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Mediterrane Küche

Das Olea bietet köstliche Überraschungen im Zoo-Viertel

Olé, Olea: Seit Juni vergangenen Jahres betreibt Christian Märtin das Restaurant Olea in der Seelhorststraße im Zoo-Viertel. In seiner mediterranen Küche arbeitet der Koch gern mit Fisch und saiso- nalen Produkten und bietet Originelles wie deuts
Olea-Inhaber Christian Märtin hat gute Weine auf der Karte.

Spiegelbild: Olea-Inhaber Christian Märtin hat gute Weine auf der Karte.

Zooviertel. Ambiente: Die Wände in Apricot, der Tresen cognacfarben – das Olea versprüht mit seinen etwa 30 Innen- und 30 Außenplätzen einen mediterranen Charakter. Und wie so oft in den Ländern am Mittelmeer können die Gäste in die Küche hineinsehen, die sich hinter dem Tresen befindet. Einen netten Empfang bereiten frische Blumen und Teelichter auf den Tischen. Dazu ist klassische Musik im Hintergrund zu hören, an diesem Abend Vivaldi, Bach und andere Barockmusik.

Publikum
Am Nachbartisch unterhalten sich mehrere Freunde mittleren Alters über ihren Beruf, etwas weiter weg sitzt ein älteres Pärchen bei Pizza und Wein. Mittags ist das Olea sicherlich für Geschäftsleute interessant.

Service: Hier bedient der Chef auch selbst. Christian Märtin steht in der Küche, nimmt aber auch unsere Bestellung auf und serviert uns überaus freundlich und kompetent das Essen. Dazu läuft noch eine weitere Servicekraft durch das Restaurant. Sie stellt uns den Gruß aus der Küche wortlos auf den Tisch, noch bevor die Getränke serviert werden – und schon ist die Kellnerin wieder hinter dem Tresen verschwunden. Das ist allerdings der einzige Service-Ausreißer nach unten an diesem Abend. Christian Märtin verrät uns später, dass es sich um eine cremige Lauchzwiebel-Milchschaum-Suppe gehandelt hat. Und die hätte durchaus eine Ankündigung verdient gehabt.

Essen und Trinken: Der Abend soll mit einem kleinen Appetitanreger starten, deshalb bestellen wir Brus-chetta. Wir wollen die Vorspeise teilen, lassen sie uns auf zwei Tellern servieren – und werden großzügig bedient. Jeder von uns bekommt zwei dieser vorzüglichen gerösteten Scheiben Weißbrot, üppig mit frischen Tomaten und Basilikum belegt. Normalerweise gibt es für die 3,90 Euro nur drei Bruschette.

Neben der Karte bietet das Restaurant täglich wechselnd Gerichte an, die Gäste auf verschiedenen Tafeln im und vor dem Olea finden. Dort stoßen wir auf Kaninchenfilet im Speckmantel (18,90 Euro). Das Fleisch ist angenehm geschmacksintensiv und durch den Speckmantel noch sehr saftig. Dazu gibt es Pfifferlingsgemüse, das nicht mit einer schweren Sahnesoße, sondern mediterran mit Lauch und Tomaten gegart wurde. Die Rosmarinkartoffeln sind geschält und anschließend knusprig gebacken. Alles zusammen ist appetitlich auf einer Platte angerichtet. Außerdem probieren wir eine Pizza Parma (9,90 Euro) und können sagen: So gut haben wir sie noch nicht gegessen. Bei dieser Pizza steht das Wichtige im Mittelpunkt, nämlich der Belag. Der Teig ist unaufdringlich und leicht knusprig. Auf der ganz hervorragenden, fruchtigen Tomatensauce sind Parmaschinken und Rucola sorgfältig und dicht verteilt.

Zum Essen trinken wir einen charaktervollen Primitivo mit Kirsch- und Gewürznote, dem man die Holzlagerung anmerkt. Dass bei der Weinschorle die Aromen nicht verwässern, haben wir auch noch nicht erlebt: Diese hat eine klare Birnennote.

Zum Abschluss lassen wir uns für den Nachtisch beraten. Denn das Olea bietet – am besten auf Vorbestellung – deutsche Tapas an. Und dabei werden auch kleine Nachtisch-Portionen (fünf Euro) angeboten. Als süße Tapas bekommen wir Pannacotta mit Erdbeersoße, Waldbeerparfait mit Aprikosensauce und Aprikosenstrudel mit Vanillesauce serviert. Jede Kleinigkeit ist dabei für sich ein großes Geschmackserlebnis.

Fazit
Das Essen im Olea ist einfallsreich zusammengestellt und immer für eine Überraschung gut. Die erwartet Besucher sicherlich auch bei den deutschen Tapas (zum Beispiel Brandenburger Kohlroulädchen oder Friesisches Matjes-Tatar auf Vollkorntaler), die wir beim nächsten Besuch probieren werden.

Ist es das Geld wert?
Das Essen im Olea ist durchgängig von frischer Qualität. Dafür ist es nicht zu teuer. Bei einigen Gerichten erscheinen die Preise sogar knapp kalkuliert, zum Beispiel beim Nachtisch.


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