frittierten großen und hauchdünnen Scheiben werden mit einer Minzsauce serviert, klasse. Die Vorspeisen bleiben auf dem hohen Niveau dieser indischen Küche: Meine Frau ist mit „Vegetable Samosa“ sehr zufrieden, die drei Teigtaschen (4,50 Euro) sind mit Kartoffeln, Gemüse und Rosinen gefüllt, die Salatbeilage (Mais, Eisbergsalat, Gurke, Bohnen) ist mit einer selbstgemachten Cocktail-Sauce aufgepeppt. Als Tomatensuppenfan habe ich die indische Variante mit Ingwer, Zwiebeln und Gewürzen wie Nelke bestellt (2,50 Euro). Einerseits ist die Suppe angenehm scharf, andererseits hat sie eine raffinierte Süße – unbedingt probieren. Als Hauptgerichte haben wir Chicken Masala (8,90 Euro, gibts auch als mittlere Portion für zwei Euro weniger) und „Curried Biriani“ mit Hähnchenfleisch als kleine Portion (8,50 Euro) bestellt. Beide Gerichte mit Reis sind schmackhaft und ziemlich üppig, besonders gut gefällt uns die dunkle Masala-Sauce mit Cashewkernen und einem Ei. Schade: Die (zu) großen Hähnchenstücke sind offenbar eingefroren gewesen, sie sind trocken und ein wenig zäh. Auch das Gemüse schmeckt wie TK-Ware.

Fazit
Indisch kochen können sie in dem nach dem kleinsten indischen Bundesstaat benannte Goa, dort lässt sich lecker auf exotische Entdeckungsreise gehen. Unbedingt vorab nach der Schärfe der Gerichte fragen! Damit das Restaurant eine Zukunft hat, muss sich aber beim Ambiente einiges tun. Sauber muss es sein, und eine mit Liebe und Auge gestaltete Einrichtung würde Wunder wirken.

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Kein Raucherzimmer
  • Nicht barrierefrei (zu eng für Rollstühle)
  • Bar, EC

Goa
Podbielskistraße 114
30177 Hannover
0511/69 33 43
www.goa-in-hannover.de

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 11.30 bis 15 Uhr und 17.30 bis 23 Uhr; kein Ruhetag.


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