Guten Appetit: Suphi Ediz in seinem gemütlichen „Eliniko“.
Ambiente
Es liegt ein Hauch Griechenland in der Luft. Das „Eliniko“ wirkt wie eine stilvoll eingerichtete Wohnung in Athen: Wände in einem Milchkaffee-Ton, zurückhaltender Stuck und große Kristallleuchter geben dem Restaurant eine wohlige Atmosphäre. Kleine Bilder mit griechi-schen Motiven oder ein Griechenlandbuch auf der Fensterbank liefern dezente Hinweise darauf, dass wir uns beim Griechen befinden. Dazu können wir von unserem Platz aus durch eine Durchreiche in die Küche schauen. Das freut vor allem unsere Kinder, die dem Koch beim Schneiden echter griechischer Pommes aus frisch geschälten Kartoffeln zuschauen können. Dieser scheint sehr kinderlieb zu sein, denn unser Sohn bekommt schnell einen kleinen Teller Pommes auf Kosten des Hauses vorweg.
Publikum
Das „Eliniko“ ist an diesem Sonntagmittag gut besucht. An den Tischen sitzen eine Gesellschaft mit zehn Personen, Pärchen und Familien mit größeren Kindern und Großeltern. Ob kleinere Kinder zu den Stammgästen zählen, wissen wir nicht – zumindest musste das Personal einen Kinderstuhl erst suchen.
Service
Auffällig ist, dass sowohl im Service als auch in der Küche viel Personal anwesend ist. Die Mitarbeiter sind freundlich und zuvorkommend und nehmen Wünsche auch im Vorbeigehen wahr. Bei der Abfolge der Speisen lassen die Kellner den Gästen genügend Zeit.
Essen und Trinken
Als Gruß aus der Küche kommt frisches, knuspriges Brot auf den Tisch, das wir in gutes kretisches Olivenöl tauchen können. Die Karte ist für ein griechisches Restaurant übersichtlich. Wir beginnen mit der gemischten mediterranen Vorspeisenplatte (8,30 Euro pro Person), weil wir auf das Agnello Tonnato gespannt sind – und werden nicht enttäuscht: Die hauchdünnen Lammscheiben mit Thunfischcreme und Kapern sind zart und haben einen unaufdringlichen Lammgeschmack – das steht dem traditionellen Vitello Tonnato mit Kalbfleisch in nichts nach. Dazu gibt es eingelegte Paprika, Zucchini und Auberginen. Der Parmaschinken ist reichlich mit grob gehobeltem Parmesan bedeckt. Bevor die Hauptgerichte kommen, gibt es einen kleinen Salatteller mit Balsamico-Dressing.
Was nun folgt, ist üppig und wird auf großen Tellern serviert. Zum einen bestellen wir gebratene Kalamari (15,90 Euro). Das zarte Meerestier hat nichts mit den typischen dick panierten Ringen zu tun, die in manchen Restaurants auf den Teller kommen. Vielmehr sind die vorgeschnittenen zarten Tuben mit einer Limonensauce verfeinert und mit Rucola und Kirschtomaten garniert. Die Kartoffelbeilage des Tages wechselt. Heute sind es gebackene Rosmarin-Kartoffeln. Als Gemüsebeilage bekommen wir bissfeste Karotten, Paprika und Zucchini, die in Butter geschwenkt sind.
Zum anderen nehmen wir den Delta-Teller (11,90 Euro) mit Gyros und Souflaki. Das Gyros knusprig gegrillt, die Souflaki kommen auch vom Grill und haben einen herzhaft rauchigen Geschmack. Die Sauce ist eine Kreation des Kochs und macht Zaziki zum Fleisch überflüssig. So soll es sein. Als Beilage wählen wir die griechischen Pommes, die frisch aus der Fritteuse kommen. Das Gemüse kommt aus derselben Pfanne wie bei den Kalamari, passt aber auch zu diesem Gericht hervorragend. Zum Essen nehmen wir den würzigen roten Hauswein (3,90 Euro), der eine kräftige Kirschnote hat und die zum Teil deftigen Gerichte gut ergänzt.
Fazit
Die Küche im „Eliniko“ hält, was sie verspricht: Gerichte mit starken griechischen Wurzeln werden mediterran variiert. Das Konzept für Essen, Service und Ambiente ist absolut stimmig.
Ist es das Geld wert? Dieser Grieche ist jeden Euro wert.
Besonderheiten
Für kinder geeignet
Hunde willkommen
Behindertengerecht
Zahlung möglich in bar, per EC, und mit Kreditkarten