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IN DER WIRTSCHAFT: Servicekraft Giorgos präsentiert Souflaki und Hähnchenbrustfilet.© Wallmüller

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Griechische Küche

Eine Ouzeri mit Luft nach oben

Sie galt als eine der besten Adressen für authentisches griechisches Essen in Hannover: die „Ouzeri“ an der Hildesheimer Straße. Heute müsste vor allem im Service nachgebessert werden.

Ambiente
Ein Olivenbaum, karierte Tischdecken, gestapelte Weinfässer, warmes Licht und ein Salatbüffet – an der Einrichtung haben die neuen Besitzer nichts geändert, seit sie 2016 die Wülfeler „Ouzeri“ von Konstantinos Paraskevaidis übernahmen. Den Begründer der „griechischen Botschaft“ gelüstetet es nach neuen Projekten, er eröffnere in Bemerode das „Rembetiko“. Auch die Idee, dass sich der Gast der „Ouzeri“ seine Gerichte modulartig selbst zusammenstellt, ist geblieben. Scheint so, als setzte man hier konsequent auf „Weiter so“.

Service
Damit die Erfolgsgeschichte der „Ouzeri“ weiter geht, wäre aber ein deutlich besserer Service vonnöten. Wir werden im Laufe des Abends von drei Kellnern bedient, die unbeteiligt und gelangweilt wirken. Unsere Bitte, zwischen Vor- und Hauptspeisen etwas Zeit zu lassen, wird schlicht ignoriert. Dass die Oktopus-Vorspeise höchstens halb aufgegessen wurde, wird nicht kommentiert. Hinzu kommen ärgerliche Details wie ein schmutziger Aschenbecher auf unserem Tisch auf der Terrasse, ein verrosteter Salzstreuer und ein Haar, das wir im Dip zu dem Schafskäse finden.

Essen und Trinken
Los geht es mit besagtem Oktopus in Olivenöl und Essig (5,90 Euro) und gebackenem Fetakäse im Sesammantel mit Dip (6,80 Euro). Der Käse ist warm und lecker, die Sesamkruste gibt einen schönen Crunch, der Appetit auf den fruchtigen Dip vergeht uns allerdings nach dem Haar-Fund. Der Oktopus kommt mit viel klein geschnittenem Gemüse, einem Haufen Zwiebeln, einer trockenen Gurkenscheibe und scheinbar ohne Gewürze auf den Tisch – dieses Gericht schmeckt einfach langweilig. Wir helfen mit Salz und Zitrone nach, viel nützt es nicht. Zu dem Leberpfännchen mit Zwiebeln (5,80 Euro) ordern wir laut Speisekarte „Frische frittierte Kartoffelstäbchen (keine Pommes!)“ für 2,50 Euro, die sich allerdings als überaus normale Pommes erweisen. Das Leberpfännchen ist in Ordnung, das Fleisch weitgehend zart, allerdings hat es zu viel Öl abbekommen. Mit „Pikilia Kreatika“ (10,50 Euro) kommt viel Fleisch auf den Tisch: Giros, Suzuki, eine pikante Bauernwurst und Souflakispieße sind von solider Qualität, auch der Tomatenreis aus dem Ofen (2,80 Euro) schmeckt passabel. Als Begleitung haben wir uns für den Rotwein Cava Boutari entscheiden, der uns gut gefällt, nachdem er etwas Luft bekommen hat: Er schmeckt rund und weich, 0,2 Liter gibt es in der „Ouzeri“ für 6,90 Euro. Kulinarisch haben wir uns an diesem Abend eigentlich am meisten über das Zaziki (3,80 Euro) gefreut. Der Dip hat eine deutliche Knoblauchnote und damit eine angenehme Schärfe und ist wunderbar cremig.

Fazit
Haben wir bloß einen schwachen Abend erwischt? Die Qualität der Speisen in der „Ouzeri“ war alles in allem durchschnittlich, dass ein Zaziki das Highlight beim Besuch eines Griechen ist, kann nicht im Interesse der Betreiber liegen.Irritierender allerdings war die dürftige Leistung im Service – wir fühlten uns unaufmerksam und freudlos behandelt. Einzige Ausnahme: Als wir unser „Doggy Bag“ auf dem Tisch vergessen hatten, lief uns eine Kellner hinterher. Damit die „Ouzeri“ an der Hildesheimer Straße zu alter Stärke auflaufen kann, müsste mit deutlich mehr Herzblut gewirtschaftet werden.

Für Kinder geeignet
Hunde willkommen
Raucherzimmer
Barrierefrei
bar, EC, alle gängigen Kreditkarten

Ouzeri
Hildesheimer Straße 335
30159 Hannover
0511/899 91 30

www.ouzeri.eu

Öffnungszeiten: Täglich 17 bis 0 Uhr, sonnabends und sonntags zwölf bis 0 Uhr.


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