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Huseyin Khalaf und Denise Prause bedienen im Restaurant El Dorado in der Nordstadt

Gute Gastgeber: Huseyin Khalaf und Denise Prause© Zimpel

Spanische Küche

El Dorado

In Herrenhausen wurde aus einem italienischen ein spanisches Restaurant. Das „El Dorado“ ist ein Tipp für Liebhaber der spanischen Küche.

Ambiente

Die Haltenhoffstraße, mitten in Herrenhausen. Tausende wohnen hier in Mehrfamilienhäusern – hungrige Kundschaft, die unweit der Herrenhäuser Kirche für eine Gastro-Zone gesorgt hat. Das „El Dorado“ hat massig Konkurrenz: Das Spätzle-Haus, der Türke Sultan Palace, das chinesische Singapur und Balkan-Spezialist Atlantis liegen 200 oder weniger Meter vom spanischen Restaurant entfernt.

Das El Dorado hat im schmucken, mit Naturstein verkleideten Haus und der großen Fensterfassade einen südeuropäischen Wechsel vollzogen. Zehn Jahre war hier ein italienisches Restaurant, seit Dezember führen Huseyin Khalaf und Denise Prause das Lokal. El Dorado ist der Sage nach ein Goldland im Inneren Südamerikas – für das erst 23 und 24 Jahre alte kurdische Pärchen soll es zur Goldgrube werden. Die Einrichtung ist geschmackvoll. Die Decke ist in grüner Pastellfarbe gestrichen, die Wände sind in blassem Gelb gehalten, Blickfang für die Gäste ist ein Weinschrank, der den Inhalt bei acht Grad hält. Nirgendwo Kitsch und Pomp. Wie angenehm.

Publikum

Fünf Tische sind besetzt, außer uns scheinen alles Stammkunden zu sein. Die gelernte Restaurantfachfrau Denise nutzt freie Zeit zum ausgiebigen Small-Talk mit dem gemischten Publikum. Das El Dorado ist eine nette Adresse für Pärchen und Familien.

Service

Der sollte ja eigentlich am heimischen Computer beginnen. Eine Homepage ist im Internet-Zeitalter nicht nur Standard, sondern ein Muss. Aber webtechnisch ist das El Dorado noch von vorgestern. Wir googeln und finden drei Bewertungen in einem Gastro-Guide, leider null Links zu Speisekarte, Öffnungszeiten und anderen Infos, die einem den Besuch schmackhaft machen würden. Doch im El Dorado sieht der Service schon ganz anders aus: Denise Prause hält uns die Tür auf, ihr Verlobter bedient aufmerksam, die Speisen werden von rechts gereicht, der leere Brotkorb wieder gefüllt. Beide erkundigen sich, wie das Essen ankommt, und freuen sich über unsere Zufriedenheit. Der Grappa zum guten Schluss geht aufs Haus.

Essen und Trinken

Wir sind zu dritt gekommen und bestellen querbeet. Die Karte legt, wie bei Spaniern üblich, das Augenmerk auf kalte und warme Vorspeisen, neben Tapas gibt es Fleisch- und Fischgerichte, drei Suppen und drei Nachspeisen.

Nach 20 Minuten kommen zeitgleich die Tomatensuppe (3,50 Euro), die mit einem Sahnehäubchen dekoriert und heiß ist, allerdings etwas tomatiger schmecken könnte, eine ordentliche Portion gegrillter, warmer Sardellen (4,50) und ein kleiner Salat (3,50). Der Blattsalat ist schön kleingeschnitten, das ist äußerst anwenderfreundlich. Die Lammhaxe (12,50) von meinem Kumpel Tom ist ein sattes Stück Fleisch, das sich kinderleicht vom Knochen ablösen lässt. „Zart, richtig zart“, verrät er zwischen zwei Bissen. Mein rund 220 Gramm schweres Rumpsteak (13,50) beweist, dass Raba Haddou aus Algerien am Herd sein Handwerk beherrscht. Der Garpunkt ist perfekt getroffen, die rote Sauce mit Chilischoten gibt eine wunderbare Würze. Meine Frau genießt neben dem Salat drei weitere Vorspeisen: eingelegte Artischocken (3,90), einen üppig-leckeren Mix mit Tomatenstückchen, gut abgeschmeckt mit Olivenöl, Essig, Zwiebeln und Knoblauch; kalte eingelegte Sardellen (3,50), an denen ebenfalls nichts auszusetzen ist – und die bekannten und beliebten Muslitos (4,90). Die vier Krebsfleisch-Kroketten sind innen leider eiskalt, die Reaktion auf die Reklamation ist aber souverän. Zügig bekommen wir vier neue, warme panierte Spieße mit Aioli, über deren Konsistenz (sehr dünn) man streiten kann – aber wir Männer finden sie lecker. Das zu allem georderte Glas Rioja (0,2 Liter rot 3,50) ist wie in der Karte versprochen: samtig und weich. Der Nachtisch ist ein wenig teuer geraten: Das Töpfchen „Crema Catalana“ kostet vier Euro, acht hauchdünne Scheiben Käse aus La Mancha kosten 4,90. Schmecken tut beides.

Fazit: Gut bedient, gut gegessen – das El Dorado ist nicht nur ein Tipp für die Nachbarschaft der Haltenhoffstraße.

Das Restaurant El Dorado im Branchenführer der Neuen Presse


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